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20.04.2017

Stadtkümmerei in Nauen: Wenn der Kuckuck klopft

„Die ersten Samen sind schon angezogen“, verkündete Erzieherin Petra Schiller aus der Kita Kinderland nicht ohne Stolz am Rande des 2. Gärtnertreffens in der Feldstraße. Dort traf sie sich zusammen mit den übrigen Akteuren und Organisatoren im Quartiersbüro der „Stadtkümmerei“. Denn es gibt noch vieles zu tun, bis die ersten sichtbaren Ergebnisse ihres Engagements bestaunt werden können.

Im Nauener Wohngebiet Innenstadt-Ost soll nämlich ein Gemeinschaftsgarten entstehen, der Kinder und Senioren, alteingesessene und neue Nauener vereint. In den Großstädten zählen die Minigärten bereits seit vielen Jahren zu den Rennern bei den Bewohnern.

Ralf Fischer und Lore Hauck von der Stadtkümmerei beleuchteten zu Beginn des Treffens den Status Quo des Vorhabens. „Wir können mit rund einhundert Beeten rechnen, die wir im Mai bepflanzen können. Einige Kästen werden dabei auch als Sitzgelegenheiten dienen“, so Fischer. Auch das Thema Wasser spielte beim 2. Gärtnertreffen eine wichtige Rolle. Während hier die Absprachen zwischen Quartiersbüro und Stadtvewaltung laufen, äußerte sich Frank Störmer zu den Möglichkeiten der Wasserversorgung. „Einen Brunnen zu bohren käme mit 100 Euro pro gebohrten Meter viel zu teuer und ist auch problematisch, falls auf dem Areal doch irgendwann einmal gebaut werden sollte. In den sommerlichen Trockenperioden kämen da schon einige Kubikmeter Wasser zusammen, um das Überleben der Pflänzchen sicherzustellen“, so der Gartenprofi.

Petra Schiller ist eine der Interessenten, die den Kindern ihrer Kita-Gruppe das Projekt schmackhaft machen konnte. „Mit den Eltern müssen noch einige Sachen abgestimmt werden, denn sie werden ja auch mit eingebunden. Alle Beteiligten sind sich aber auch über die Risiken bewusst, die eine Mini-Gartenanlage so anfallen. Was, wenn die Kinder Obst und Gemüse züchten, die andere dann ungefragt wegschnabbulieren? Was, wenn zu früh gepflanzt wird und der Frost zurückkehrt? „Wenn der Kuckuck klopf, gibt’s keinen Frost mehr“, springt Helga Gültzow Ratschlag gebend in die Diskussion ein. Alle einigen sich darauf, dass es schnellstmöglich ein Regelwerk für den Gemeinschaftsgarten geben sollte.

„Ich finde es schade, dass viele Anwohner dieses Projekt kleinreden, noch bevor es richtig losgeht“, bedauert Störmer. Aus Erfahrung wisse er, wie wertvoll und lehrreich – gerade für Kinder – solche Experimentiergärten sind. „Mich erinnert der Gemeinschaftsgarten sehr an die frühere ZDF-Kinderserie “Löwenzahn“ von und mit Peter Lustig – da bekamen die Kinder viel Wissen unterhaltsam vermittelt. Dann kommen die Kinder endlich mal weg von Playstation, Handy & Co.“, rüffelt Störmer. Erste Anstöße wurden derweil für einen geselligen Grillabend im Sommer ebenso gegeben wie für die restlichen Flächen auf dem Eck-Grundstückchen in der Feldstraße. So könnten Zwergapfelbäume gesetzt werden: Sie sind recht anspruchslos, sehen im Frühjahr hübsch aus, werfen im Herbst reichlich Obst und könnten bei Bedarf rasch umgepflanzt werden.

Übrigens: Vor dem Quartiersbüro in der Feldstraße können Interessierte jederzeit die „Flüstertüte“ besichtigen. Diese Info-Stele dient zur Veranschaulichung des Projekts und lädt zum Probesitzen auf einer Musterbank ein, die es dann im Gemeinschaftsgarten geben soll. Ein Beispiel-Beet finden Neugierige ebendort. Außerdem sind Lore Hauck und Ralf Fischer beim Toleranzfest am 20. April dabei. In der Altstadt werden sie die ersten Samen samt Anzuchterde in kleinen Töpfchen an die Nauener vergeben. Das 3. Gärtnertreffen ist für Freitag, den 12. Mai um 16 Uhr geplant. An diesem Tag soll es an der grünen Ecke Bredower Weg, Feldstraße langsam aber sicher losgehen. Gemeinsam wird das Quartiersbüro mit den Nachbarn auf der grünen Ecke aktiv. An mehreren Stationen werden sich Nachbarn über den Gemeinschaftsgarten informieren können, zum Beispiel über die Platzierung der Hochbeete und andere organisatorischen Angelegenheiten. Sollte es an diesem Tag regnen, findet ein Ersatztermin am 19. Mai um 16 Uhr statt. Infos: www.qm-nauen.de. (Text/Fotos: Stadtverwaltung Nauen – Norbert Faltin)

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