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19.12.2008

Benjamin Schickel: Web 2.0

schickelFrüher war alles anders. Früher waren Menschen im Fernsehen noch Schwarzweiß und mit einem Telefon hat man nur telefoniert. Früher ging man für den neuesten Film ins Kino und früher waren Kühe noch nicht lila. Ja, früher. Aber schon immer entwickelte sich die Technik und damit auch die Bequemlichkeit der Menschen weiter. Aber in unserer Zeit explodiert die Entwicklung regelrecht. Und für uns gibt es mittlerweile nichts Normaleres mehr als Communities, „user generated content“ und Pizza-Bestellungen via Internet.

Immer enger verknüpft sich das digitale Konstrukt mit dem realen Alltag. Web 2.0 wird zu life 2.0.

Besonders deutlich wird dies im Bereich der einfachen Kommunikation von Mensch zu Mensch. Wann haben Sie das letzte Mal handschriftlich einen Brief verfasst? Kaum ein Jugendlicher lebt heute noch in einem Haushalt ohne Internet-Zugang. Und auch die meisten von ihnen findet man in irgendeiner Community, einem Netzwerk von Menschen, die sich gegenseitig ihre Profile präsentieren. Hinzu kommen noch etliche Chat-Programme, die sogar schon Grundschüler vor den Bildschirm fesseln. Die Kinder in meiner Nachbarschaft haben keine Schürfwunden mehr, weil sie von Bäumen fallen, sondern nur noch eine ordentliche Kellerbräune.

Natürlich bringt diese Vernetzung von Individuen aber auch bahnbrechende Errungenschaften mit sich, wie beispielsweise die kostenlose Videotelefonie zu jeder Zeit an jeden Ort der Welt. Eine soziale Globalisierung bringt uns den Gedanken der Weltfamilie ein Stück weit näher.

Doch welchen Preis müssen wir dafür bezahlen? Staatliche Überwachung? Der gläserne Konsument? Hirnlose Zombies mit viereckigen Augen im Kinderzimmer? Ich denke nicht, dass wir bisher einen größeren Nachteil als Nutzen erfahren haben. Aber gerne führt Bequemlichkeit im Alltag auch zu Trägheit im Kopf. So denke ich, sollten wir alle uns stets bewusst sein, welche großartigen Möglichkeiten wir haben und nutzen, aber auch immer wach genug bleiben, um hinterfragen zu können, ob wir mit den neuen Entwicklungen auch einverstanden sind. Wir sollten die aufgeklärten Menschen bleiben, für die Menschen noch ganz ohne Web und WAP und Tiefkühlpizza gekämpft haben.

Aber natürlich sind die Vorteile neben der inhaltslosen Bildschirmmonotonie nicht von der Hand zu weisen. Digitale Freiheiten werden geschaffen. Stichwort Netzwerk. Ein noch relativ frisches Wort, das besonders für die kommende Generation der Berufseinsteiger so wichtig sein wird wie nie zuvor. Netzwerken ist nirgends besser möglich als online. Denn auch zu noch so weit entfernten und schon längst vergessenen Bekannten ist die Kontaktaufnahme so einfach wie nie zuvor. Ich selbst habe bereits mehrfach von den verschiedenen Ausbildungen und Talenten in meinem Abiturjahrgang profitiert und stelle im Gegenzug auch gerne meine eigenen Fähigkeiten zur Verfügung.

Zudem sehe ich einen weiteren Vorteil in der Aufwertung der Qualität des Webs. Es herrscht eine stete Entwicklung vom einfachen Konsumenten zum Mitgestalter von Inhalten vor. Der User ist aktiv und intellektuell gefordert, die Landschaft des Internets mitzugestalten. „User generated Content“ ist hierbei das Stichwort, das es dem User erlaubt, seine Freiheit im Netz auszuleben. Sogar das „User generated Müsli“ ist heute bereits möglich.

„Broadcast yourself“ lautet die Devise, doch denke ich, sollte dies mit Vorsicht zu genießen sein. So wichtig die digitale Kommunikation auch ist, so wissen wir doch alle, wie wichtig auch echte Gestik und Mimik ist.

Ich jedenfalls erwarte mit Spannung den ersten HotSpot in Falkensee.

In Falkensee gibt es seit 2008 das Jugendparlament. Es setzt sich für die Belange der Jugend im Ort ein. Benjamin Schickel gehört mit dazu. In Falkensee aktuell ist er ab sofort ihre Stimme.

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