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28.05.2008

Keller voller Wasser

schlammSeit dem Winter ist in Falkensee der Grundwasserspiegel außer Kontrolle geraten. Der Smalltalk des Ortes lautet seitdem: „Ist dein Keller auch abgesoffen?“ In der Tat klagen sehr viele Falkenseer über Wasser in ihren Kellerräumen. Wasser, das bei einem niedrigeren Grundwasserpegel hier eben nicht zu finden ist. Das ist nicht besonders witzig, da das eintretende Wasser die Bausubstanz nachhaltig schädigt und es oft viele tausend Euro kostet, das Leck im Mauerwerk zu finden und es dauerhaft zu beseitigen.

Kluge Bauherren haben sich im Vorfeld ihrer Bauaktivitäten die Grundwasserdaten der letzten Jahre besorgt und festgestellt, dass das Grundwasser im Ort schon immer sehr stark schwankt – und dementsprechend ohne Keller oder etwas höher gebaut.

Wer das nicht bedacht hat, kann nun in Pumpen und Trocknungsmaschinen investieren. Zum Glück sorgt jetzt das warme Wetter dafür, dass das Grundwasser wieder sinkt und einige Kellner trocknen. Das andauernde Grummeln der Bürger – vor allem aus Waldheim – hat die Stadt immerhin veranlasst, Mitte Mai ein Treffen im „Kronprinz“ einzuberufen – mit dem Bürgermeister und vielen Experten. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und es wurde heftig und kontrovers gestritten. Das war kein Wunder, zeigte Bürgermeister Heiko Müller doch schon in der Presseeinladung zum Event, dass sich die Stadt eigentlich selbst nicht in der Verantwortung sieht: „Wir wollen unseren bauenden und sanierenden Bürgern die Realitäten, mit denen wir es hier in Bezug auf das Grundwasser zu tun haben, nochmals näher bringen.“

Beim Treffen zeigte sich aber, dass die Bürger mehr von ihrer Stadt erwarten – und das auch zu Recht. Kritik wurde am Zustand der Entwässerungsgräben laut. Der Kreisumweltdezernent Henning Kellner gab denn auch zu, dass die Gräben in den letzten 13 Jahren vernachlässigt, Flächen zu sehr verdichtet und einige Gräben auch ganz aufgegeben wurden. Ziel muss es demnach sein, die bestehenden Entwässerungsanlagen zu restaurieren und neue anzulegen. Das Problem ist, dass schon jetzt 2.116 Kilometer Gräben zu unterhalten sind. 26 Mitarbeiter kümmern sich darum, sind aber komplett überlastet. Nun, wenn es der Preis für trockene Keller im Ort ist, mehr Mitarbeiter für die Grabenpflege einzustellen, dann sollte das ein Preis sein, der bezahlt werden muss.

Unsere Prognose: Bei anhaltend trockenem Sommerwetter löst sich das Überflutungsproblem bald in Luft auf, um dann bei den zu erwartenden Spätsommergewittern mit Extremregen plötzlich wieder aufzutauchen. Und dann wundern sich wieder alle, warum das mit der Entwässerung nicht funktioniert.

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