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09.11.2016

Kino-Filmkritik: Arrival

Die Aliens landen völlig überraschend auf der Erde. Ihre Raumschiffe sehen aus wie gewaltige schwarze Reiskörner, die stumm und regungslos in der Luft schweben. Im klassischen Science-Fiction-Film wäre dies der Auftakt für eine Testosteron-schwangere Keilerei mit viel Kawumm zwischen den Menschen und den Außerirdischen.

Regisseur Denis Villeneuve („Sicario“, „Prisoners“) geht einen völlig anderen Weg, der die Zuschauer im Kinosaal knapp zwei Stunden lang überrascht und mit großen Augen auf die Leinwand starren lässt.

Denn bei „Arrival“ unternehmen die Aliens – gar nichts. Das Militär kommt mit seiner Aufklärungsmission nicht wirklich weiter. Die Aliens zeigen sich zwar, aber die Kommunikation findet keinen gemeinsamen Nenner. So holen die Amerikaner um Colonel Weber (Forest Whitaker) die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und den Physiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) mit ins Team. Sie sollen neue Wege einschlagen und für einen Fortschritt sorgen. Und das möglichst schnell, bevor die Russen und Chinesen durchdrehen und eine Militärlösung in Betracht ziehen.

„Arrival“, das auf der Kurzgeschichte „Story Of Your Life“ von Autor Ted Chiang basiert, ist sehr spirituell, sehr ruhig und sehr visionär. Fast hat es den Anschein, als hätte ein Pazifist den kriegslüsternen Kerlen einmal die Waffen weggenommen, um zu zeigen, dass man viel weiter kommt, wenn man nur miteinander redet. Und genau das passiert im Film: Über weite Strecken geht es nur darum, eine gemeinsame Sprache zu finden. So verwandelt sich „Arrival“ in einen linguistischen Entdeckungsfilm, der ganz darauf abzielt, ein Verständnis für die Aliens zu finden. Denn das wird erst sehr spät klar: Was wollen die Besucher eigentlich von den Menschen?

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Kongenial arbeitet „Arrival“ mit einem großen Zeit-Loop. Was am Ende zwischen den Menschen und den Aliens passiert, das beeinflusst auch den Anfang der Begegnung. Dieser Kniff ist außergewöhnlich und jagt dem Zuschauer am Ende einen Schauer über den Rücken, wenn er schlußendlich begreift, um was es in „Arrival“ eigentlich geht.

Trotz der Genialität, die in dem Film steckt, die für Topbewertungen in den Online-Filmdatenbanken sorgt und die aus dem Streifen sicherlich einen zeitlosen (haha, Insider!) Klassiker machen wird: „Arrival“ ist kein mitreißender Actionstreifen. Es fehlt ihm die Aufregung und das Kribbeln in der Bauchgegend, die nötig sind, um den Zuschauer fast zwei Stunden lang richtig zu fesseln. Sonst hätte es glatte fünf Sterne gegeben. (CS / Bilder: © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH)

In Deutschland startet der Film am 24. November 2016.

Tipp: 4 von 5 Sterne
FSK: ab 12 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=iMTe7YfVW-w
Homepage: http://www.arrival-film.de

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