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01.12.2007

Liebes Familienhalt-Team,

Pelzerich habe eine ganz konkrete Frage und zwar: Wie bringe ich meinen Kindern (6 und 4) bei, dass mein Mann und ich uns trennen wollen? Es schmerzt mich sehr, die beiden bewusst traurig machen zu müssen. Unseren Entschluss haben wir aber gemeinsam gefasst und daran ist auch nicht mehr zu rütteln.

Wir leben seit anderthalb Jahren in Unfrieden und Missstimmung, haben unsere Streits jedoch nie vor den Kindern ausgetragen. Sie sind absolut ahnungslos und eigentlich glücklich (soweit ich das beurteilen kann). Ich habe nun die Befürchtung, dass für die Zwei eine Welt zusammen brechen wird, denn mit der Trennung ist auch ein Umzug in eine kleine Wohnung verbunden. Über die näheren Umstände, die dazu geführt haben, möchte ich in der Öffentlichkeit nicht sprechen. Vielleicht gibt es passende Literatur zu diesem doch sehr sensiblen Thema? Ich wünsche mir von Ihnen einen Weg oder eine Methode für die Umsetzung, um für alle Beteiligten eine möglichst schmerzfreie Lösung zu erhalten. Vielen Dank vorab, T. Meyer

Liebe Frau Meyer,
zuerst einmal unser Mitgefühl für die doch sehr ernste und schmerzvolle Situation. Wir können Ihnen jedoch sagen, dass es für Ihre Kinder sehr wahrscheinlich nicht „aus heiterem Himmel“ kommt. Kinder haben sehr feine Antennen und spüren in der Regel eine angespannte Atmosphäre, lange bevor Erwachsene etwas wahrnehmen. Es ist von Ihnen und Ihrem Mann sehr respektvoll, die offenen Konflikte nicht vor den Kleinen auszutragen. Allerdings ist es in manchen Lebenslagen oft wichtig, dass Kinder „einen Teil“ der Gesamtsituation miterleben. Als liebende Eltern möchte man natürlich seine Kinder vor allem schlechten und unangenehmen schützen. Das ist auch gut so. Sie dürfen jedoch auch mal einen Konflikt (die Gefühle der Eltern) miterleben, um zu begreifen, was tatsächlich los ist. Das zollt von Respekt Ihren Kindern gegenüber. Sie stets im Ungewissen zu lassen, schürt Ängste und Traurigkeit. Wichtig ist immer, bei jedem Streit, jeder Tragik, die Situation bzw. das Ereignis zu reflektieren. Zu erklären, warum Mama oder Papa jetzt wütend, traurig, laut etc sind/waren. Kinder tragen Gefühle im Normalfall immer stets laut und offen aus. Sie weinen, schreien, lachen und streiten laut. Dann wird im Idealfall darüber gesprochen, die Kinder verstehen und alles ist aus ihrer Sicht in Ordnung. Reden Sie ehrlich und ganz sachlich mit ihnen. Versuchen Sie das Thema nicht zu dramatisieren, sondern erklären Sie liebevoll, dass Mama und Papa immer streiten und das ja eigentlich doof ist. Das A und O ist, dass Sie und Ihr Mann sich vor den Kindern nicht gegenseitig „schlecht machen“, sondern sich respektvoll begegnen. Auch, dass sie klar vermitteln, dass die Kinder ihre geliebten Eltern nicht als Eltern verlieren und sie auch weiterhin immer für die Kinder da sein werden, egal, ob im gleichen Haus wohnend oder nicht.

Es gibt tatsächlich ein Buch: „Glückliche Scheidungskinder“ von Remo H. Largo und Monika Czernin.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft und scheuen Sie nicht anzurufen, wenn es auf der Seele brennt. Alles Gute – Ihr Familienhalt- Team

In dieser Rubrik finden Sie jeden Monat Fragen unserer Leser an das Team von Familienhalt – Miriam Pelzer & Deborah van den Boogaard. Sollten Sie uns eine Frage übersenden wollen, bitten wir Sie um eine E-Mail an familienhalt@tiscali.de. Bitte vermerken Sie, ob Sie im Falle der Veröffentlichung Ihrer Frage anonymisiert werden möchten. Monatlich kann nur maximal eine Frage beantwortet und veröffentlicht werden. Das Team von Familienhalt ist telefonisch zu erreichen unter 03322 2131880. Im Web steht die Homepage www.familienhalt.de bereit.

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