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19.12.2008

Neues Gymnasium

gymDie Kinder der sechsten Klassen in den fünf Falkenseer Grundschulen haben die gefürchteten Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik hinter sich gebracht und sammeln nun noch ein paar letzte mündliche Glanznoten ein, um ein gutes Halbjahreszeugnis zu erhalten. Das wird dann zusammen mit dem Schulgutachten schon bald benötigt, um sich bei den weiterführenden Schulen zu bewerben.

In den vergangenen Jahren haben die Eltern immer wieder gebangt, ob es den Kindern wohl trotz entsprechender Empfehlung gelingt, einen Platz auf einem Gymnasium im Ort zu finden. Nicht wenige sind bereits nach der vierten Klasse nach Nauen in die Privatschule oder nach Berlin geflüchtet, um sich hier einen Platz zu sichern.

Anlass zu mehr Hoffnung gibt es 2009. Bürgermeister Heiko Müller: „Seit Jahren sah die Situation schon nicht mehr so rosig aus wie jetzt. Das Lise-Meitner-Gymnasium macht gleich drei neue 7. Klassen auf, das Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz sogar fünf – zwei mehr als im letzten Jahr. Und dann kommt ja auch noch das Neue Gymnasium Falkensee.“

Das Neue Gymnasium Falkensee ist der Joker, der 2009 die ganze Lage im Ort entspannen wird – hoffentlich. Die Schule wird am 31. August 2009 am Standort der alten Oberschule in der Rathenaustraße 35/37 zum ersten Mal seine Pforten öffnen und dann gleich Platz für drei 7. Klassen bieten.

Das sind elf neue 7. Klassen allein für angehende Gymnasiasten – und die Kant-Schule mit seiner gymnasialen Oberstufe gibt es ja auch noch. Also sollte im kommenden Jahr eigentlich jeder Schüler im Ort mit entsprechender Empfehlung auch einen passenden Platz an einer Falkenseer oder Dallgower Schule bekommen können…

Das neue Gymnasium Falkensee kommt. Alle Pläne sind im Soll, im August 2009 können am Standort Rathenaustraße bis zu drei neue 7. Klassen begrüßt werden. Das wird sicherlich eine ganz besondere Situation werden, denn die drei 7. Klassen werden das Gebäude ganz alleine „bewohnen“ – und immer die Ältesten in der neu gegründeten Schule sein, die den Standort der wegfusionierten Oberschule übernimmt. Bürgermeister Heiko Müller: „Das wird ganz bestimmt eine besonders ‚kuschelige‘ Atmosphäre vor Ort sein.“

gym

Einige wenige Lehrer werden fest für die Schule da sein: Sie kommen voraussichtlich aus anderen Schulen im Umland und decken die Kernfächer wie Mathematik oder Deutsch ab. Für die Spezialfächer wie Physik, Chemie oder Erdkunde werden Lehrer stundenweise von den Schulen im direkten Umkreis ausgeborgt. Hier gibt es bereits eine Kooperationsabsprache mit dem Lise-Meitner-Gymnasium. Aber auch einzelne Lehrer vom Marie-Curie-Gymnasium und sogar von der Kant-Schule sollen am Neuen Gymnasium unterrichten.

Als Rektorin wird Christina Kinner gehandelt, die bereits in Brandenburg-Stadt ein Gymnasium aufgebaut hat und entsprechende Erfahrungen mitbringt. Sie wohnt genau zwischen Falkensee und Brandenburg, sodass sie der neue Auftrag nicht aus ihrem Umfeld entreißt, wie das etwa bei den Cotbusser Lehrern der Fall ist, die in Falkensee unterrichten (müssen). Heiko Müller: „Frau Kinner freut sich bereits auf ihre neue Schule und wird ab Januar 2009 mit den anstehenden Vorbereitungen beschäftigt sein – etwa mit den Vorbereitungen zur Anmeldung der neuen Schülerinnen und Schüler. Und ab März 2009 beginnt das Aufnahmeverfahren.“

Die Ausrichtung der neuen Schule wird sprachlich-musisch sein. Neben der ersten Fremdsprache Englisch werden Latein und Französisch ls Zweitsprachen gehandelt. Spanisch wird gewünscht, aber das Vorhaben kann daran scheitern, dass Lehrer mit Spanischkenntnissen echte Mangelware in Brandenburg sind. Immerhin wird nicht schon wieder Russisch angeboten…

In den musischen Fächern wird es von Anfang an eine Kooperation mit der Musik- und Kunstschule Havelland und weiteren Partnern aus verschiedenen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen geben.

An der Konzeption des Neuen Gymnasiums war eine Steuerungsgruppe beteiligt. Ihr gehörten Vertreter der politischen Fraktionen ebenso an wie Elternvertreter und sogar Befürworter des evangelischen Gymnasiums, das letztendlich ja am Votum der befragten Bürgerschaft gescheitert ist. Schulrat Wolfgang Bogel-Meyhöfer ist zufrieden: „Hier ist ein sehr anspruchsvolles Profil erstellt worden, das wir voll und ganz unterstützen.“

Sicherlich ist es eine ganz besondere Situation, in der die Schüler des neuen Gymnasiums ihre ersten Schritte an einer weiterführenden Schule tun. Heiko Müller: „Ich kann nicht versprechen, dass es keine Probleme gibt. Aber wir alle sind bemüht, sie zu lösen, sobald sie auftreten.“

Die Befürchtung der Stadt, dass sich nicht ausreichend Schüler auf die drei geplanten Klassen bewerben werden, ist sicherlich unbegründet: Schon jetzt hört man im „Flurfunk“ der Grundschulen, dass viele Eltern das Neue Gymnasium Falkensee aufgrund der vorhergesagten Kuschelatmosphäre und der niedrigen Gesamtschülerzahl als erste Wahl im Schulwunsch angeben werden. Das ist gut so, denn es müssen mindestens zwei Klassen zustande kommt, damit die neue Schule nach dem Schulgesetz ihren Dienst aufnehmen darf. Die Befürchtung der Eltern, dass die Kinder gleich auf eine Baustelle ziehen werden, kann entkräftet werden: Frühestens in vier Jahren hat die Stadt das Geld für eine Renovierung der alten Oberschule: Erst ist die Kant-Schule an der Reihe. Ein Schlusswort vom Bürgermeister: „Ich glaube fest daran, dass wir im nächsten Jahr alle Gymnasialwünsche direkt im Ort abdecken können.“

Kontakt: Neues Gymnasium, Rathenaustraße 35/37, 14612 Falkensee, Tel.: 03322-3753, Fax: 03322-202828

Foto: Carsten Scheibe

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