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23.09.2007

Scheibes Kolumne: Plakate-Irrsinn

scheibeGanz Falkensee wird zuplakatiert: Die Bürgermeisterwahl steht vor der Tür und die Kandidaten werben um Stimmen. Aber bringt es wirklich etwas, jede Laterne mit Fotos zu behängen? Lässt sich eine Wahl tatsächlich gewinnen, wenn nur möglichst viele Bürger das eigene Gesicht gesehen haben?

Als wir vor vielen Jahren aus Berlin nach Falkensee gezogen sind, stand schon recht bald die Bürgermeister­wahl an. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich dachte. Was geht mich DAS denn an? Lokale Po­li­tik? Trotzdem bin ich zum Haus am An­ger gegangen und habe gewählt: Dieses Recht sollte man ja nicht mit Füßen treten. Inzwischen wohne ich schon fast zehn Jahre im Ort und bin besser informiert. Ich weiß um die Pro­bleme mit dem Stadtverkehr, mit den feh­lenden Gymnasien im Ort, mit ei­nem nicht vorhandenen Hundeaus­lauf­gebiet, mit zu wenigen Spielplät­zen in der Stadt und mit einem nicht vorhandenen Ortszentrum, was dem Einzelhandel ordentlich zusetzt.

In dieser Situation gewinnt die an­ste­hende Bürgermeisterwahl an Be­deutung und es ist wichtig, sich mit dem auseinanderzusetzen, was die Bür­germeisterkandidaten Daniela Zieß­­nitz (CDU), Heiko Müller (SPD), Torsten Bathmann (FDP), Dietmar Strehl (Grüne) und Mike Krüger (parteilos) für unseren Ort wollen. Da zählen Argumente ebenso wie ein sicheres, energisches Auftreten.

Was in meinen Augen weder den Kan­didaten etwas nützt noch den Bür­gern, ist die ewig gleiche Plakatiererei im Ort. Jeder noch freie Laternenmast wird gekapert, um auf ihm zur Mate­rialschlacht zu blasen. Dicke Papp­schil­der mit den Gesichtern der Kan­didaten und dem Parteinamen hängen dann so dicht gedrängt im Ort, dass man einfach nicht mehr an ihnen vorbeischauen kann. Na klar, sooo hübsch sind die Kandidaten auch nicht, dass ich sie wochenlang täglich auf jeder Autofahrt ertragen kann. Oft ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Na, dich wähle ich jetzt erst recht nicht.“

Ein guter Wahlkampf sollte mit Argumenten und nicht mit Bildern geführt werden. Und was das wieder alles kostet! Heiko Müller hat we­nigstens per Pressemitteilung kundge­geben, zumindest im August noch nicht bei der Plakatschlacht mitzu­ma­chen, sondern erst im September da­mit zu starten. Das klingt gut. Aber die Grünen haben auch nicht plakatiert. Und sich auch gleich noch die Meldung über den Verzicht verkniffen.

Lieber als alle Plakate im Septem­ber wären mir Infobroschüren von al­len wichtigen Parteien, die klar aussa­gen, wie die Kandidaten zu wichtigen Falkenseer Themen stehen. Ein Blick – und ich wüsste, wen ich wählen soll. Dann brauche ich auch keine Plakate mehr. (Carsten Scheibe)

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