Keramik-Werkstadt Gabriela Radloff
Die kleine Keramik-Werkstatt von Gabriela Radloff liegt etwas versteckt im Untergeschoss ihres Falkenseer Hauses in der Düsseldorfer Straße 12. Hier wird Ton in vielen verschiedenen Techniken geformt. Dabei entstehen nützliche Gefäße, schöne Schalen, Vasen oder auch lustige Tiere wie Schnecken und Bären. Alles kunsthandwerkliche Unikate aus eigener Handarbeit.
„Die Vorstellung, einmal mit Ton zu arbeiten, hatte ich schon in meiner Jugend“, sagt Gabriela Radloff. Mehrere Kurse an der Volks-Hochschule erlaubten es ihr, wirklich intensiv mit Ton zu arbeiten und das faszinierende Material besser kennen zu lernen.
Seit 1998 lebt Familie Radloff nun schon in Falkensee. Seit 2003 betreibt die ehemals gelernte Bauzeichnerin nun schon ihre Keramikwerkstatt im eigenen Haus. Zuerst als Hobby, seit 2008 jedoch hauptberuflich. In ihrer Werkstatt entstehen eigene Tonwerke. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können aber auch vor Ort an Workshops teilnehmen, um selbst alles über Ton zu lernen.
Das von Gabriela Radloff verarbeitete Material ist der schamottierte Ton, den die 43-jährige aus dem Fachhandel bezieht. Das Lexikon weiß dazu: „Ton bezeichnet ein natürlich vorkommendes Material, das sich überwiegend aus feinkörnigen Mineralen zusammensetzt und variable Mengen an Wasser enthalten kann. Bei entsprechenden Wassergehalten ist Ton plastisch. Beim Trocknen oder Brennen härtet Ton aus.“
Dieser Ton kann in verschiedenen Techniken geformt werden. „Bei der Aufbautechnik werden einzelne Wülste aus Ton gerollt. Diese werden aufeinander aufgebaut. Abschließend wird der Ton glattgestrichen“, erklärt uns die versierte Keramikerin. Daraus können dann kleinere Gefäße geformt werden. „Bei der Plattentechnik wird der Ton hingegen wie ein Teig ausgerollt, um daraus einzelne Platten zu fertigen. Diese Platten können dann zu Kästchen, Vasen oder Tassen zusammengefügt werden. Dabei eignet sich diese Technik eher für Überformen“, teilt uns die Kunsthandwerkerin genau mit. Und: „Auch mit dem Daumen lässt sich der weiche Ton so formen, dass am Ende ein schönes Schälchen daraus entsteht. Auf der Töpferscheibe verwendet man allerdings eher unschamottierten Ton, da dieser weicher und elastischer ist“. Der Ton wird durch die Drehbewegungen auf der Scheibe mit den Händen nach oben gezogen und zu Gefäßen, wie Teekannen oder Vasen geformt.
Nach dem Formen aus Ton werden die Gefäße das erste Mal im Brennofen bei 980 Grad gebrannt. Dieser Schrühbrand entzieht dem Ton das Wasser und sorgt für die entsprechende Härte und Festigung des gebrannten Gefäßes. „Anschließend kann die Glasur in verschiedenen Farben oder je nach Wunsch in verschiedenen Mustern aufgetragen werden“, erklärt Frau Radloff. Auch so genannte Engoben verwendet man. Das ist gemahlener Ton (Tonschlemme) mit Farbkörpern, Mineralen oder Metalloxiden vermischt.
Beim Brennen kommt es dann zu einem chemischen Prozess und Ton und Engobe verändern ihre Farbe. Beim zweiten Brand, dem Glattbrand, nun mit der inzwischen aufgetragenen Glasur, wird der Brennofen, der bis zu 7200 Watt hat, vier bis fünf Stunden auf 1050 Grad erhitzt.
Besonders gern arbeitet Frau Radloff mit Kindern zusammen. Gern kommt sie direkt in die Schulen, um den Kindern zu zeigen, wie sich der Ton am besten bearbeiten und formen lässt. Es werden aber auch Workshops (immer Sonnabend, 2 Termine à 3 Stunden, mit vier Kilogramm Ton und Glasuren, Kosten: 90 Euro) direkt in ihrer Werkstatt durchgeführt. Außerdem ist es auch möglich, die Werkstatt mitsamt Frau Radloff zu buchen – etwa für einen lustigen Kindergeburtstag (pro Person 10 Euro für zwei Stunden Töpferspaß).
Während einer Projektwoche an der Friedrich-Engels-Oberschule zum 30-jährigen Jubiläum der Schule gestaltete Frau Radloff zuletzt zusammen mit der Lehrerin Frau Weimar und den Schülern Buchstabenwürfel aus Ton. Diese Tonwürfel ergaben „zusammengewürfelt“ den Namen der Schule. Eine kreative Idee: So fand bereits eine weitere Projektwoche in Zusammenarbeit mit der Neuen Oberschule Falkensee statt.
Jedoch kann man in der Werkstatt im Keller nicht nur töpfern. Auch den Stoffdruck bietet Frau Radloff dort interessierten „Kreativen“ an. Anders als beim Blaudruck (u.a. Reservetechnik), bei dem die weißen Flächen vom Druck ausgespart bleiben, werden beim Stoffdruck Muster mit spezieller Stofffarbe auf das Tuch gedruckt. Im Direktdruckverfahren werden die Muster alter Stoffdrucke aufgetragen. Extra für diesen Zweck hat Gabriela Radloff eine beeindruckende Sammlung von so genannten „Modeln“ (Stoffdruck-Stempel) mit Mustern aus aller Welt zusammengetragen, darunter Blumenmuster aus Indien und Ornamente aus Bali. Auch selbstentworfene Muster kann man mit roter oder blauer Stofffarbe auf echtes altes Leinen oder auf Baumwolle drucken. So gewinnt man eine stilvolle und dekorative Tischdecke, aber auch Gardienen oder Kissenbezüge! Ein echtes selbstbedrucktes Unikat eben, aus dem Werkstattkeller von Frau Radloff aus Falkensee. (H.R.)
Kontakt: Gabriela Radloff, Düsseldorfer Straße 12, 14612 Falkensee, Tel. 03322-241508, www.kunstformgestaltung.de





















