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02.08.2017

Hydrologische Situation im Landkreis Havelland nach ergiebigem Dauerregen

Abführung des Wasseraufkommens wird zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen. Um auf die extremen Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen reagieren zu können, ist die untere Wasserbehörde des Landkreises Havelland seit Beginn der vergangenen Woche täglich in Kontakt mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt, der oberen Wasserbehörde und den Wasser- und Bodenverbänden.

An der Havel wurden am 28. Juli 2017 in Rathenow Durchflüsse von 123 Kubikmeter pro Sekunde und in Havelberg von 158 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. „Das sind die doppelten Abflussmengen der im Juli seit Jahren üblichen Mittelwerte“, berichtet Umweltamtsleiterin Christine Fliegner.
Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat daraufhin die Wehre im Landkreis Havelland geöffnet. Nur an der Staustufe Rathenow wird noch auf unterstem Niveau gestaut, damit das anfallende Wasseraufkommen der Nebenflüsse unterhalb von Rathenow frei in die Havel abfließen kann. Aufgrund des ergiebigen Regens in Verbindung mit den Starkniederschlägen von Ende Juni wird die Abführung des gegenwärtigen Wasseraufkommens zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen.

Für die Landesgewässer, wie der Große Havelländische Hauptkanal, Rhinkanal und die Dosse, finden laufend Abstimmungen zwischen den Behörden statt. Sämtliche Wehre wurden gezogen, um die schadlose Abführung des extremen Wassers vorzunehmen. Um das anfallende Niederschlagswasser im Schlaggraben abführen zu können, wurde das Schöpfwerk Zeestow in Betrieb genommen. Somit werden negative Auswirkungen auf Falkensee und Brieselang vermindert. Die Wasser- und Bodenverbände sind rund um die Uhr im Einsatz. Es wurden wichtige Entwässerungsgräben gekrautet, um eine ausreichende Vorflut sicherzustellen.
Vereinzelt sind die Schmutzwasserpumpwerke der Wasser- und Abwasserverbände kurzfristig übergelaufen, das viel Niederschlagswasser in die Anlagen gelangt ist. Nennenswerte Schäden sind allerdings nicht entstanden.

In Paulinenaue ist hingegen der Grundwasserstand kritisch angestiegen. Der Flurabstand betrug am 27. Juli in der Ortslage knapp einen Meter, was einem absoluten Wert von 29,47 mm NHH entspricht. Der kritische Wert von 1,10 Meter Grundwasserflurabstand für Paulinenaue wurde überschritten. „Zusammenfassend herrscht gegenwärtig eine Extremsituation. Häuser mit Keller könnten von eindringendem Grundwasser betroffen sein“, erklärt die Umweltamtsleiterin des Landkreises. Die Niederschläge im Monat Juni betrugen für den Ort Paulinenaue über 215 Liter pro Quadratmeter. Der langjährige Mittelwert liegt bei 64 Liter pro Quadratmeter. Für den Juli wurden 127 Liter pro Quadratmeter gemessen (Stand: 28. Juli), der Mittelwert für Juli beträgt 57 Liter pro Quadratmeter.

„Die Böden sind gesättigt und die Oberflächengewässer führen gegenwärtig mehr als das Doppelte ihrer eigentlichen Wasserführung, was zur Folge hat, dass es noch einige Zeit dauern wird, ehe wieder normale wasserwirtschaftliche Verhältnisse herrschen“, fasst Christine Fliegner die aktuelle Situation zusammen. (Text: Landkreis Havelland / Foto: Heiko Schulze)

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