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01.08.2017

Hegefischen in der Oberhavel: Kennen Sie den Spuckfisch?

Manchmal angeln Angler nicht zum reinen Vergnügen, sondern weil sie einen klaren Hegeauftrag ausführen. Und das kommt daher: Mitunter werden die Gewässer als Ökosysteme durch den menschlichen Einfluss auf den Kopf gestellt. Nährstoffe, die aus der Landwirtschaft ins Wasser gelangen, …

… kurbeln das Wachstum der Algen an, von denen sich wiederum Wasserkrebse und andere Kleinsttiere ernähren. Das freut die Jungfische, die nun in größerer Zahl überleben. Werden sie allerdings größer, geht ihnen das Futter aus: Größere Nahrung wie Schnecken oder Wasserinsekten ist nicht mehr in ausreichender Menge zu finden. Der „Fraßdruck“ sorgt u.a. für Kleinwüchsigkeit bei den Fischen.

Malte Frerichs, Vizepräsident des VDSF Landesverbands Berlin Brandenburg e.V., zu dem 52 Mitgliedsanglervereine mit zusammen 2.500 Mitgliedern gehören: „Im Auftrag des Fischereiamtes kümmern wir Sportfischer uns um das Hegefischen. Das bedeutet, dass wir gezielt die problematischen Massenfische wie Blei, Plötze, Güster und Flussbarsch angeln, um sie dem Gewässer zu entnehmen.“

Am 16. Juni fand ein solches Hegefischen auf der Spandauer Oberhavel statt. Bereits am frühen Morgen trafen sich die Angler in ihren Booten zwischen den Wasserstadtbrücken, um bis mittags mit der Stippe zu fischen.

Carsten Heusig, Referent fürs Fischen im VDSF (www.vdsfberlinbrandenburg.de), der vor Ort auch ein Schnupperangeln für Kids, ein Casting an Land und ein seltenes Nachtangeln mit organisiert hatte: „Wir haben 162,5 Kilo Weißfisch aus der Oberhavel geholt, zum größten Teil Bleie, aber auch viele Barsche und Plötzen. Regulär kommen diese Fische in die Biogasverwertung. Das finden wir schade. Diese Fische werden leider oft als Spuckfische verunglimpft, weil sie sehr viele Y-Gräten im Fleisch haben, was die Verwertung schwierig macht.“

Malte Frerichs: „Das Problem der Weißfische ist, dass sie ohne Rezept im Wasser herumschwimmen.“ Und so zeigten die Angler vor Ort, wie die „Spuckfische“ so zerlegt werden, dass sie sich in der Pfanne oder im Räucherofen gut zubereiten lassen. Carsten Heusig: „Abgesehen von den Gräten schmecken die Weißfische hervorragend. Wenn man bedenkt, dass unsere Meere überfischt sind, ist es doch absolut unverständlich, wenn unsere einheimischen Fische nach dem Hegeangeln in der Biogas­anlage landen müssen.“ (Text/Fotos: CS)

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