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26.07.2008

Grüne Zitadelle

hundertwasserSeit dem 3. Oktober 2005 kann sie bestaunt, bewohnt und genutzt werden – die von Friedensreich Hun­dertwasser in Magdeburg errichtete „Grüne Zitadelle“. Dabei handelt es sich übrigens um das letzte Werk des großen Meisters.

Der bekannte Maler, Bildhauer und Architekt Friedensreich Hundertwasser wurde 1928 als Friedrich Stowasser in Wien geboren, brachte ein ereignisreiches Leben hinter sich und starb im Februar 2000 an Bord der Queen Elizabeth – an Herzversagen. Er wurde nackt und ohne Sarg unter einem Tulpenbaum auf seinem Besitz in Neuseeland beerdigt.

Hundertwasser war ein strikter Gegner der geraden Linie, da diese so auch in der Natur nicht vorkommt. Formen, Farben, Abwechslung: All das spiegelt sich in seinen 37 Gebäudeexperimenten wieder, die sich in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Japan, in Israel und sogar in den USA finden lassen.

Sein größtes und letztes Bauwerk ist die „Grüne Zitadelle“ in Magdeburg – sie ist gleich neben dem Dom zu finden. Hier stand nach der Wende ein langweiliger Plattenbau. Man trug die Idee an Hundertwasser heran, aus diesem öden Plattenbau ein echtes Kunstwerk zu machen, ein buntes Hundertwasser-Haus.

Hundertwasser war begeistert, ließ die Platte aber abreißen, um am gleichen Ort die „Grüne Zitadelle“ zu errichten. Sie ist sehr groß, weist zwei Innenhöfe auf und bietet so viele Details im Kleinen wie im Großen, dass man sich stundenlang in und vor dem Gebäude aufhalten kann. Da es im Erdgeschoss viele Geschäfte, Büros und Galerien gibt, kann man die „Grüne Zitadelle“ also tatsächlich betreten. Es wohnen ja auch Menschen in dem Haus. Viele von ihnen haben die Patenschaft für einen Baum-Nachbarn übernommen. Das sind Bäume, die mitten auf der Gebäudeaußenseite wurzeln und hier mit den Jahren weiter in die Höhe sprießen.
Jeder, der die „Grüne Zitadelle“ gesehen hat, wird auch sofort glauben, dass der Besucher durch jedes beliebige Fenster im Gebäude blicken kann, ohne dass er dabei zwei gleich aussehende andere Fenster entdecken kann. Beeindruckend sind vor allem die leuchtenden Farben, die unterschiedlichen Materialien und der bei allem Chaos doch entstehende wohnliche Charakter.

Hundertwasser wollte seine Gebäude leben sehen. Und so gehört es zum Wohnexperiment mit dazu, dass die Farben mit der Zeit verblassen und die Baum-Nachbarn weiter wachsen. Jeder Bewohner darf außerdem die Außenwand rings um sein eigenes Fenster frei bemalen. Das hat sich allerdings noch niemand getraut. Für uns keine Frage: Wer in Magdeburg den Dom besucht, muss auch einmal durch das Hundertwasser-Haus laufen.

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