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25.04.2017

Nauen: Gelbe Säcke und das Sturmtief

Nach einem Sturmtief kennt jeder Nauener dieses Bild: Überall herumfliegende Gelbe Säcke, die zum Teil kaputt gegangen sind, und der Müll verteilt sich in der halben Stadt. Der Kreisverkehr am Rathaus ist kaum zu befahren, weil die Säcke und der Müll dort ebenfalls herumfliegen. In den Nebenstraßen sieht es dann nicht anders aus. Viele Nauener fragen sich: Wer macht das sauber?

„Das Problem ist uns bekannt“, sagt die Fachbereichsleiterin Ordnung und Sicherheit, Ilona Pagel. „Die Mitarbeiter der DLG haben selbstverständlich dafür gesorgt, dass die Straße wieder sauber ist. Es kommt aber nicht selten vor – und dies vor allem bei nächtlichen Stürmen – dass die örtliche Polizei so manchen Gelben Sack wieder einfangen musste“, erzählt sie. Eine maßgebliche Ursache für das Durcheinander sei, dass gerade Bewohner im Kernstadtbereich oft die Säcke nach eigenem zeitlichen Bedarf und unabhängig vom Abfuhrrhythmus herausstellen, obwohl die Abfallsatzung des Landkreises in § 21 Abs. 3 vorschreibe, dass frühestens am Vorabend Abfallbehältnisse auf die Straße gestellt werden dürfen, so Ilona Pagel.

Die Abfallentsorgung wird in Nauen nach der Satzung über die Abfallentsorgung des Landkreises Havelland geregelt. Die NauOBV, also die Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung in der Stadt Nauen vom 27.09.2010, stellt ein ganzes Regelwerk zusammen, wie die Sache mit dem Abfall im Einzelnen gehandhabt wird. Dieses Regelwerk muss man als Bürger nicht auswendig beherrschen – oft reicht es, beim Herausstellen der Säcke ein wenig die Witterungsverhältnisse im Auge zu behalten. Wie sich mit einfachsten Mitteln ein Müll-Chaos vermeiden lässt, erklärt Frau Pagel: „Bei Unwetterwarnung und Sturm sollten die Gelben Säcke so gesichert werden, dass sie vom Wind nicht davongetragen werden bzw. sich der Inhalt nicht auf Gehsteig und Straße ausbreitet und dann verweht wird. Hierzu empfiehlt es sich, die Säcke z.B. mit dem Zugband am Zaun hinzuhängen“, sagt sie.

Ein weiteres Problem ist, dass die Säcke nicht vor dem eigenen Wohngrundstück abgestellt werden, um nicht selbst belästigt zu werden. Das führt aber auch dazu, dass bei Verwehungen oder – sofern Säcke zerreißen – sich niemand für die Beseitigung verantwortlich fühlt. „Letzte Woche hat z.B. ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes eine Berlinerin auf frischer Tat ertappt, die einen Gelben Sack, obwohl sie hier im Landkreis keine Abfallgebühren zahlt, auf dem Rathausplatz entsorgt hat. Diese musste ihren Sack wieder mitnehmen. Eine Gelbe Tonne würde dieses Problem nicht nach sich ziehen“, so Frau Pagel und sie betont, dass es bisher sehr wenig Beschwerden wegen der Gelben Säcke gegeben habe. „Ich hatte sogar im Gegenteil den Eindruck, dass die Bürger mit dieser Lösung zufrieden sind, auch weil sie ungern noch eine vierte Mülltonne haben wollen.“ Eine Möglichkeit, sich freiwillig eine Gelbe Tonne anzuschaffen, bestehe in Nauen aber trotzdem, so die Fachbereichsleiterin. Infos unter: www.abfall-havelland.de. (Fotos/Text: Norbert Faltin, Stadtverwaltung Nauen)

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