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31.07.2017

Kino-Filmkritik: King Arthur

Guy Ritchie ist ein britischer Regisseur, der polarisiert. Viele lieben seine schnellen, wilden und ziemlich schrägen Gaunerfilme wie etwa „Bube, Dame, König, grAS“, „Snatch – Schweine und Diamanten“ oder „Rock N Rolla“. Ebenso viele Zuschauer können aber mit diesen Filmen überhaupt gar nichts anfangen.

Mit den beiden „Sherlock Holmes“ Filmen (mit Robert Downey Junior und Jude Law in den Hauptrollen) eroberte sich Guy Ritchie das Mainstream-Publikum, um es mit „Codename U.N.C.L.E.“ gleich wieder zu verschrecken. Mit „King Arthur: Legend of the Sword“ wagt er sich nun 126 Minuten lang an die berühmte Arthur-Sage heran. Kann das gut gehen?

Bei Guy Ritchie wächst der junge Arthur (Charlie Hunnam) in den Gossen von Londonium auf. Er schützt die Huren, macht Geschäfte, legt Gold beiseite. Doch sein Outlaw-Leben ändert sich, als er das legendäre Schwert Excalibur aus dem Stein ziehen kann. Kein Wunder – er ist der verschollene Sohn des alten Königs Uther Pendragon (Eric Bana). Der wurde vom Despoten Vortigern (Jude Law) ermordet. Der garstige Zauber trachtet recht bald auch Arthur nach dem Leben. Mit einer schrägen Truppe aus Outlaws schließt sich Arthur widerwillig der Rebellion an – und es kommt zum alles entscheidenden Kampf.

Guy Ritchie legt mit „King Arthur“ einen überraschend frischen Film vor, der die sattsam bekannte Arthur-Sage komplett neu erzählt und ganz anders interpretiert. So bleibt der Zuschauer neugierig, weil er zu keinem Zeitpunkt vorhersagen kann, wohin diese Geschichte driftet.

Guy Ritchie erzählt sein Epos mit viel Zauberei und Fantasy, mit epochalen Herr-der-Ringe-ähnlichen Szenen, mit viel Machotum, aber auch mit Emotionen. Zugleich bedient sich der Regisseur seiner ganz eigenen Bildsprache und wechselt immer wieder in eine aus den Gangsterfilmen bekannte Schnitttechnik, die für Tempo und Esprit sorgt, wenn es darum geht, Ereignisse aus der Vergangenheit zu rekapitulieren. Es ist ein Vergnügen zu sehen, wie experimentierfreudig der Regisseur selbst bei solch einer Big-Budget-Produktion noch ist. Und wie viel spitzbübischer Humor sich in vielen Szenen finden lässt.

Charlie Hunnam, den wir alle noch aus „Sons of Anarchy“ kennen, präsentiert auch in „King Arthur“ seinen Macho-Biker-Gang und extrem ausgearbeitete Muskeln. Er wird aber von Jude Law an die Wand gespielt, der den bösen Despot voller Hingabe gibt und so recht intensiv im Gedächtnis haften bleibt.

„King Arthur“ sollte der erste Teil einer ganzen Reihe sein, die sich bekannten Mythen und Sagen widmet. In den USA fiel der Film aber an der Kasse durch und wird dort bereits als Flop gewertet. Das ist schade, denn der Film ist richtig gut. Er setzt auf eine solide Geschichte, bringt tolle Action- und Zauberszenen und entwickelt überzeugende Figuren auf beiden Seiten. Nur die 3D-Effekte hätte man sich schenken können – sie wirken aufgesetzt und lassen so manche Szene unscharf erscheinen.

Eins ist sicher: Sollte „King Arthur“ auch an der deutschen Kinokasse floppen, dann liegt das mit am Marketing. Im Vorfeld war über diesen Film nichts zu hören, er kam fast aus dem Nichts. (CS / Bild: © Warner Bros. Ent.)

Tipp: 4 von 5 Sternen
FSK: ab 12 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=-IEfV9JBIBM

Seitenaufrufe: 36

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