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06.09.2008

Benjamin Schickel (20): Schule ist vorbei

benjaminIn Falkensee gibt es seit 2008 das Jugendparlament. Es setzt sich für die Belange der Jugend im Ort ein. Benjamin Schickel gehört mit dazu. In Falkensee aktuell ist er ab sofort ihre Stimme.

Die Sommerferien sind bald vorbei! Sechs Wochen lang haben die Schüler in Falkensee wieder den Sommer genossen. Sie waren im Waldbad oder am Brieselanger Nymphensee und einige sicherlich auch im Urlaub. Doch in wenigen Tagen beginnt die Schule wieder und der Alltag drängt sich wieder auf. Doch nicht für alle. Für viele Schüler wird nach den Sommerferien alles anders: Ihre Schulzeit ist vorbei.

Die Schulzeit ist die schönste Zeit des Lebens, heißt es. Eine allgemeine Weisheit? Ein Gerücht? Eine glatte Lüge, um den gequälten Schülern eine lange Nase zu drehen?
Zu hören bekommt man diesen Spruch oft als Aufmunterung von denen, die oft schon seit Jahrzehnten keine Schule mehr von innen gesehen haben.

Aber wie soll man auch einem Zehntklässler erklären, der gerade dabei ist, die Vorzüge der Zeit zu entdecken, die er eben nicht in der Schule verbringt, dass Hausaufgaben und der pure Stress beim Pauken für Klausuren der Hochgenuss seines Lebens sein sollen? Doch es kommt tatsächlich irgendwann ein Punkt, da ergibt der gefürchtete Satz plötzlich einen Sinn. Es kann bereits vor, aber auch erst nach dem Abschluss der Schullaufbahn sein, dass dieser Groschen fällt. Denn spätestens nach sechs Wochen Ferien fällt allen Schulabgängern auf, dass sie eben nicht mehr die gewohnten Gesichter wiedersehen, die sie so lange durch ihren (Schul)alltag begleitet haben.

Die Schule hat einfach unerkannte Vorzüge. Sie bietet uns ein Gerüst für unser Leben. Ein Schüler übt den größten Teil seines Lebens den gleichen Tagesablauf. Wie einstudiert funktioniert das Leben für ihn ganz bequem und gleichmäßig. Man kann schon ganz schön aus der Bahn geworfen werden, wenn plötzlich der Inhalt des bisherigen Lebens wegfällt. Nun ist der Ex-Schüler auf sich allein gestellt und muss sich einen neuen Alltag zurechtlegen. Und das in einer so schwierigen Zeit wie heute! Denn nicht nur der tägliche Gang ins Schulgebäude fehlt, auch unzählige wichtige Menschen verschwinden aus dem eigenen Leben, weil jeder jetzt seine eigene Zukunft gestaltet. Freundeskreise schrumpfen, Paare trennen sich und möglicherweise sogar der engste Vertraute kann einem gerade jetzt nicht mehr helfend zur Seite stehen. Es ist fast eine größere Prüfung als das Abitur, nun den Weg ins neue Leben zu beschreiten.

Doch jeder Abschied bringt auch Neues. Manch einer wird nun studieren und sucht sich damit eine neue „Schule“ für seinen Alltag. Ein anderer beginnt eine Ausbildung. Und wieder andere krempeln ihr Leben völlig um und fahren mit dem Fahrrad bis nach Indien.

In Falkensee aufgewachsen und aufs Leben vorbereitet, zerstreut es jedes Jahr Hunderte Schüler über den gesamten Globus. Aber wer bleibt eigentlich noch in Falkensee?

Viele zieht es zum Studieren oder für die Ausbildung in eine andere Stadt. Universitäten und Ausbildungsplätze gibt es zwar auch in Berlin und die Anbindung von Falkensee her an die Großstadt ist hervorragend. Doch trotzdem ziehen nicht wenige trotzdem nach Berlin um. Die eigene Wohnung gehört eben früher oder später zu der neuen Freiheit dazu. Ich kenne aber nur wenige, die sich in Falkensee eine eigene Wohnung nehmen. Es ist leider einfach so, dass die meisten Wohnungen in Falkensee für Studenten oder Azubis nicht zu bezahlen sind. Zudem reizt die Großstadt, in der man nur aus der Tür stolpern muss und gleich in der nächsten Kneipe sitzen kann. Denn man muss sagen, auch die Zeit nach der Schule hat ihre Vorzüge. Bleibt nur die Frage, ob Falkensee mit seinem neuen Stadtzentrum die jungen Schulabgänger halten wird und somit die „Vorstadtstudenten“ einführt.

Jeder wird einen Weg gehen, aber irgendwann wird es fast jeder sagen: Die Schulzeit ist die schönste Zeit es Lebens.

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