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02.11.2008

Circus William: Nachlese

williams1Fast einen ganzen Monat war der Circus William bei uns in Falkensee und bat Kinder und Erwachsene auf dem Veranstaltungsplatz an der Spandauer Straße zu einer Zirkusvorführung der besonderen Art. Wir von Falkensee aktuell waren gleich mehrmals mit dabei und müssen sagen: Wer‘s nicht gesehen hat, hat etwas verpasst!

Zirkus: Ist das eigentlich noch zeitgemäß? Ich meine: Falkensee liegt direkt vor den Toren von Berlin und wir können uns dort den Cirque du Soleil ansehen, die Blue Men Group bewundern, Konzerten in der Waldbühne beiwohnen oder abends ein tolles Kabarett besuchen. Und: Nicht jeder Zirkus, den wir zuletzt in Falkensee gesehen haben, hat auch etwas getaugt.

Jetzt ist es für dieses Jahr schon wieder zu spät, aber: Ein Besuch im Circus William hat sich wirklich gelohnt. Das zweistündige Programm, das von der Familie Wille mit Ehepartnern, Brüdern, Schwestern und engagierten Artisten gestemmt wurde, hat das Publikum immer wieder mitgerissen. Uns auch – dabei sind wir aus der Redaktion eigentlich Zirkus-Skeptiker.

Fakt war aber, dass das Programm extrem abwechslungsreich war. Aus zahlreichen Darbietungen wie den Tierdressuren, den Seiltänzern und dem Feuerspucker ragten einige Attraktionen sogar noch deutlich heraus.

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So zeigten die Colorados eine sensationelle Westernshow. Bei den aufwändigen Lassotricks sah man den Schweiß von der Nasenspitze der Akrobaten tropfen: Die haben sich wirklich restlos verausgabt. Anschließend stellten sie dann auch noch ihre Mädels an die Holzwand, um sie mit Messern und spitzzackigen Todessternen zu bewerfen. Da stockte den Zuschauen schon einmal der Atem.

Wirklich schön anzusehen war auch die Luftakrobatik. Sabrina hängte sich in einen Ring und wurde dann am Seil durch die Lüfte geschleudert, um „in the air“ zu zeigen, dass Gravitation anscheinend doch kein Naturgesetz ist. Ohne Sicherung und doppelten Boden ist das natürlich lebensgefährlich – und ein gutes Beispiel für modernen Zirkus, der sich in Sachen Akrobatik doch neu erfindet. Das gilt auch für Artistin Maria, die am Seil empor kletterte, um direkt unter dem Zeltdach zu zeigen, dass man sich auch nur mit den Füßen festhalten kann.

Ein Höhepunkt war auch die Raubtiershow von Tarzan nach der Pause, die im gesicherten Käfig stattfand. Tarzan sprang stilecht mit dem Seil in seine Manege, um dann Löwen und Tiger in der gemischten Raubtiergruppe zu begrüßen. Die Raubkatzen wirkten aus der Nähe riesig – und ihre Pranken machten den Anschein von Bratpfannen. Auch die Eckzähne im Maul der Katzen wirkten bedrohlich. Tarzan erzählte uns, dass er deutlich mehr Respekt vor den Krallen als vor den Zählen hat: „Das gibt keine Kratzer, das gibt gleich Narben.“

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Der weiße Tiger Bombai tauchte übrigens noch nicht in der Raubtierdressur auf. Das Mädchen ist mit ihren 11 Monaten noch zu jung. Sie war aber am Ende der Show zu sehen und drehte mit ihrem Kumpel, dem Dalmatiner Jack, mit dem sie auch tagein tagaus zusammenlebt, noch eine Ehrenrunde durch die Manege. Just als der Zirkus in Falkensee weilte, kam übrigens noch ein zweiter weißer Tiger zum Ensemble hinzu – mit ganz blauen Augen und einem sehr aufgeweckten Wesen. Er versuchte beim Saubermachen seines Käfigs immer, Sabrina mit beiden Pranken auf den Hintern zu hauen. Das macht man doch nicht!

Die krasseste Nummer eines jeden Abends war das Todesrad. Das gewaltige Metallrad hat der Circus von einer anderen Gruppe erhalten, die es abgestoßen hat, nachdem es während einer Vorstellung zu einem ernsthaften Absturz mit Knochenbrüchen gekommen ist. Die jungen Brüder Wille montierten das mehrere Meter lange Rad und versetzten es dann in Schwingung, sodass es sich um sich selbst drehte. Blitzschnell sprangen sie dann in das Rad hinein und in ihm umher, um beim Überschlag nicht herausgeschleudert zu werden. Das sah aus nächster Nähe bereits schlimm aus. Aber es kam noch schlimmer. Schon bald hingen die Jungs außen am Rad: Jetzt wurde es lebensgefährlich.

Ohne Sicherung hielt sie nur die eigene Muskelkraft am Rad – kein Wunder, dass sie beide so dicke Muskeln haben. Am Ende band sich einer der Brüder eine schwarze Binde über die Augen und lief blind an der schmalen Außenseite über das sich drehende Rad.

Ein Fuß war schon über den Rand hinweg, da brüllte Vater Wille von unten: „Nach links, schnell, nach links.“ Uns sagte der Artist nach der Vorstellung: „Heute ging‘s mir nicht so gut wie sonst. Das war schon heikel.“ Chefredakteur Carsten Scheibe stellte sich bei einem Fototermin übrigens selbst einmal ins Todesrad: Alles wackelte, man steht sehr unsicher! Das ist definitiv nix für Weicheier.

Das Publikum freute sich über so viel Dramatik und ging nach Kräften mit – auch bei den Clownerien, bei denen einzelne Personen aus dem Publikum schon mal mitmachen mussten. Gelungen war auch, dass die Besucher in der Pause die Tierstallungen begutachten und Fotos mit ihren Kindern und den Tieren machen durften. Fazit: Wir hatten viel Spaß.

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