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04.05.2017

Neue Knöllchen in Nauen – Ordnungsamt zieht erste Bilanz

In Nauen werden bei Verkehrsverstößen wie Falschparken seit Ende März sogenannte „Scheibenwischerverwarnungen“ verteilt. Dabei handelt es sich um Knöllchen, die den Autofahrer nicht nur auf die Art seines Vergehens hinweisen, sondern auch direkt auf die Höhe des Verwarngeldes. Nauens Fachbereich für Ordnung und Sicherheit konnte bereits eine kleine Bilanz ziehen.

Bisher war es so, dass Verkehrsteilnehmer mit einem Schreiben auf eine festgestellte Ordnungswidrigkeit hingewiesen wurden. Anschließend ging ein separates Schreiben mit Zahlungsaufforderung an den Fahrzeughalter heraus. Ilona Pagel von der Stadt Nauen erklärt, dass es früher oft umständlich gewesen sei, Fahrzeugführer und Halter zu identifizieren. Mit dem neuen System sei es nun für alle Beteiligten einfacher und der bürokratische Aufwand geringer.

Im Gegensatz zu den vorherigen „Knöllchen“ im Postkartenformat stehen nun Uhrzeit, Ort des Vergehens und neben der zu zahlenden Strafe auch das Zahlungsziel auf den „Scheibenwischerverwarnungen“, jene Zettelchen also, die einem Kassenbon aus dem Supermarkt sehr ähnlich sehen. Wer das Bußgeld innerhalb einer Woche zahlt, verhindert, dass weitere Kosten entstehen. Zeitaufwendige und umständliche Rückfragen sollen sich so verringern. Nur wenn der Fahrzeugführer den Betrag nicht fristgerecht innerhalb einer Woche überweist oder das Knöllchen verbummelt hat, erhält der Fahrzeughalter wie bisher eine Anhörung zum Verwarngeld.

Für die Einführung der neuen Bescheide wurden die Mitarbeiter des Außendienstes mit der nötigen Software „Mobile Smart“ nebst mobilem Drucker ausgerüstet. Auch defekte Straßenlaternen oder Schlaglöcher können damit an die DLG gemeldet werden. Aus Sicht von Fachbereichsleiterin Pagel gibt es gleich mehrere Vorteile. „Der Verkehrsteilnehmer wird an Ort und Stelle zum Sachverhalt informiert, muss nicht auf das Anhörungsschreiben warten und kann sofort handeln“, erläutert sie. Nachfragen würden sich deutlich reduzieren, auch die Beschwerden beim Ordnungsamt wegen nicht zugestellter Anhörungen würden nahezu gegenstandslos.

Damit ergebe sich auch für die Stadtverwaltung ein positiver Nebeneffekt, so Pagel. „Der Verwaltungsaufwand und die Sachkosten reduzieren sich. Das Porto entfällt, ebenso der Ausdruck der Anhörungsblätter oder Halterermittlungen.

„Noch sind nicht alle „Kinderkrankheiten“ mit der neuen Software ausgeräumt. Man kann aber erkennen, dass die Einzahlungen sehr zügig kommen. Zudem konnten polnische Halter oder Fahrer bislang vom Angebot des kostengünstigen Verwarngeldangebotes nicht profitieren.“ Mit der neuen Software werde dies aber künftig möglich sein, betont die Fachbereichsleiterin. Und: Seit der Einführung der neuen Knöllchen im ersten Quartal verzeichne man einen Anstieg der Verwarnungen um 46,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartalszeitraum, bilanziert Ilona Pagel. (Info/Foto: Norbert Faltin von der Stadtverwaltung Nauen)

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