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22.12.2016

Der Götterbaum in Falkensee

Neozoen sind invasive Tierarten, die z.B. aufgrund des Klimawechsels nach Deutschland einwandern. Dazu gehört etwa der Ammendornenfinger. Die große Giftspinne stammt aus Südeuropa und hat Falkensees Hochstaudenwiesen bereits in großer Stückzahl bevölkert.

Was für Tiere gilt, gelingt auch den Pflanzen. Hier spricht man bei eingewanderten Arten von Neophyten. Ein Beispiel dafür ist der Götterbaum, der ursprünglich aus China und Vietnam stammt, wo er vor allem für die Holzgewinnung und für die Fütterung von Seidenraupen eingesetzt wurde. Er braucht ein warmes Mittelmeerklima und breitet sich als invasive Art massiv auf der ganzen Welt aus – auch in Deutschland. Der Baum wird bis zu 30 Meter hoch. Aufgrund eines sehr schnellen Wachstums können Keimlinge bereits im ersten Jahr bis zu zwei Meter groß werden. Der Götterbaum vermehrt sich durch geflügelte Samen, die in Bündeln von den gefiederten Blättern hängen, und wie Ahornsamen zu Boden segeln. Wie der Essigbaum, der eine fast identische Blattstruktur hat und ebenfalls ein Neophyt ist, bildet der Götterbaum auch zahlreiche Sprößlinge direkt aus der Wurzel aus, sodass neue Bäume im weiten Umkreis von einem bereits vorhandenen Götterbaum wie von Geisterhand entstehen.

Der Götterbaum als Neophyt gilt als eine der hundert problematischten invasiven Arten in Europa. In Österreich und in der Schweiz wird der Götterbaum aktiv bekämpft. In anderen Ländern gilt der Konsens, dass der Baum wenigstens an der weiteren Ausbreitung gehindert werden soll, da er aufgrund seines schnellen Wachstums heimische Arten verdrängt. In Deutschland ist er vor allem im städtischen Raum anzutreffen, da er Wärme braucht und frostige Winter nur schlecht übersteht.

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Katalin Janns (55) aus der Rathenau-straße in Falkensee weist auf ein großes Vorkommen des Götterbaums in ihrer Straße hin: „Direkt neben meinem Grundstück auf dem Gelände des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums stehen mehrere hohe Götterbäume, die bereits mein Hausdach überragen und die ständig neue Wurzelaustriebe erzeugen, die bis in meinen Garten wachsen. Auf der anderen Straßenseite und auch in weiteren Gärten in der Umgebung sind die Götterbäume überall zu sehen. Ich habe bereits in Bonn und in Potsdam angerufen und mit der Unteren Naturschutzbehörde gesprochen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Bäume und die Schößlinge aktiv bekämpft werden. Der Götterbaum hat als invasive Art in unserem Stadtbild nichts zu suchen.“

Eine Bekämpfung des Götterbaums ist laut der Erfahrung derjenigen, die es bereits versucht haben, sehr schwierig, da der Baum relativ resistent gegen Herbizide ist. Wird der Baum gefällt, kommt es sofort zu einem massiven Austreiben von Wurzelausläufern, sodass ohne eine ständige Nachkontrolle das Fällen sogar kontraproduktiv ist und in einem ganzen Wald neuer Bäume mündet.

Angesprochen auf die Götterbäume auf dem Schulgelände, antwortet Baudezernent Thomas Zylla: „Die Stadt Falkensee beauftragt auf dem Schulgelände des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums jährlich den Rückschnitt des Götterbaumes bis zur Grundstücksgrenze. Dieser erfolgt wie jedes Jahr unter Beachtung der Zulässigkeit im Rahmen der jeweiligen Vegetationsperiode und wird seitens der Stadt weiter beobachtet.“
Was unserer Interpretation nach bedeutet: Der Götterbaum wird wie jeder andere Baum so beschnitten, dass er nicht auf klassischem Weg über den Zaun zum Nachbarn hinüberragt. Eine vollständige Beseitigung des Götterbaums steht aber zurzeit eher nicht auf dem Plan. (Fotos / Text: CS)

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