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31.12.2016

Falkensee: Spurensuche: Mauer

Der Mauerweg führt einmal um das ehemalige West-Berlin herum. Viele Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer und sogar die jährlichen Extremläufer des 100-Meilen-Mauerweglaufs nutzen den Asphalt, um Berlin einmal von einem anderen Blickwinkel aus kennenzulernen.

Viele vergessen dabei, dass der heute so idyllische Weg im Grünen den früheren Verlauf der innerdeutschen Mauer kennzeichnete, der den Osten vom Westen trennte. Um aber genau an diese Schreckensmauer zu erinnern, gibt es seit 2011 anläßlich von damals „50 Jahre Mauerbau“ die Ausstellung „Spurensuche: Mauer“. Diese Ausstellung, die aus 13 Stelen besteht, auf denen die Geschichte der Mauer nacherzählt und mit zahlreichen Zeitzeugenaussagen untermauert wird, wurde nun überarbeitet. Stefanie Wahl vom verantwortlichen erinnerungslabor: „Immer mehr Touristen nutzen den Mauerweg und kommen an den Stelen vorbei. Damit auch sie diese Informationstafeln nutzen können, haben wir sie nun mehrsprachig gestaltet.“

Heiko Müller als Bürgermeister von Falkensee, Helmut Kleebank als Bürgermeister von Spandau, Landrat Roger Lewandowski sowie viele weitere bekannte Persönlichkeiten aus der lokalen Politik waren am 13. November vor Ort, um die Wiedereröffnung der ehemals temporären Ausstellung zu begleiten, die nun dauerhaft bleiben soll. Das Datum wurde mit Bedacht gewählt, wie Heiko Müller erklärt: „Die Grenze zwischen Falkensee und Spandau wurde erst am 13. November 89 geöffnet – vier Tage nach dem Mauerfall in Berlin. Ich war dabei, mit zwei kleinen Kindern an der Hand. Und ich hatte große Angst, sie im Trubel zu verlieren, denn es war richtig viel los. Es war einer der glücklichsten Tage für Falkensee und Spandau.“

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An die Mauer kann sich Heiko Müller noch gut erinnern: „Meine Oma wohnte in Spandau – auf der anderen Seite der Mauer. Hätte ich versucht, zu ihr zu gelangen, wäre ich verhaftet oder gar erschossen worden. Ich hatte als Kind viele Alpträume deswegen – und bin oft nachts schweißgebadet aufgewacht. Wie man aber an den Plänen der USA sieht, sind Mauern leider kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Wir müssen die Erinnerung wahren, denn nur mit der Erinnerung an die Vergangenheit kann man die Zukunft planen.“

Falkensees Chronistin Heide Gauert, Bäckermeister Wolfgang Ziehm und Michael Richter-Kempin vom Bündnis gegen Rechts gehörten zu den Zuhörern. (Text/Fotos: CS)

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