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01.01.2017

Falkensee: Dorothea Flechsig schreibt über Ritter Kahlbutz

Der Ritter Kahlbutz hat als Ritter Christian Friedrich von Kalebuz vom 6. März 1651 bis zum 3. November 1702 gelebt. Im Havelland kennt jeder seine Geschichte, denn der Ritter ist in der Dorfkirche von Kampehl noch immer zu sehen. Als Mumie liegt er in einem verglasten Sarg, sodass jeder Besucher ihn ganz genau in Augenschein nehmen kann.

Die Geschichte, die zum Ritter Kahlbutz gehört, geht so: Im Jahr 1690 verweigert sich die Magd Maria Leppin ihrem Gutsherren – und klagt den Ritter später an, aus Rache ihren Verlobten getötet zu haben, einen Schäfer aus Bückwitz. Vor Gericht schwört der Ritter den Reinigungs-Eid und sagt: „Wenn ich doch der Mörder bin gewesen, dann wolle Gott, soll mein Leichnam nicht verwesen“ (siehe www.kalebuz.de). Nun – über 300 Jahre später ist der Leichnam noch immer nicht vergangen.

Dorothea Flechsig (48) ist kurz nach der Wende aus Freiburg über Berlin nach Falkensee gekommen und lebt nun hier im Havelland. Als freie Mitarbeiterin für die Zeitung hatte sie das erste Mal mit dem Ritter Kahlbutz Kontakt, als sie einen Artikel über Mumien in Brandenburg schrieb: „Da gibt es nämlich mehrere. Aber der Ritter Kahlbutz wird am besten vermarktet, da im Ort leben ja inzwischen viele Menschen vom Tourismus. Ich war dann noch ein zweites Mal da, um für meinen Kinder-Reiseführer zu recherchieren. Da kam mir die Idee: Was wäre denn, wenn der Ritter Kahlbutz plötzlich wieder lebendig werden würde?“

2011 hat Dorothea Flechsig den Falkenseer Glückschuh Verlag (www.glueckschuh-verlag.de) gegründet, in dem Kinderbücher in der Eigenvermarktung entstehen, so etwa die Geschichten um die Fledermaus Sandor oder die über Petronella Glückschuh.
Im letzten November ist in diesem Verlag – passend zum Todestag des Ritters – das wunderschön gestaltete Hardcover-Buch „Ritter Karlbutz – Besuch aus der Vergangenheit“ erschienen (3000 Auflage, 176 Seiten, 12,95 Euro).

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Dorothea Flechsig erzählt darin, wie zwei Schüler die Mumie des Kahlbutz aus der Gruft stehlen, um mit ihr den dicken Nils zu ärgern, den sie schon die ganze Zeit über in der Schule schikanieren. Doch ein Blitz vertreibt die bösen Buben und macht die Mumie lebendig. Ritter Kahlbutz, der keine Autos, keine Handys und keine Computer kennt, und Nils schließen sich zusammen. Denn der Ritter will Nils lehren, wie man des „Stolzes Krone auf dem Haupte trägt.“

Flechsig: „In dem Buch geht es um Vergebung. Der Ritter muss seine Sünden bereuen und auch dem Mädchen Marie gegenübertreten, die eine Nachfahrin der Magd Maria ist. Schuld kann nie ungeschehen gemacht werden, aber Menschen können sich ändern, wenn sie ehrliche Reue zeigen und ihre Taten nicht verleugnen. In der Geschichte können die Kinder in unserer heutigen Zeit dem Ritter Kahlbutz verzeihen – und er wird nach 313 Jahren erlöst. Es geht aber im Buch auch um Mobbing, dass Gewalt keine Lösung ist, und um die Kunst, sich selbst zu lieben.“

Der „Ritter Kahlbutz“ ist natürlich zur Weihnachtszeit ein passendes Präsent für die Region: Wo bekommen die Kinder sonst einen spannenden Roman um eine Mumie als Hauptdarsteller in die Hand gedrückt, die sie nach dem Lesen auch tatsächlich leibhaftig besuchen fahren können?

In diesem November ist denn auch – genau ein Jahr nach dem Buch – das Hörbuch zum Roman erschienen (3 CDs, 210 Minuten, 13,95 Euro). Jaron Löwenberg, die deutsche Stimme u.a. von Adrien Brody und Jared Leto, spricht das Buch ein und gibt jedem Charakter aus dem Roman eine ganz eigene Klangfarbe. Buch und CD lassen sich auf der Homepage bestellen, aber auch in jedem Buchladen. (Text/Foto: CS)

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