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11.02.2009

Eröffnung der Sonderausstellung „Falkensee und Sachsenhausen“

logoAm Freitag, den 13. Februar, eröffnet das Heimatmuseum Falkensee die Ausstellung „Falkensee und Sachsenhausen. Biografien unter der Sowjetischen Besatzungsmacht 1945-1950“ um 19 Uhr im Rathaus Falkensee. Bei den Recherchen in Vorbereitung der Ausstellung konnten Historiker der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen über 160 Namen von Frauen, Männern und Jugendlichen aus Falkensee ermitteln, die nach 1945 von den sowjetischen Geheimdiensten SMERSCH und NKWD verhaftet und in das Speziallager Sachsenhausen überstellt wurden.

Mehr als 20 Falkenseer überlebten das Lager nicht. Sie starben an Unterernährung und deren Folgeerscheinungen.

Erstmals widmet sich eine Ausstellung des Heimatmuseums Falkensee und der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ausführlich dem Thema „Verhaftungen durch die sowjetischen Sicherheitsorgane“ in einer lokalhistorischen und biografischen Perspektive. Sie dokumentiert wichtige Ereignisse und Entwicklungen der Nachkriegsgeschichte des Ortes Falkensee und zentrale Aspekte des Haftalltags im Speziallager Sachsenhausen wie Mangelernährung und massenhaftes Verhungern, aber auch menschliche Isolation und erzwungene Untätigkeit. Entlang einer Zeitachse der Jahre 1945 bis 1950 werden 18 Schicksale von Falkenseern in diesen historischen-politischen Kontext eingeordnet. Die vorgestellten Biografien spiegeln unterschiedliche Verhaftungsgründe, Altersklassen und soziale Schichten. Es entsteht ein heterogenes Bild, das nur zum Teil die tatsächliche politische, soziale und demographische Struktur Falkensees widerspiegelt, aber die Vielschichtigkeit der Häftlingsgesellschaft in Lager andeutet.

Insgesamt hielt der sowjetische Geheimdienst in Sachsenhausen 60.000 Menschen gefangen: Internierte, Verurteilte, ehemalige deutsche Wehrmachtsoffiziere und Ausländer.

Die Ausstellung wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, der Sparkasse Falkensee und der Stadtverwaltung Falkensee gefördert. Ein herzlicher Dank gilt allen Zeitzeugen und Angehörigen, die mit ihrem Wissen halfen und wertvolle Dokumente, Fotos und Erinnerungsstücke zur Verfügung stellten. Die Ausstellung ist bis zum 24. Mai 2009 im Heimatmuseum Falkensee zu sehen. Ab Juni 2009 wird sie in der Gedenkstätte Sachsenhausen gezeigt. Zur Ausstellung ist ein pädagogisches Begleitmaterial entwickelt worden, das in der Ausstellung allen Interessierten, insbesondere Schülergruppen zur Verfügung steht.

Demnächst erscheint zur Ausstellung eine Broschüre inklusive pädagogischem Begleitmaterial, die im Heimatmuseum Falkensee erhältlich sein wird.

Heimatmuseum Falkensee
Falkenhagener Straße 77
Tel.: +49 3322 22288

Öffnungszeiten: Di. und Mi. von 10 – 16 Uhr; Do., Sa. und So. von 14 –
18 Uhr; an Feiertagen geschlossen

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