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31.07.2017

10 Jahre BürgerBus in Brieselang

Die Anbindung von Brieselang an die benachbarte Hauptstadt funktioniert: Regelmäßig fahren die Züge und nehmen die Brandenburger mit in die City. Deutlich komplizierter ist es da schon, sich im Ort zu bewegen. Da Brieselang sehr weitläufig ist, braucht ein strammer Spaziergänger gut und gern 40 Minuten, um vom nördlichen Ende Brieselangs bis ins Zentrum zu gelangen.

Da dies vor allem den älteren Mitbürgern nicht zuzumuten ist, wurde vor zehn Jahren der Verein BürgerBus Brieselang e.V. (www.buergerbus-brieselang.de) gegründet.

Einer, der von Anfang an dabei ist, ist Heinz Hertzberg (74): „41 Brieselanger engagieren sich zurzeit in unserem Verein, viele aber nur passiv und nicht hinter dem Steuer. Rein ehrenamtlich tätige Fahrer haben wir 20, davon stehen uns 18 nur halbtags zur Verfügung. Um alle Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub zu kompensieren, bräuchten wir 28 bis 30 Fahrer.“

Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn wird nach seiner aktuellen Amtsphase in den Ruhestand gehen. Ob er dann wohl dem Bürgerbus als Fahrer zur Verfügung steht? Wir fragen nach. Garn: „Rentner haben ja bekanntlich keine Zeit, aber ich denke ernsthaft darüber nach.“

Der feuerrote Bürgerbus ist in Brieselang von Montag bis Freitag unterwegs, um die Bewohner vor allem aus dem Norden und aus dem Süden (Bredow und Zeestow) ins Zentrum zu befördern, wo vielleicht ein Einkauf oder ein Arztbesuch anstehen. Eine Frau nutzt die Möglichkeit, um schnell von A nach B zu gelangen, besonders gern, und das ist Katrin Bungies (Foto unten).

Sie bekam zur 10-Jahresfeier im sonnendurchfluteten Hof des Märkischen Künstlerhofs ein Präsent vom Vereinsvorstand Günter Lüder überreicht: Sie ist nämlich der 100.000ste Fahrgast im Bürgerbus. Sichtlich gerührt freute sich die Zeestowerin über die Auszeichnung: „Die Fahrer vom Bürgerbus sind immer so nett, das ist wie eine kleine Familie. Wenn man einmal krank war, wird sofort gefragt, was denn los war, da wird man vermisst.“

Landrat Roger Lewandowski, der die 10-Jahres-Feier gern besuchte, freut sich über das ehrenamtliche Engagement der Fahrer: „Es wäre schön, wenn wir im Havelland noch mehr Bürgerbusse bekommen würden, gerade in der Fläche.“

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung im Land Brandenburg: „Etwa 12.000 Einwohner gibt es in Brieselang – und die Mobilität im Ort ist schwierig. Ohne ehrenamtliches Engagement gibt es keine Verbesserung in der Mobilität. Insofern sind die Bürgerbusse eine Erfolgsgeschichte in Brandenburg.“

340 Bürgerbusse gibt es in ganz Deutschland, im Havelland sind es noch keine zehn. Immerhin: Im benachbarten Dallgow-Döberitz fährt ein Bürgerbus. Und die Kollegen aus Gransee und Lieberose sind sogar mit ihrem Bürgerbus angereist, um mit den Brieselanger Kollegen zu feiern. Am liebsten hätten die Brieselanger die blauen und weißen Busse der befreundeten Vereine gleich dabehalten: Bei einer Auslastung von 54 Prozent bei 40.000 gefahrenen Linienkilometern pro Jahr kommt man langsam an seine Grenzen. (Fotos/Text: CS)

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