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05.08.2017

Kino-Filmkritik: Der Dunkle Turm

Das Epos „Der dunkle Turm“ von Kultschriftsteller Stephen King umfasst acht dicke Wälzer: Nur die wenigsten Fans haben das komplexe Werk, das alle King-Romane auf einer Metaebene miteinander verknüpfen möchte, jemals zuende gelesen. Und nun soll es verfilmt werden? In gerade einmal 95 Minuten? Viele Fans sind skeptisch.

Aber der Film beginnt stark: Der Junge Jake wächst in New York auf und hat nachts Visionen vom Revolvermann Roland (Idris Elba) und vom Mann im Schwarz (Matthew McConnaughey). Auf eigene Faust spürt Jake den Visionen nach und kann tatsächlich in die Welt des Revolvermanns wechseln. Hier wird Jake sofort in den Kampf um den Dunklen Turm hineingezogen, denn der Mann in Schwarz möchte ihn zu Fall bringen, um so den Dämonen den Zugang zu allen bekannten Welten zu öffnen.

„Der Dunkle Turm“ gibt von der ersten Minute an Vollgas und nimmt den Zuschauer mit auf eine rasante Reise, auf der es darum geht, den Turm zu bewahren und den Mann in Schwarz zu besiegen. Idris Elba spielt den Revolvermann wunderbar einsilbrig, mit einer einsamen Verletztheit und gleichzeitig mit der schießwütigen Aggression eines Spaghettiwesterns. Matthew McConnaughey legt den schwarzen Zauberer so herrlich unaufgeregt und zutiefst bösartig an, dass es eine Freude ist, ihm bei seinen schlimmen Taten zuzusehen.

Das war es aber schon. Leider krankt der Film nicht nur an seinen vielen Drehbuchautoren und der extrem kurzen Laufdauer. Es gibt so einige Probleme.

Selbst Fans wissen nach dem Film nicht, wie sie ihn einordnen sollen. Mit den Büchern hat er jedenfalls nicht viel zu tun. Stimmen munkeln, dass der Film NACH den Büchern spielt und somit das Ende der Romane spoilert. Schade ist, dass die Komplexität der Bücher hier auf eine absolut simple Handlung reduziert wird.

Der Mann in Schwarz ist einfach nur fies und böse. Aber warum eigentlich? Als Bösewicht hat er keinerlei Ecken und Kanten. So kann auch ein toller Schauspieler nicht das letzte Quäntchen Boshaftigkeit aus der Figur herausquetschen. Die bösen Dämonen und Helfer vom Mann im Schwarz sehen außerdem aus wie Statisten, denen man in einer kurzen Raucherpause ein bisschen Plastik und Farbe ins Gesicht geklebt hat. Gruselig geht anders – vor allem im modernen Hollywood-Zeitalter.

Und: Selbst die King-Zitate sind absolut billig. Mal eben einen fetten Bernhardiner durchs Bild jagen – das soll eine Cujo-Remineszenz sein?

Da hat man alle Chancen vertan, das Buch würdig auf die Leinwand zu bringen. (CS / Bild: Sony Pictures Releasing GmbH)

Tipp: 3 von 5 Sternen
FSK: ab 12 Jahren
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=CVNffoqgKpk

Seitenaufrufe: 41

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