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09.08.2017

Kino-Filmkritik: Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft

Eigentlich geht man ja davon aus, dass die Menschheit mit den Jahren immer schlauer wird. Die Wissenschaftler arbeiten rund um die Uhr an neuen Erkenntnissen und verstehen so immer mehr, wie unsere Welt funktioniert. Leider kommt dieses Wissen bei der normalen Bevölkerung nicht mehr an.

So geht den meisten Menschen der Klimawandel so lange an der eigenen Kehrseite vorbei, bis das Extremwetter das eigene Haus in Schutt und Asche legt. Man sollte glauben, dass wenigstens die Regierungen dieser Welt gemeinsam an einer Klimalösung arbeiten – bis man dann mitbekommt, dass US-Präsident Trump aus dem Klimaabkommen austritt.

Einer, der sich den Kampf gegen die globale Erwärmung auf die Fahnen geschrieben hat, ist Al Gore. Der ehemalige Vizepräsident der USA reist seit Jahren durch die Welt, um die Folgen des Klimawandels zu dokumentieren und um Mitstreiter für die Sache zu finden.

Bereits 2006 ist der Film „Eine unbequeme Wahrheit“ erschienen, der von Al Gore Bemühungen berichtet und die Weltöffentlichkeit aufrütteln sollte. Dieser Film hat einen Oscar als bester Dokumentarfilm gewonnen. Und hat sicherlich auch dafür gesorgt, dass Al Gore ein Jahr später den Friedensnobelpreis gewonnen hat.

Nun hat sich leider in den letzten Jahren kein globaler Wandel im Denken und im Handeln ergeben. Und so kommt nun ein neuer Film von und mit Al Gore ins Kino. Er nennt sich „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft“.

Der Film heftet sich auf die Fersen von Al Gore und zeigt, wie er erneut um die Welt jettet, um die Folgen des Klimawandels zu zeigen. Er berichtet von schmelzenden Gletschern auf Grönland und den zugleich steigenden Wasserpegeln in Miami, Florida, die dort inzwischen regelmäßig für Überschwemmungen sorgen. Der Film zeigt auch, wie Al Gore überall auf der Welt Trainees ausbildet, die in seinem Namen den Kampf gegen Klimagase und Dummheit fortführen. Er erklärt, wie sehr die solare Energie auf dem Vormarsch ist. Ein bewegender Moment: Ein Republikaner-Bürgermeister aus Texas erklärt stolz, dass seine Stadt zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzt – einfach, weil es inzwischen billiger ist, als auf fossile Brennstoffe zu bauen.

Man merkt dem Film an, dass er eigentlich einen recht versöhnlichen Ausblick präsentieren wollte – und dann kam Trump mit dem Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen. Das wird mit der heißen Nadel noch in den Dokumentarfilm eingefügt, macht aber seine Tonlage etwas kaputt. (CS / Bild: Universal Pictures International Germany)

Tipp: 4 von 5 Sternen
FSK: ohne Altersbeschränkung
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=jnPX7lSj23M

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