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31.12.2016

Falkensee: Grippeschutzimpfung

Viren und Bakterien, das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Bakterien sind lebende Wesen mit einem eigenen Stoffwechsel. Dieser Stoffwechsel lässt sich etwa durch die Gabe von Antibiotika blockieren. So haben wir eine scharfe Waffe gegen die Bakterien zur Hand. Das war früher nicht der Fall. So konnte das Pest-Bakterium halb Europa entvölkern.

Viren kann man nicht so leicht bekämpfen. Viren leben nicht. Viren sind im Grunde genommen nichts anderes als DNA mit einer schützenden Proteinhülle drumherum – und einer winzigen Injektionsnadel. Diese spritzt die Viren-DNA in unsere Zellen hinein. Hier nutzt das Virus unsere eigenen Zellkomponenten, um sich millionenfach zu vermehren. Am Ende dieser Gewaltproduktion steht der Tod der infizierten Zelle.

Der beste Schutz gegen ein Virus ist das menschliche Immunsystem. Es bildet während einer Infektion Antikörper aus, die im Blut verbleiben, ein Virus bei einer erneuten Infektion sofort erkennen und es markieren, sodass es vernichtet werden kann.

Das Impfen ist eine der genialsten Errungenschaften der modernen Medizin. Der Impfstoff konfrontiert den Körper bereits vor der ersten Infektion mit harmlosen Virenbestandteilen – und eicht so das Immunsystem im Vorfeld auf das, was da einmal kommen könnte. Auf diese Weise baut die Menschheit einen wirksamen Schutz gegen Pocken, Masern, Polio (Kinderlähmung), Mumps, Röteln oder Windpocken auf. Das sind Krankheiten, die mitunter tödlich verlaufen können. In jüngster Zeit werden junge Mädchen auch vorbeugend gegen die humanen Papillomaviren (HPV) geimpft, die im Verdacht stehen, Gebärmutterhalskrebs zu verursachen.

Eine Virenart, die noch nicht so richtig ins Bewusstsein der Menschen gerückt ist, ist das Influenza-Virus, von dem viele Stämme und Variationen existieren. Dieses Virus verursacht die „echte“ Grippe. Dabei handelt es sich um ein sehr schweres Krankheitsbild, das mit hohem Fieber, Gliederschmerzen und Husten einhergeht. Grippekranke sind hoch ansteckend und liegen oft für ein bis zwei Wochen völlig flach. Immunschwache oder ältere Menschen können an der Grippe sogar sterben. Gerade für sie empfiehlt sich die jährliche Grippeschutzimpfung, deren Bestandteile in jedem Herbst aufs Neue festgelegt werden – je nachdem, welche Grippe-Stämme gerade „unterwegs“ sind.

Von der Grippe unterscheiden sich sehr deutlich die „grippalen Infekte“. Das ist der klassische Winterschnupfen mit laufender Nase, einem dicken Hals und dem Gefühl, der ganze Kopf würde in Watte stecken. Gegen diese harmlosen Infekte wirkt die Grippe-Impfung nicht – sie kann sie auch nicht hervorrufen, wie immer wieder gern behauptet wird.

Eine Grippeschutzimpfung sollte im Oktober oder November erfolgen, damit der Schutz voll ausgebildet ist, wenn die Fälle der echten Influenza (die über einen Bluttest nachgewiesen wird) im Januar zahlenmäßig wieder zunehmen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippe-Impfung für alle über 60-Jährigen, für Menschen mit chronischen Krankheiten oder mit schwachem Immunsystem sowie für Säuglinge und Kleinkinder. Auch für Schwangere ab dem dritten Monat empfiehlt die Stiko die Grippeschutzimpfung. Die Impfung wird auch empfohlen für alle Menschen, die in ihrer täglichen Arbeit sehr viel Kontakt mit anderen Menschen haben. Das betrifft z.B. Lehrer, Erzieher oder Mitarbeiter im Krankenhaus oder in Pflegestationen.

Wer sich bei seinem Hausarzt eine Grippeschutzimpfung abholt, kann ja auch gleich einmal sein Impfbuch mitnehmen und den aktuellen Impfstatus überprüfen lassen. Denn manche Impfungen wie die gegen Tetanus müssen regelmäßig alle paar Jahre wiederholt werden, um ihre Wirksamkeit nicht zu verlieren. (Foto / Text: CS)

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