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30.07.2017

Kino-Filmkritik: Happy Burnout

Das ist doch mal eine nette Idee für eine deutsche Komödie. Der alte Punk Fussel (Wotan Wilke Möhring) mogelt sich seit seiner Schulzeit durchs Leben. Bislang hat er noch keine Stunde auf Lohnkarte gearbeitet – und bezieht Hartz-IV, seitdem es das Gratisgeld vom Staat überhaupt gibt. Zum Glück steht Frau Linde (Victoria Trauttmansdorff) vom Amt ihm bei.

Als Fussels Bezüge bei einer Revision auf dem Prüfstand stehen, diagnostiziert die Sozialarbeiterin einen Burn-Out und damit eine Arbeitsunfähigkeit. Der unangenehme Nebeneffekt: Sie lässt Fussel in eine Spezialklinik zur Behandlung des Burnouts einweisen. Hier trifft Fussel auf viele schräge Patienten, die er mit seiner einzigartigen Punk-Art schon bald aus dem Klinik-Trott reißt – und therapiert.

Das Drehbuch zu „Happy Burnout“ hat Gernot Gricksch geschrieben, Regie beim anderthalb Stunden langen Film führt André Erkau.

Keine Frage: Wotan Wilke Möhring spielt den Alt-Punk, als hätte er sich sein Leben lang in besetzten Häusern herumgetrieben und den Protest gegen das Establishment geprobt. Dieses Schauspiel ist sehr gut gelungen – und es macht Spaß, dabei zuzusehen. Auch die Story selbst hat Charme. Der Zuschauer ist sofort gepackt und möchte wissen, wie Fussel es wohl schafft, seine neuen Freunde aus dem Schlamassel zu holen und zugleich an seiner Aufgabe zu reifen, damit er seine von der Oma gehütete Tochter wiedersehen und vielleicht auch noch die Dame seines Herzens in die Arme nehmen kann – die Psychologin Alexandra (Anke Engelke). Die fragt ihn gleich zu Beginn des Films: „Und Fussel, was willst du machen, wenn du einmal erwachsen bist?“

Das Problem bei „Happy Burnout“: Die Kameraführung ist äußerst lahm, die Farben sind deprimierend matt. Fast hat man den Eindruck, als wäre der Film mit dem kleinsten Budget direkt fürs Fernsehen gemacht worden. Kino-Atmosphäre kommt da leider gar keine auf.
Ärgerlich ist auch, dass die Burn­out-Patienten in der Klinik komplett nach Klischee erfunden sind. Der überforderte Geschäftsmann ist da ebenso dabei wie die perfektionistische Übermutter.

Trotzdem schließt man die Figuren ins Herz. Und so haben sie es nicht verdient, dass der Film am Ende plötzlich aufs Gaspedal drückt, um nur ja alle Handlungsstränge abzuschließen, bevor die anderthalb Stunden um sind. So manche Figur verhält sich in den letzten zehn Minuten überaus merkwürdig: Da kratzt sich der Zuschauer verwundert am Kopf. Schade, dass es hier nicht mehr möglich ist, vor dem Kinostart noch einmal nachzubessern. (CS / Bild: Warner Bros. Pictures Germany)

Tipp: 3 von 5 Sternen
FSK: ab 6 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Z0UZN90os6o

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