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22.12.2016

Falkensee: Buchautor Robert Niemann – Niemannsland

Der Eulenspiegel-Autor Robert Niemann lebt seit vielen Jahren in Falkensee und beobachtet seine Umgebung ganz genau. Und nicht nur das – auch das eigene Alter wird unter die Lupe genommen. Am 12. September erschien sein neues Buch „Niemannland – Willkommen in der 30er Zone“ (Eulenspiegel Verlag, 160 Seiten, 9,99 Euro) – am 23. September stellte der Autor sein Werk in der Falkenseer Stadtbibliothek vor.

Es sammelt eine ganze Reihe amüsanter Kurzbeiträge, die sich alle der 30er Zone widmen: „Das altersmäßige Niemandsland zwischen Anfang dreißig und Ende vierzig ist die Lebensphase, in der uns spätestens klar wird, dass das Gerede über das Erwachsensein ernst ist. Dreadlocks und Matte werden vom Fassonschnitt abgelöst, das Mountainbike vom Familien-Van, der Zelturlaub vom All-Inclusive-Aufenthalt. Wo wir früher High-End-Sex hatten, gibt es jetzt eheliche Grundversorgung. Doch welche Regeln gelten, wenn die Zeit vorbei ist, in der wir uns keine Sorgen und schon gar keine Gedanken machen zu müssen glaubten? Hin und her gerissen zwischen wildem Ehrgeiz und Verweigerung, zwischen Perfektionismus und Lässigkeit sind wir auf der Suche. Nicht, dass wir Identität und Glück, Erfolg und Stil unbedingt bräuchten – aber ein wenig hätten wir schon gern davon.“

Wir fragen nach: Ist das Leben jenseits der 30 wirklich so schlimm, dass man der jüngeren Generation jetzt schon Angst machen muss?

Robert Niemann: „Es wird nichts besser oder schlechter dadurch, dass man irgendwann 30 ist. Aber man tritt in eine Lebensphase ein, in der man merkt, dass das mit dem Erwachsensein ernst gemeint ist: Die Eltern finden, dass du dir langsam mal eine eigene Wohnung suchen könntest, die Freundin will, dass du sie endlich heiratest, auf Arbeit läuft der Welpenschutz aus. Davor muss natürlich niemand Angst haben. Es sei denn, man will nicht wahr haben, dass man irgendwann keine Studentenermäßigung mehr bekommt. Im Grunde sind die Jahre zwischen Anfang 30 und Ende 40 eine schöne Lebensphase, ich weiß das, ich habe sie gerade abgeschlossen. Darum heißt das Buch im Untertitel ja auch „Willkommen in der 30er Zone“ und nicht „Warnung vor der 30er Zone“!“

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Sie treten auf Lesungen direkt mit dem Publikum in Kontakt. Was ist Ihre Lieblingsglosse aus dem Buch, was lesen Sie am liebsten vor?

„Deppenkraxeln“ – ein Text über das Hobby vieler Deutscher, die unzureichend vorbereitet im Hochgebirge herumschlappen und damit in die Zeitung kommen, in die Rubrik „Bergrettung bricht Suche ab“, könnte mein Lieblingstext werden.

Was kann man eigentlich rein satirisch über Falkensee lästern?

Ich komme ja aus Berlin. Als ich vor 17 Jahren nach Falkensee gezogen bin, musste ich noch in die Müllerstraße fahren oder zum Alexanderplatz, wenn ich mal wieder den Geruch von Autoabgasen und niemals abebbenden Straßenlärm brauchte. Jetzt, 17 Jahre später, habe ich das alles direkt vor der Haustür; ich muss mich nur für fünf Minuten an die Spandauer Straße stellen. (Foto:privat/Text: CS)

Mehr Infos: (www.robertniemann.wordpress.com)

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