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30.07.2017

Who is Who in der Region (27): Ingo Wellmann (Falkensee)

Wer ist eigentlich …? Unser „Who is Who“ möchte die besonderen Personen in unserer Stadt kurz vorstellen und sie so der Bevölkerung noch näher bringen. Ingo Wellmann (64) ist diplomierter Bildhauer und Leiter vom Creativen Zentrum Haus am Anger.

Ingo Wellmann wurde 1953 in Hennigsdorf geboren. Hier blieb er auch bis zum Abschluss des Abiturs. Anschließend verschlug es ihn nach Berlin. Hier hat er zunächst zwei Jahre lang Medizin studiert, bevor es ihn doch in eine eher künstlerische Richtung trieb. Fünf Jahre lang hat Ingo Wellmann Kunst in Weissensee studiert und das Studium als Diplom-Bildhauer abgeschlossen.

Ingo Wellmann: „1985 bin ich dann nach Falkensee umgezogen – zusammen mit meiner Frau Anne, die Chemikerin war. Falkensee, das war damals noch allertiefste DDR. Da wollte eigentlich niemand hin – aber ein Häuschen war für uns erschwinglich. Der wichtigste Satz damals war: ‚Haben Sie …?‘ Nach Spandau war es weiter als bis zum Mond und um nach Berlin zu fahren, war man immer 70 Kilometer lang unterwegs. Gut waren in der Zeit nur die Informationen des Westfernsehens, das sehr kritisch war.“

Ingo Wellmann arbeitete zunächst als freischaffender Bildhauer. 1990 hat er das Haus am Anger mit begründet: „Das war damals das Pionierhaus. Vor der Wende durfte nur der Staat Jugendarbeit machen. Nach der Wende wollte der Landkreis nicht mehr Träger sein und der Stadt Falkensee gehörte das Haus. Wir haben dann das Projekt ‚Künstler arbeiten mit Kindern‘ gestartet. In der Zeit war sehr viel möglich, das wiedervereinigte Deutschland hat viele Projekte gefördert. Wir haben ein Konzept vorgelegt, die Stadt Falkensee wollte das gern umsetzen und es funktionierte auch sehr gut.“

Inzwischen arbeiten vier Mitarbeiter von morgens bis abends im Haus am Anger. In den Räumen wirken eine darstellende Theatergruppe, es geht um die Bildende Kunst in all ihren Variationen, eine Umweltgruppe ist am Start und inzwischen gibt es sogar eine Nähgruppe.

Ingo Wellmann: „Ich als Bildhauer, meine Frau als Chemikerin – es ist erstaunlich, wie gut das zusammenpasst, etwa in der Umweltgruppe. Und welche Kinder man mit diesen Angeboten erreichen kann.“

Ingo Wellmann, der nach der Wende zwei Jahre lang auch das Museum und die Galerie Falkensee geleitet hat: „Wir sind der Stadt Falkensee zu Dank verpflichtet. Die Stadt leistet sich mit dem Haus am Anger, dem R. Becher Haus, dem Museum und der Bibliothek gleich mehrere Einrichtungen, die ‚nicht pflichtig‘ sind und die aus freien Stücken finanziert werden. Das ist nicht selbstversändlich, aber unheimlich wichtig.“

Das Haus am Anger gehört übrigens seit vier Jahren dem „Musik- und Kunstschulenverband“ an und ist damit eine ausgewiesene „Kunstschule im Land Brandenburg“. Im Verband wirkt Ingo Wellmann im Vorstand mit. Neben seiner Arbeit für das Haus am Anger ist Ingo Wellmann immer noch als Bildhauer aktiv. Seine Werke sind in der ganzen Stadt zu finden – neu ist das Gedenkmahnmal im Falkenseer Geschichtspark.

Als ob der Bildhauer noch nicht beschäftigt genug wäre: Als Abgeordneter der SPD arbeitet er im Landkreis. Hier ist er auch Vorsitzender des Sozial- und Bildungsausschusses und stellvertretender Vorsitzender im Jugendhilfsausschuss.

Ingo Wellmann: „Für Freizeit bleibt da wenig Zeit. Irgendwie gibt es für mich keine Betätigung ohne die Kunst im Gepäck. Und wenn einmal Zeit ist, dann habe ich noch drei Enkel, um die ich mich gern kümmere.“ (Foto/Text: CS)

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