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30.07.2017

Who is Who in der Region (28) – Michael Richter-Kempin (Falkensee)

Wer ist eigentlich …? Unser „Who is Who“ möchte die besonderen Personen in unserer Stadt kurz vorstellen und sie so der Bevölkerung noch näher bringen. Michael Richter-Kempin (68) ist Mitbegründer vom Falkenseer Bündnis gegen Rechts und Mitglied der Falkenseer SVV.

Michael Richter-Kempin wurde am 14. Februar 1949 in Berlin-Neukölln geboren. Er hat seine Ausbildung bei der Deutschen Rentenversicherung (BfA) absolviert und hier anschließend als Sozialversicherungsfachangestellter und Verwaltungsinspektor gearbeitet. Seit 1975 wirkt er als hauptamtliche Lehrkraft und Lehrbeauftragter an der FHS Bund – im Fachbereich Sozialversicherung. Hier kümmert er sich um die Auswahl, die Ausbildung und die abschließende Prüfung des Nachwuchses – bezogen auf alle Laufbahnen. Bei seinem Eintritt galt er übrigens als jüngste Lehrkraft in der BfA.

Neben seinem beruflichen Werdegang war der Neuköllner immer auch gesellschaftspolitisch aktiv – ohne allerdings einer Partei anzugehören. Nur als 19-jähriger landete er kurz bei der SPD, um nach einem Jahr wieder auszutreten, weil es bei der Parteiarbeit seiner Meinung nach eher um „Pöstchen“ denn um Inhalte ging.

Michael Richter-Kempin: „Politisch sehe ich mich als sozial (nicht sozialistisch), offen, gerecht (nicht rechthaberisch), zukunftsorientiert (Vergangenes nicht verdrängend), bürgernah (nicht hörig), optimistisch (aber realistisch) und als links (ohne Extreme).“

Im Jahr 2000 kaufte sich der Vater zweier Töchter in zweiter Ehe ein Haus in Falkensee. Der Umzug stand 2001 an. Auch in der Gartenstadt dauerte es nicht lang, bis sich Michael Richter-Kempin einmischte und engagierte: „Für die Wählergemeinschaft ABÜ wurde ich zwei Mal in die Falkenseer Stadtverordnetenversammlung gewählt. Hier wirke ich im Bau- und Werksausschuss mit. Unser wichtigstes Thema bleibt hier der Anliegerstraßenausbau.“

Michael Richter-Kempin ist sicherlich „das Gesicht“ vom Falkenseer Bündnis gegen Rechts, das sich ganz dem Motto „bunt statt braun“ verschrieben hat und das am 17. März 2005 in der „alten Baracke“ in der Slabystraße gegründet wurde.

„Gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus“ hieß der Wahlspruch damals – als Reaktion auf die Schändung des Falkenseer Geschichtsparks und als Antwort auf Anschläge der rechtsextremen Gruppierung „Freikorps“ im Osthavelland. Zu den Aktiven der 1. Stunde gehören übrigens auch Andreas Mallé und Norbert Kunz.

Michael Richter-Kempin: „Ich bin selbst als Jugendlicher mit ausgestrecktem rechten Arm durch Friedenau gelaufen – ohne zu verstehen, was ich da eigentlich tue. Niemand hat damals etwas gesagt, das 3. Reich kam ja auch in der Schule kaum im Unterricht vor. Erst im Erwachsenenalter ist mir so richtig aufgegangen, was da unter den Nazis passiert ist, auch weil ich bei der BfA Akten von Verfolgten auf den Tisch bekommen hatte. Schon in meinen frühen Zwanzigern war mir klar: So etwas darf nicht noch einmal passieren.“

In Falkensee gehe es in Sachen Rechts noch recht ruhig zu, berichtet Michael Richter-Kempin, was sicherlich auch am steten Zuzug liegt: „In elf Jahren Bündnis gegen Rechts hatte ich erst vier Wahlbriefe der NPD im Briefkasten. Auch lässt man mich als Gesicht vom Bündnis gegen Rechts ganz in Ruhe. Eher kommen Eltern zu mir, die einen Rat suchen, weil ihre Kinder plötzlich bei den Rechten mitmachen.“ Die Flüchtlingskrise haben dem rechten Gedankengut wieder einen Schub gegeben, sagt Michael Richter-Kempin: „Darauf reagieren wir mit Gegendemos, die wir organisieren – etwa zu den Auftritten der Pegida in Schönwalde.“

Einmal im Jahr macht das Bündnis gegen Rechts mit dem „Stadtevent“ auf sich aufmerksam. 2017 wird das „Falkenseer Stadtevent mit Musik für Toleranz, Demokratie und Völkerverständigung“ bereits zum 12. Mal stattfinden. Immer Mitte September treten in ganz Falkensee „bunte“ Bands auf, um ein musikalisches Zeichen für ein friedliches Miteinander zu setzen. (Foto/Text: CS)

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