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19.08.2007

Scheibes Kolumne: Rasen mähen!

scheibeWie schön ist das doch im Winter: Der Rasen steckt sozusagen tief­gefroren unter einer dicken Schnee­schicht und muss nicht länger be­achtet werden. Jetzt im Sommer sorgen aber Sonne und Regen gemeinsam für ein dramatisches Höhewachstum nicht nur beim Rasen, sondern auch bei allen nur erdenklichen Unkrautpflan­zen, angefangen beim Klee über den Löwenzahn bis hin zum Hahnenfuß. Sieht doch schön aus, murren dann mähfaule Männer, während Frauen und Kinder auf die Bienenstechge­fahr bei den Kleeblumen in Kom­bination mit nackten Fußsohlen verweisen.

Schnell sorgen dann vorwurfsvolle Blicke der Familie dafür, dass der Mann im Haus doch den Rasenmäher rausholt, ihn mit Benzin von der Tanke tränkt und wie ein Irrer an der Schnur zieht, damit er endlich anspringt.

Die Rentner mähen ihren Rasen in der Woche am Vormittag, die noch arbeitenden Männer lieber am Frei­tag Nachmittag oder am Samstag – am liebsten mit vorgestrecktem nacktem Bauch über der kurzen Hose und einem schicksalsergebenen Blick in den Augen. Denn Falkensees Gärten sind groß, die Hitze ist unerbittlich und der nach jeder Bahn erforderliche Weg zum Kompost viel zu weit. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass die Spielzeuge der Kinder im hohen Gras nicht zu sehen sind und immer wieder neu mit einem infernalen Krachen zwischen den Messern des Mähers landen – die Einzelstücke werden unter dem Greinen des enttäuschten Nachwuchs in alle Richtungen aus­gespuckt, während der Mäher vor Schreck fast einen Herzinfarkt be­kommt. Noch schlimmer sind liegen gelassene Taschentücher und Zeitun­gen, die es plötzlich im Garten schneien lassen. Oder Schnüre aller Art, die sich um die Messer wickeln und bei gekippten Mäher mühsamst zu entfernen sind, während aus dem schräg gestellten Gerät bereits das Öl ausläuft. Mein schlimmstes Erlebnis waren hühnereigroße Steine aus dem Teich, die irgendwie ihren Weg ins Gras gefunden hatten. Sie flogen mir in der Folge wie Schrapnelle um die Ohren.

Zum Glück ist irgendwann der Zeitpunkt da, an dem endlich auch der letzte Halm halbiert wurde. Dann ist der Mann der Familie bereits viel zu k.o., um das Ergebnis genießen zu können. Müde lässt er sich auf die Couch fallen – zum Verschnaufen. Aber nix da, die Woche ist schnell um und dann beginnt der Spaß wieder von vorne.

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