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31.07.2017

Gespinstmotten an der B5 vor dem Havelpark

Da staunten die Autofahrer nicht schlecht. Auf dem Mittelstreifen der B5 konnte man, von Berlin aus kommend, kurz vor dem Havelpark gleich mehrere Büsche zwischen den Leitplanken sehen, die kein einziges grünes Blatt mehr an den Ästen trugen. Stattdessen waren sie komplett in ein silbriges Netz eingesponnen, das bereits von weitem auszumachen war.

Viele erschrockene Bürger wähnten hier den gefährlichen Eichenprozessionsspinner jenseits seines eigentlichen Wirtsbaumes bei der Arbeit. Oder verorteten sogar den giftigen Ammendornfinger in den Büschen, also eine Spinne.

Die Sorge war völlig unbegründet. Den optischen Flurschaden richtet zwar tatsächlich eine Raupe an, diese ist aber ganz harmlos. Es ist die Raupe der Gespinstmotte. Diese Raupen können gerade zum Anfang des Sommers in wahren Massen auftreten. Leicht „kümmern“ sich dann einige tausend Exemplare um einen einzelnen Busch und fressen ihn in kürzester Zeit komplett leer. Die Raupen selbst schützen sich, indem sie sich in einem zähen Gespinst aus selbst gesponnenen Fäden bewegen, das Fressfeinde auf Abstand hält. In diesen Gespinsten können leicht mehrere Dutzend Raupen ein hühnereigroßes Knäuel bilden.

Die Raupen der Gespinstmotte sind nicht nur aufgrund ihres Gespinstes leicht zu erkennen. Auch ihre optische Form ist typisch. Die Raupen sind leuchtend gelb gefärbt und weisen schwarze Punkte an den Seiten auf. Sie werden bis zu anderthalb Zentimeter lang. Je älter die Raupen werden, um so dunkler kann das Gelb werden. Die Raupen verpuppen sich in ihren Gespinsten, der Falter schlüpft nach zwei bis drei Wochen. Die Gespinstmotte ist klein und hat weiße Flügel mit schwarzen Punkten. Die Unterflügel erscheinen braun. Die Falter sitzen tagsüber auf der Blattunterseite und fliegen nur in der Dämmerung. Da sie aber kaum einen Zentimeter groß sind, fallen sie kaum auf.

Gespinstmotten sind sehr wirtsspezifisch. Als erstes ist die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte aktiv, gefolgt von der Traubenkirschen-Gespinstmotte. Sie waren auch für den Kahlfraß in den Büschen der B5 verantwortlich.

Zurzeit fressen die Raupen der Apfel-Gespinstmotte und die Pflaumen-Gespinstmotte die Obstbäume leer – und sind an dieser Stelle echte Schädlinge. Hier bilden sich oft lange Schnüre aus Raupen, die von den befallenen Ästen herunterhängen.

Wer Gespinstmotten im eigenen Garten hat, kann sie absammeln und entsorgen. Das ist recht einfach, da sie ja immer in großen Knäueln aufeinander sitzen.

Ansonsten lässt man die Raupen einfach gewähren. Der Spuk ist schnell vorbei und die Gespinste lösen sich im Regen schon bald auf. Die Gespinstmotte bildet nur eine Generation im Jahr, sodass die „gerupften“ Büsche und Bäume neu austreiben können und der Gartenbesitzer keinen neuen Befall im laufenden Jahr fürchten muss. (Text/Fotos: CS)

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