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26.07.2008

Rettungshunde

dogslifeDie Falkenseer Bürger wundern sich immer wieder. Da laufen Hundehalter in leuchtendgelber Signalkleidung oder mit Warnwesten in großer Anzahl mitten durch die Stadt, die Hunde z.T. unangeleint vorne weg. Kopfschütteln gab es da schon, neugierige Fragen, manchmal auch Beschwerden. Was steckt denn eigentlich dahinter?

Die Spur führt in die Straße der Einheit 136 – zur Hundeschule Dog‘S Life, die es schon seit 1996 gibt, die am neuen Standort aber erst seit drei Jahren präsent ist. Hier haben Angela Näter (34) und ihr Mann aus eigener Kraft und mit vielen helfenden Händen ein riesiges Eldorado für Hunde geschaffen – mit Welpenspielplatz, Trainings-Parcours, Badeteich und jeder Menge Tobeplatz.

Angela Näter erklärt uns, dass die Hundeschule ständig geöffnet ist und dass vor Ort viele Falkenseer Hundehalter mit ihren Tieren arbeiten. Die Ausbildungsleiterin nimmt sich bei jedem neuen Hund bis zu einer Stunde Zeit, um das Tier einzuschätzen und um seine Vergangenheit zu erfahren. Dann kann ein individueller Trainingsplan aufgestellt werden – abgestimmt auf den persönlichen Lerntyp des Vierbeiners. Näter: „Unser Ziel ist ein angenehmes Zusammenleben der Hunde mit den Menschen.“

Dog‘S Life (Tel.: 03322 – 429819 oder 0174 – 3737326) kümmert sich um viele Dinge. So können Kinder lernen, wie sie sich im Umgang mit Hunden richtig verhalten. Und die Hunde lernen den sozialen Umgang mitein­ander und das Zusammenleben mit ihrer Familie, wobei es wichtig ist, dass die Tiere klare Kommandos befolgen können.

Aber das bringt uns noch nicht weiter bei der Recherche nach den gelb eingekleideten Hundetrupps, die zuletzt am Bahnhof Finkenkrug, im Guts­park und bei den Akazienhöfen gesichtet wurden. Thomas Busse kann unsere Fragen beantworten, denn zusammen mit seinem Dalmatiner Bandito gehört er mit zur Falkenseer Rettungshundestaffel: „Zurzeit engagieren sich 29 Menschen und 24 Hunde verschiedenster Rassen in der Rettungsarbeit. Wir haben drei Staffeln, die auch tatsächlich in der Menschenrettung eingesetzt werden. Damit die Hunde aber im Ernstfall effizient arbeiten können, müssen wir mitten in der Stadt üben, damit die Hunde an die hier vorherrschenden Gerüche, den Trubel, die Geräusche und die vielen Menschen gewöhnt werden.“

Zwei Staffeln widmen sich ganz der Flächen- und Trümmersuche. Die 18 Hundeteams (jeweils Hundehalter und Hund) werden dazu ausgebildet, nach einem Erdbeben, einer Hausexplosion oder auch bei einer vermissten Person im Wald die Suche aufzunehmen. Dabei tragen die Halter ihre Signalkleidung mit Helm, während die Hunde nur eine Kenndecke aufweisen: Eine Leine würde hier nur stören. Zuletzt fand ein Training am Klärwerk Schönwalde statt. Hier mussten die Rettungsteams ein 5 x 6 Kilometer großes Gelände sichten, um nach drei vermissten Kindern (zum Glück nur simuliert) zu suchen. Nach sechs Stunden haben die feinen Nasen der Hunde die Aufgabe gelöst. Im Ernstfall hätte die Rettungsstaffel nun vielleicht schon Leben gerettet. Die Alarmierung der Rettungshundestaffel erfolgt durch die Polizei oder die Feuerwehr. Die ehrenamtlich tätigen Hundehalter rücken dann zur Unterstützung aus.

Die dritte Staffel widmet sich dem Man-Trailing. Dabei nehmen die Hunde die Geruchsprobe einer vermissten Person auf und schnüffeln dann diesem Menschen hinterher – durch Menschenmengen hindurch und ganz egal, ob die Person dabei im Auto oder auf einem Fahrrad gesessen hat. Busse: „Dabei müssen die Hundehalter ganz ihrem Tier vertrauen, das an einer langen Führungsleine voranstrebt und dabei oft sehr seltsame Wege geht, weil ein Geruch ja auch verwehen kann. Wenn der Hund dann am Ende aber tatsächlich die gesuchte Person aufspürt, dann ist das immer wieder wie ein kleines Wunder und zeigt, wie unglaublich empfindlich die Nasen der Hunde sind.“

Die Man-Trailer-Staffel kann nur in der Öffentlichkeit trainieren, weil es wichtig ist, dass die Hunde durch viele fremde Gerüche irritiert werden. Aber an der leuchtendgelben Schutzkleidung lässt sich die Hundestaffel ja leicht erkennen. Also, liebe Falkenseer: Wenn jemand die Hundestaffel im Ort bei der Übung sieht, dann hat das seine Richtigkeit und es werden hier Hunde ausgebildet, die vielleicht einmal Leben retten können – vielleicht auch das Ihre.

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