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24.08.2008

Scheibes Kolumne: Dachschaden

scheibeBeim Golfen geht so mancher Schlag auch einmal daneben. Mein Ball landete letztens mitten auf einem Scheunendach und schlug ein großes Loch in einen Ziegel. Oh, ich technisch beschränkter Anfänger. Zum Glück, so lerne ich auf einem Turnier, geht es auch anderen so.

Golf spielen – das ist eine Lektion in bitterer Demütigung. Bei keinem anderen Spiel tritt das eigene Unvermögen so deutlich zutage wie hier. Professionell stellt man sich am Abschlag in Pose, wackelt mit dem Hintern, visiert den Ball an, macht sich wichtig, schlägt – und trifft dann doch nicht richtig. Während der eigene Blick schon weit in die Ferne Richtung Fahne schweift, hat es der eigene Ball kullernderweise nicht einmal bis zum Damenabschlag geschafft. Und alle Mitspieler schauen betreten und verstohlen grinsend zur Seite. Peinlich.

Eigentlich habe ich das mit dem Abschlag inzwischen ganz gut im Griff. Doch noch immer geht so einiges daneben. Vor einigen Wochen war ich mit meinem Freund Thomas auf einer Runde über 18 Loch unterwegs – im Potsdamer Golf-Club in Tremmen. Auf der Bahn 5 spielt man durch eine lange Senke auf ein Grün, das eingezwängt genau zwischen einem fremden Garten (Seitenaus) und einer frisch gedeckten Scheune liegt. Hier lag mein Ball noch weit vom Grün entfernt. Mit dem Siebener Eisen holte ich ordentlich aus, traf den Ball perfekt und sah ihn hoch in die Luft davon sausen – weit über 130 Meter hinweg. Am Ende zog der Ball dann aber etwas nach rechts davon – und landete mit einem lauten Knall senkrecht von oben kommend auf dem Scheunendach.

Ach herrjeh. Als ich näher kam, sah ich genau dort, wo mein Ball gelandet war, ein kreisrundes Loch in einer der roten neuen Schindeln. Hatte ich das da eben reingesemmelt? Ich sagte erst einmal nix im Club. Als Anfänger möchte man sich ja nicht gleich lächerlich machen und so einen Fauxpas zugeben. Aber ich dachte, im richtigen Moment gebe ich das doch noch zu, zahlt ja notfalls die Versicherung. Und sicherlich ist das so, dass da öfters jemand die Schindeln kaputtschlägt. Doch dieses Loch im Dach hier, das war meins. Auf jeder neuen Runde musste ich wieder an der Schindel vorbei und jedes Mal gab es wieder einen Stich in der Bauchgegend. So ein Mist aber auch. Dann waren Thomas und ich an einem Montagabend auf einem Turnier, beide in unterschiedlichen Gruppen (Flights).

Am Ende trafen wir uns vor der Turnierauswertung im Club­restaurant wieder, um noch ein Bier zu trinken. Thomas grinste über beide Backen, als er an meinen Tisch kam: „Du wirst es kaum glauben, aber alleine in meinem Flight waren eben zwei Golfer, die auf das Leben ihrer Kinder schwören, dass allein sie es waren, die das Loch in deine Schindel geschlagen haben.“

Schnell kam heraus, dass es darüber hinaus sogar noch mehr Golfer im Club gab, die es für sich in Anspruch nahmen, für das Loch verantwortlich zu sein. Unglaublich. Anscheinend haben die Kollegen alle auch einmal einen schlechten Schlag. Und sehen es ganz locker, wenn‘s mal daneben geht. Diese Lockerheit im Spiel muss ich mir erst noch angewöhnen. (Carsten Scheibe)

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