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10.04.2009

Sozialausschuss empfiehlt Errichtung einer zweiten Grundschule

fseeErster Schritt ist getan: Sozialausschuss empfiehlt Errichtung einer zweiten Grundschule / Nach teilweise kontroverser Debatte hat der Sozialausschuss am Montag, dem 6.4.2009, die Gemeinde aufgefordert, mit Beginn des kommenden Schuljahres eine neue zweizügige Grundschule zu errichten, die mit zwei Klassen beginnend Jahr für Jahr wächst. Damit geht jetzt hoffentlich eine seit Langem geäußerte Forderung der Elternschaft in Erfüllung.

Des Weiteren wurden konzeptionelle Vorstellungen beschlossen, die von einer zu gründenden Elterninitiative noch ausgearbeitet werden können und dann im September durch die neue Schulkonferenz festgelegt werden sollten.

Zum Hintergrund: Das Wachstum in Dallgow-Döberitz wurde seitens der Gemeinde immer wieder unterschätzt. Seit Jahren klagt die Grundschule Am Wasserturm über Raummangel. Der Bau des Filialgebäudes wurde von uns begrüßt, war aber schon bei der Grundsteinlegung zu knapp geplant und war kaum in der Lage, die Raumnot zu lindern. Darüberhinaus versäumte die Gemeindevertretung es damals, mit dem neuen Gebäude auch eine neue Schule zu errichten. Damit entstand das unrühmliche „Modell Dallgow-Döberitz“, ein über Jahre angelegtes Provisorium einer Grundschule, die auf zwei entfernte Standorte verteilt ist – mit allen Nachteilen, die sich durch die Trennung ergeben: Die Lehrer sind oft zwischen den Standorten unterwegs, die Pausenaufsicht musste vernachlässigt werden, der Schulleiter ist zu wenig präsent … .

Aus diesen Gründen fordern die Elternschaft, die Schulleitung und auch der Schulkonferenzvorsitzende zur Entlastung eine zweite Grundschule in unserer Gemeinde.

Hier der Antrag der Fraktion DIE LINKE/B90-DIE GRÜNEN in der beschlossenen Form:
[In eckigen Klammern die jeweiligen Abstimmungsergebnisse]

„Die Gemeindevertretung möge beschließen:
1. zum Schuljahr 2009/2010 eine zweite Grundschule in Dallgow-Döberitz zu errichten.
[6:1:0, Gegenstimme SPD]

2. Standort der neuen Grundschule soll zunächst der Filialstandort Steinschneiderstraße sein.
[6:0:1, Enthaltung SPD]

3. Der Schulbetrieb ist ab dem Schuljahr 2009/10 mit zwei ersten Klassen aufzunehmen. Die Schule soll zweizügig sein.
[6:0:1, Enthaltung SPD]

4. Die Verwaltung wird beauftragt, umgehend die Errichtung beim Ministerium zu beantragen und alle weiteren notwendigen Schritte einzuleiten.
[6:0:1, Enthaltung SPD]

5. Die Entwicklung der neuen Grundschule zu einer Verlässlichen Halbtagsgrundschule ist zu unterstützen. Es sind die Voraussetzungen zu schaffen, dass bis zum 30. 10. 2009 die Schulkonferenz der neuen Grundschule die Einrichtung einer Verlässlichen Halbtagsgrundschule beantragen kann.
[6:0:1, Enthaltung SPD]

6. Für die neue Grundschule ist ein eigenständiges Hortkonzept auszuarbeiten.
[4:0:3, Enthaltungen CDU, SPD]

7. Ebenfalls ist die Teilnahme am Schulversuch Flexible Eingangsstufe zu unterstützen.
[3:0:4]

8. Beim Schulamt ist darauf hinzuwirken, dass bei der Versetzung der Lehrerinnen und Lehrer an diese Grundschule das Prinzip der Freiwilligkeit Vorrang hat. Es sind Lehrerinnen und Lehrer zu bevorzugen, die sich in einem Ganztagsschulbetrieb und einer Flexiblen Eingangsstufe engagieren möchten.
[1:0:6, Enthaltungen CDU, FWG, SPD]

9. Die Eltern sollen sich frei zwischen den beiden Grundschulen entscheiden können (zwei deckungsgleiche Schulbezirke).
[6:0:1, Enthaltung SPD]

10. Es ist zu prüfen, inwieweit Mittel aus dem Konjunkturpaket des Landes für Verlässliche Halbtagsgrundschulen beantragt werden können.
[6:0:1, Enthaltung SPD]

Begründung
Nach der Prognose der Einwohnerzahlen bis 2030 ist klar, dass Dallgow-Döberitz weiter wachsen wird und wir auch in Zukunft von einer Fünfzügigkeit ausgehen müssen. Die Aufteilung der Grundschule „Am Wasserturm“ in zwei weit voneinander entfernt liegende Schulstandorte stellt eine große Belastung für die Organisation des Schulbetriebs und besonders für die Lehrerinnen dar. Dieses Provisorium sollten wir beenden.

Da nicht mit einer Sechszügigkeit gerechnet werden muss, bietet sich die weitere Nutzung und Entwicklung des Standortes Steinschneiderstraße an. Für einen zweizügigen Schulbetrieb ist die bestehende Turnhalle ausreichend. Der Aufbau der neuen Grundschule kann mit zwei ersten Klassen beginnen. Dadurch kann die Schule langsam von unten hoch wachsen. Solange noch Bedarf besteht, können die Räume Steinschneiderstraße von der Grundschule „Am Wasserturm“ mitgenutzt werden.

Zunächst sind keine Baumaßnahmen erforderlich. Mittelfristig werden Fachräume sowie Räume für Teilungsunterricht und Neigungsdifferenzierung benötigt. Für den Umbau der Schule zu einer Ganztagsgrundschule mit flexibler Eingangsstufe könnte an der Stelle des Flachbaus ein neues Gebäude errichtet werden. Dabei sind die besonderen Anforderungen des neuen Schulkonzepts einzubeziehen.

Das Modell einer Ganztagsgrundschule setzt eine enge Zusammenarbeit von Schule und Hort voraus, da Horterzieherinnen mit im Unterricht, in der individuellen Lernzeit, für Projekte und AGs eingesetzt werden. Deshalb sollte der neuen Grundschule ein eigener Hort zugeordnet werden. Möglicherweise können auch Räume des Hortgebäudes in die Gesamtplanung einbezogen werden.

Dagmar Schubert Petra Budke
Fraktionsvorsitzende Stellvertretende Fraktionsvorsitzende“

Der ursprüngliche Punkt 10 des Antrages wurde nicht abgestimmt:
„Es ist ein Konzept für den Umbau zu einer Ganztagsgrundschule zu entwickeln. Interessierte Lehrer und Lehrerinnen, Horterzieherinnen und Eltern (insbesondere auch die Kita-Eltern) sind einzubeziehen.“
Grund: Die Anwesenden gehen davon aus, dass eine Elterninitiative bei Bedarf die Mitarbeit der Parteien und der Gemeindeverwaltung sucht.

Wolfgang Seelbach, Schulelternsprecher Grundschule ‚Am Wasserturm’ Dallgow-Döberitz

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