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28.06.2008

Heiko Müller (SPD): Auf ein Wort

heikomWir von Falkensee aktuell möchten von unseren Politikern gern mehr Klartext hören. In diesem Heft haben wir Bürgermeister Heiko Müller von der SPD darum gebeten, exklusiv für uns zu schreiben. Unsere Frage: Welche drei Dinge laufen Ihrer Meinung nach besonders gut in der Stadt, und welche drei benötigen dringend der Veränderung?

Drei Dinge, die gut laufen in Falkensee:

Gestaltung der Mitte: Falkensee ist aus zwei Dörfern gewachsen. Immer kamen die Menschen hierher, weil sie vor allem das Grüne jenseits eines hektischen Großstadtbetriebs suchten. Und dennoch gibt es die Sehnsucht nach einem örtlichen Zentrum, einer Mitte mit Aufenthaltsqualität. Genau das entwickelt sich jetzt. Die Sanierungen der Bahnhofstraße und der Südseite des Bahnhofs waren erste Schritte in diese Richtung. Mit der Neugestaltung der Poststraße und dem Bau des Familien- und Gesundheitszentrums geht Falkensee diesen Weg konsequent weiter. Im Moment verlangen die Bautätigkeiten dem ansässigen Einzelhandel einiges ab. Aber ich bin mir sicher, dass sich auch die weiteren Vorhaben mit dem Bau der Vierfeldturnhalle zum Beispiel unter dem Strich für alle rechnen werden.

Bürger packen an: An Falkensee hat mir schon immer gut gefallen, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger für ihren unmittelbaren Lebensraum verantwortlich fühlen. Ich finde es zum Beispiel ganz toll, wie selbstverständlich nicht wenige „ihren“ Straßenbaum bei großer Trockenheit gießen, damit Falkensee weiter grün bleibt. Wenn ich nur daran denke, wie schön der Lindenweiher heute ist oder welche Aufenthaltsqualität der Falkenhagener See bietet, dann bin ich sehr dankbar für das langjährige Engagement dieser Bürgerinitiativen. Es reicht vom Einsatz mit Schaufel und Müllbeutel bis zur Beantragung von Fördermitteln. Auch den Spielplatz in Finkenkrug oder die BMX-Anlage hat Falkensee letztlich nur einem bürgerschaftlichen Engagement zu verdanken. In allen genannten Fällen kam es dabei zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in der Verwaltung. Dass das nicht immer reibungslos verläuft, liegt in der Sache begründet. Dennoch sehe ich, dass wir auch hier auf einem guten Weg sind.

Eine Stadt für alle Generationen: Sieht man sich die demografischen Statistiken an, zeigt sich, dass auch Falkensee immer älter wird. Dennoch gibt es kaum eine Stadt in Brandenburg, die so jung ist wie wir. Politik und Verwaltung haben darauf reagiert und der älteren wie der jüngeren Generation Mitspracherechte eingeräumt. Gegründet wurden ein Seniorenbeirat und ein Jugendparlament. Ziemlich einmalig in Deutschland: Beide sind durch eine Wahl legitimiert und haben weitreichende Rechte. Mir scheint es wichtig, dass alle Gruppen sich in der städtischen Politik wiederfinden. Da ist es auch nur folgerichtig, dass sich aktuell ein Bündnis für Familie gegründet hat, in dem viele Inte­ressenlagen gebündelt werden können. Den Wunsch nach einem Hallenbad haben zum Beispiel zwar die Senioren auf die Tagesordnung gehoben. Aber ich bin mir sicher, dass Familien mit kleinen Kindern ein genauso großes Interesse daran haben. Das ist nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie gut es ist, wenn Alt und Jung, gut und weniger gut Verdienende usw. ins Gespräch kommen.

Drei der wichtigsten Dinge, die unbedingt angepackt werden müssen:

Holprige Straßen: Falkensee hat ca. 280 Straßenkilometer und 400 Straßen. Die Kombination, mit der Abwassererschließung die Straßen auch gleich in einen fahrbaren Zustand zu bringen, war in den vergangenen Jahren eine gute Idee. Die Abwassererschließung ist nun in wenigen Jahren abgeschlossen und dennoch sind zig Straßenkilometer reine Sandwüste. Das Tempo des Straßenbaus muss erhöht werden. Die Unzufriedenheit der Anlieger kann ich in vielen Fällen gut verstehen. Leider geht aber allzu häufig mit der Sanierung einer Straße der Ärger weiter. Da sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern halten, leiden die Anwohner unter den Rasern.

DSL und anderes Ungemach: Schnelles Internet, immer wieder werbewirksam gepriesen, läuft in einigen Bereichen von Falkensee leider nicht. Noch nicht! Ich habe jetzt zu einer Umfrage aufgerufen mit der Bitte, der Verwaltung mitzuteilen, wer wo welche Schwierigkeiten hat. Ziel ist es, eine Karte anzulegen und diese der Telekom vorzustellen. Es ist erstaunlich, wie viele Zuschriften meine Mitarbeiterinnen bereits bekommen haben. Meine Bemühungen, mit Verantwortlichen der Telekom ins Gespräch zu kommen, zeigen wieder einmal mehr, wie schwierig es ist, mit großen Betrieben zu verhandeln. Mich erinnert das sehr an die bisherigen Erfahrungen mit der Deutschen Bahn AG. Auch hier hat es jahrelang gedauert, bis wir uns auf eine einvernehmliche Lösung für die Gebäude an der Bahnstraße haben einigen können.

Nur gemeinsam können wir etwas erreichen: Vertrauensvolle Zusammenarbeit ist das A und O einer soliden Entwicklung. Da haben wir noch Reserven: Wir müssen die Projekte, die gemeinsam angestoßen worden sind, auch gemeinsam zu Ende bringen. Alles andere macht keinen Sinn und behindert nur. Ich hoffe auf stabile Verhältnisse nach der Kommunalwahl, damit wir das, was wir begonnen haben, mit Bedachtsamkeit zum Erfolg führen.

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