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28.01.2009

Scheibes Kolumne: Kampftöle

scheibeFalkensee hat ein offizielles Hundeauslaufgebiet auf der Wiese zwischen dem Herlitz-Bau und den ersten Häusern in Berlin. Hier trifft man als Hundebesitzer nette Vierbeiner und aufgeschlossene Herrchen und Frauchen. Leider ist hier aber auch die eine oder andere Kampftöle mit dabei.

Wenigstens einmal am Tag muss der Hund raus. Denn den Garten kennt unser Golden Retriever Becky schon zur Genüge, da ist schon alles erschnuppert. Und so treibt es uns oft auf die nah gelegene Hundewiese. Da gibt es Kumpels zum Spielen, Wühlmäuse zum Ausgraben, interessante Duftmarken zum Schnüffeln und manchmal auch einen Haufen Wildschweindung zum hemmungslosen Draufrumwälzen.

In der Regel trifft man hier viele andere Hundebesitzer. Becky hat da keine Berührungsängste und tobt mit Boxern, Schäferhunden, Doggen und kleinen Fußhupen ebenso gern wie mit anderen Retrievern. Dabei ist es ihr Größtes, Kreise zu laufen – und alle anderen müssen ihr hinterherwetzen.

Doch leider trifft man immer wieder auf gestörte Köter, deren Besitzer man selbst schon ansieht, dass sie ein Problem haben. Ich persönlich kann diese Angstkläffer nicht leiden, die an der Leine geführt werden und dann plötzlich einen hysterischen Anfall bekommen, sobald man auf dem schmalen Weg genau mit ihnen auf gleicher Höhe ist.

Letztens war da ein Schäferhundsmischling, der rannte weit vor seinem Frauchen frei übers Feld, kam zu Becky, schnüffelte wie alle anderen Hunde erst an ihrem Hintern und dann am Ohr, um sich urplötzlich in eine Dr-Jekill-Version seiner selbst zu verwandeln. Das Tier knurrte, grollte und schnappte, Zähne waren überall – und bevor ich realisieren konnte, dass dieser vierbeinige Haufen Zuchtfehler meinen armen Hund richtig beißen wollte, hatte Becky schon die Flucht ergriffen und rannte im weiten Bogen davon.

Der Aggressor trottete dann vermeintlich ganz unbekümmert zum nächsten Hund, der gerade des Weges kam. Das war so ein ganz kleiner Minihund, kaum größer als zwei aufeinander gestapelte Meerschweinchen. Wieder rannte der Schäferhundmix hin, schnüffelte und rastete dann auch schon wieder unversehens aus – und schnappte in echter Beißabsicht nach dem kleinen Hund.

Da packte mich die Wut und ich hätte der miesen Töle gern eins übergebraten, um sie gleich zu Sauerscharfsuppe zu verarbeiten. Aber da kam ja auch schon das überforderte Frauchen angehastet und keuchte: „Mensch, du sollst doch nicht immer stänkern, Purzel.“
Der stänkert nicht, dachte ich, der terrorisiert. Und ich hoffe, dass mir dieser Terrorvierbeiner nicht noch einmal vor die Leine läuft. Sonst garantiere ich für gar nix mehr.

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