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06.11.2016

Who is Who in der Region (19): Dr. Frank Dittmer (Falkensee)

Wer ist eigentlich …? Unser „Who is Who“ möchte die besonderen Personen in unserer Stadt kurz vorstellen und sie so der Bevölkerung noch näher bringen. Dr. Frank Dittmer (54) ist der Leiter der VHS Havelland. In der Volkshochschule wurden im vergangenen Jahr über 580 Kurse mit mehr als 6.300 Teilnehmern durchgeführt.

Dr. Frank Dittmer ist ein Zugereister. Und sein Lebensweg, der schlussendlich nach Falkensee führte, ist ein sehr interessanter.

Ursprünglich kommt der Chef der Volkshochschule aus dem hohen Norden – aus Bad Oldesloe in Holstein, das liegt zwischen Hamburg und Lübeck. Nach dem Abitur und dem Militär lockt das Theater. Doch hier konnte er sich gegen 800 Bewerber an der Schauspielschule nicht durchsetzen – und studierte stattdessen in Berlin an der Freien Universität Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik. Als Studiumsabschluss winkt die Promotion, der Doktortitel kommt zum Namen fest dazu.

Während des Studiums taucht Frank Dittmer tief in die Berliner Theaterszene ein. So arbeitet er als Dramaturg für das Spandauer Altstadt-Theater und für andere Bühnen. Dittmer steht auch selbst im Rampenlicht: „Als die Mauer fiel, sangen wir Honecker im Musikkabarett ein ironisches ‚Tschüssie‘ hinterher.“

In Berlin lernt der Nordmann die Vikarin Gisela Jaszka kennen. 1990 wird geheiratet. In dieser Zeit arbeitet er bereits als Kulturkoordinator im Bezirksamt Schöneberg. In diesem Berufszweig organisiert er Veranstaltungen, gibt eine Kulturzeitung heraus und sorgt dafür, dass im Rathaus große Säle als Proberäume für das Theater und für Orchester genutzt werden durften – und das ist auch heute noch so.

1993 ist Frank Dittmer Pressereferent beim Bezirksbürgermeister, als sein Sohn auf die Welt kommt – er nimmt ganz modern Erziehungsurlaub. Als „Pfarrfrau“ gilt die Residenzpflicht – die ganze Familie muss gemeinsam an die kirchliche Wirkungsstätte ziehen. Als es Gisela Dittmer als Pfarrerin nach Oranienbaum in Sachsen-Anhalt verschlägt, zieht natürlich auch der Mann mit. Dittmer: „Als männliche Pfarrfrau und Kindeserzieher kümmerte ich mich – im eigenen Job in Berlin freigestellt – in Oranienbaum um die Kirchenzeitung, um viele Treffen und Veranstaltungen mit und für die Menschen, die so viel Aktivitäten in der Kirche gar nicht gewöhnt waren. Nebenbei schrieb ich Feuilleton-Texte für die Welt und für andere Zeitungen. Eigentlich wollte ich einen historischen Roman verfassen. Stattdessen wurde ich Experte für die lokale Historie, weil sich sonst niemand darum kümmerte, und gründete ein Museum über die Tabakproduktion vor Ort. Dort bin ich auch auf die Drehorgel gekommen und war als Moritätensänger unterwegs, um den Menschen die Geschichte der Stadt zu erzählen.“

dittmer

2002 kam die gemeinsame Tochter zur Zeit des Elbe-Hochwassers auf die Welt – und die Familie zog kurz darauf zurück nach Berlin. Der alte Arbeitgeber sträubte sich, den seit vielen Jahren beurlaubten Ex-Kollegen adäquat zu beschäftigen – und so landete Dr. Frank Dittmer bei der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg. Das war ein riesiges Unternehmen mit 30.000 Kursteilnehmern im Jahr.

Dittmer: „In der Zeit suchte meine Frau nach einer neuen Gemeinde, in die sie sich einbringen könnte. Das war damals alles andere als leicht. Die einzige Chance auf Erfolg war es, sich auf Stellen zu bewerben, die niemand sonst haben wollte. Falkensee-Seegefeld war merkwürdigerweise so eine Stelle. Es gab zwei Gegenbewerber, aber meine Frau setzte sich durch. Das war für uns ein Glück, denn Seegefeld liegt im Speckgürtel von Berlin und ist gekennzeichnet von einem starken Zuzug vor allem junger Familien. In Falkensee haben die Menschen noch Spaß daran, sich in der Kirche zu engagieren und mit den Kindern etwas auf die Beine zu stellen. Seit 2005 sind wir vor Ort – und haben vor, dauerhaft zu bleiben. Aus dem Pfarrhaus sind wir gerade erst ausgezogen in ein erstes, eigenes Haus. Jetzt sind wir echte Falkenseer.“

Und Dr. Frank Dittmer hat seit Mai 2011 als Leiter der lokalen Volkshochschule seine Berufung gefunden.
(Foto/Text: CS)

Info: VHS Havelland, Poststraße 15, 14612 Falkensee, Tel.: (03321) 403 – 6712, www.vhs-havelland.de

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