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17.05.2017

Kino-Filmkritik: Sieben Minuten nach Mitternacht

Schon die Vorgeschichte zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ klingt tragisch. Die Autorin Siobhan Dowd hat das Buch begonnen, es aber wegen ihres eigenen Krebstodes nicht vollenden können. Das hat dann zum Glück der Journalist und Schriftsteller Patrick Ness gemacht, der damit einen preisgekrönten Bestseller gelandet hat.

Nun liegt die Verfilmung vor. Der spanische Regisseur J.A. Bayona („Das Waisenhaus“, „The Impossible“) hat das Buch ebenso visionär wie tief emotional berührend für die große Leinwand umgesetzt.

Es geht um den jungen Conor (Lewis MacDougall). Seine Mutter (Felicity Jones) liegt im Sterben, sein Vater hat auf der anderen Seite des Planeten eine neue Familie gefunden und die Großmutter (Sigourney Weaver) ist sehr unnahbar. Hinzu kommt, dass Conor in der Schule regelmäßig verprügelt wird.

Conor bekommt deswegen jede Nacht Alpträume. Als er um Punkt sieben Minuten nach Mitternacht aufwacht, verwandelt sich der gewaltige Baum auf dem Friedhof vor seinem Fenster in ein riesiges Monster. Das spricht zu ihm und sagt Conor, dass er nun in drei Nächten drei Geschichten zu hören bekommt, bevor er seine eigene erzählen muss.

Das Baummonster sieht auf der Leinwand gewaltig aus, seine Stimme (im Original die von Liam Neeson) lässt das Kino erzittern. Aber die Geschichten, die das Monster erzählt und die in atemberaubenden Trickfilmbildern visualisiert werden, haben es in sich. Sie verlaufen ungewöhnlich und regen junge wie alte Zuschauer sehr zum Nachdenken an. So gesehen fordert der Film den Zuschauer und präsentiert die Moral von der Geschichte nicht vorgekaut auf dem Tablett.

Conor (Lewis MacDougall) vor dem Monster ( gesprochen von Liam Neeson)

Conor (Lewis MacDougall)

Conor (Lewis MacDougall) vor dem mächtigen Baum im Garten seines Elternhauses

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist kein netter Film. Es ist kein Kinderfilm. Es ist kein Erwachsenenfilm. Es ist ein zutiefst philosophischer Film über das Loslassen, das Erwachsenwerden, über das wahre Leben und darüber, dass die Realität nicht immer ein Happyend bereithält. Oder nicht das, was man sich erträumt.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ berührt. rein optisch. Aber auch mit seiner Geschichte, die dem Zuschauer tief unter die Haut geht. Doch gerade dieser hohe Anspruch wird leider dafür sorgen, dass der Film an der Kinokasse ein Geheimtipp bleiben wird. Was schade ist. Wir brauchen solche Filme in unserer bunten, aber oberflächlichen Kinowelt mehr denn je. (CS / Bilder: Studiocanal)

Tipp: 5 von 5 Sterne
FSK: ab 12 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=83_EBQMV-qQ

Das Monster und Conor (Lewis MacDougall)

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