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31.10.2007

Schultaschen schwer wie nie zuvor!

scheibeUnser Sohn ist in der fünften Klasse ange­kommen, die Tochter in der dritten. Doch anscheinend sollen sie nicht in Deutsch, Mathe und Englisch ausgebildet werden, sondern möglichst schnell zu Gewichthebern heranreifen. Ihre Schultaschen sind so schwer, dass ich sie kaum noch heben kann.

Viele neue Schulfächer in der fünften Klasse fordern ihren Tribut: Die Schul­tasche meines Sohnes bricht aus allen Nähten. Zu seiner Brotbox, einer Fla­sche Wasser, der Federtasche und dem sonstigen Krimskrams kommen nun zahlreiche neue Ordner, Hefter, Bü­cher und Broschüren. Letztens wollte ich ihm den Ranzen nach draußen zum Fahrrad tragen und habe mir fast einen Bruch gehoben. Die Tasche war so schwer, als hätte man sie auf dem Fuß­boden festgedübelt. Also wuchte ich sie ächzend über die Hüfte in den Fahr­radkorb und ermahne meinen Nach­wuchs, beim Fahrradfah­ren nur ja nicht den Hintern vom Sattel zu nehmen. Ansonsten würde das Rad zu leicht ins Schlenkern geraten und die Tasche aus dem Korb werfen. Fährt er dann los, bohren sich die Fahr­­radreifen tief in den Boden unse­rer Sandstraße.

Am Abend wird gewogen. Der schlanke Sohn bringt es auf 30 Kilo, die Tasche auf 10. Wie soll der ein Drit­tel seines Körpergewichts schleppen? Das kann er doch gar nicht! Wir überle­gen, die Bücher doppelt zu kaufen, damit er einen Satz in der Schule las­sen kann. Doch die Schulbücher sind schon ein paar Jahre alt und bei den neuen Auflagen sind an der gleichen Seitenstelle völlig andere Aufgaben zu finden. In unserer Not gehen wir bei eBay auf die Suche: Viele Eltern haben uns dazu geraten, hier nach den alten Auflagen zu suchen. Tatsächlich fin­den wir ein Deutsch- und ein Mathe­buch. Nach einem Bietabtausch mit an­de­ren Eltern erstehen wir die Bücher. Wunderbar: Das macht die Ta­sche doch schon ein paar Gramm leichter.

Ansonsten geben wir den Kindern jetzt kalorienreiche Proteinkost – für den Muskelaufbau. Sie können es brauchen. Schon bald wird es nicht mehr möglich sein, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Dann ist der Bus eine echte Alternative. Das bedeutet freilich, dass der Ranzen vom Haus bis zur Bushaltestelle gebuckelt werden muss. Da sind die Kinder sicherlich schon völlig fertig und kaputt vom Tragen, Wuchten und Hieven, bevor sie auch nur in der Schule ankommen. Aber vielleicht stecken in den Kindern ja doch noch die verborgenen Gene der Ameise – und sie sind irgendwann dazu in der Lage, das Vielfache ihres eigenen Körpergewichts zu tragen. Eine echte Hilfe wäre das schon. (Carsten Scheibe)

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