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10.06.2009

Citadel Music Festival: Madness + ZZ Top

madness1Das Citadel Music Festival in Spandau spricht nicht nur dank der fantastischen Open-Air-Kulisse im Innenhof der urigen Zitadelle die vielen tausend Besucher an, die vor jedem neuen Konzert Schlange vor dem Festungstor stehen. Es ist auch das extrem abwechslungsreiche Programm, das Topstars und Klassiker aus den letzten Jahrzehnten mixt. Am 5. Juni kam Madness an die Reihe – eine Band aus England, die Ende der Siebziger von sieben Freunden (die Nutty Boys) gegründet wurde und die mit fröhlich-tanzbarer Ska/Punk-Musik brillierte.

Klar, in Berlin waren Songs wie „Our House“ oder „One Step Beyond“ ein Muss auf jeder Party. Aber ob Madness wohl heute noch Fans in der Metropole hat? Der Abend in der Zitadelle zeigte – und ob! Vor der Bühne drängte sich ein völlig ausgeflipptes Ska-Publikum mit verrückten Hüten auf dem Kopf, typischen Karo-Muster-Jacken, noblen Anzügen und liebevollen Accessoires aus dieser feierfreudigen Musikrichtung.

Nachdem die Berliner Band The Pokes das Publikum angeheizt hatte, übernahmen Sänger Graham „Suggs“ MacPherson und seine Nutty Boys die Bühne. In gediegenen Anzügen, bunten Schuhen und einer Kippe im Mundwinkel zeigte die Band, dass sie es noch voll drauf hat – und live noch tausend Mal mehr Stimmung macht als etwa auf dem Best-of-Album „Complete Madness“.

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Bei Songs wie „Embarassment“, „My Girl“, „Baggy Trousers“, „Night Boat To Cairo“ und natürlich „Madness“ zeigten die in Würde gealterten Jungs aus England, dass sie die alte Madness-Coolness noch reichlich im Blut haben. Das Publikum rastete aus wie selten zuvor in der Zitadelle. Obwohl die meisten Besucher selbst die 40 bereits hinter sich gelassen haben, hüpften, schubsten und kreischten die Fans, als wäre dies die beste Party der letzten Jahre. Volle Bierbecher flogen durch die Luft, leere auch, und im Nu verwandelte sich der ganze freie Platz vor der Bühne in eine riesige Tanzfläche. Bei bester Stimmung konnte niemand mehr still stehen. Die Nutty Boys fühlten sich sichtlich wohl und legten am Ende noch ein paar Zugaben drauf, die zum Teil gewaltig in die Länge gezogen wurden, um noch ein wenig länger auf der Bühne bleiben zu können. Klarer Fall: Eins der besten Konzerte, das je im Rahmen des Citadel Music Festivals veranstaltet wurde. Da wird es Zeit, sich rasch die fehlenden Madness-CDs zu besorgen.

Konzertbericht vom 29. Mai 2009: ZZ Top

zztopIm letzten Jahr eröffnete Ian Anderson mit Jethro Tull das Citadel Music Festival. In diesem Jahr gab‘s Besuch aus Texas: ZZ Top gaben sich die Ehre. Die drei Ur-Texaner spielen bereits seit den Sechzigern zusammen. Berühmt wurden die Gitarren-Experten mit ihren unendlich langen Bärten, harten Riffs und Songs wie „La Grange“ und „Jesus Just Left Chicago“. Auch wenn Banausen den Rockern nur das Beherrschen von drei Akkorden zugestehen, so bieten ZZ Top doch bereits seit Jahren eine perfekte Mischung aus Blues, Rock, Country und Boogie.

In Berlin müssen die Besucher lange warten, bis sie in die Zitadelle dürfen. Alle Fans werden aus Sicherheitsgründen abgetastet, ihre Rucksäcke durchsucht. Eine sinnvolle, aber unnötige Vorsichtsmassnahme: Die meisten Fans vor Ort sind um die 40 und 50 – und haben ihre wilden Zeiten bereits hinter sich, auch wenn es auch im Publikum lange Bärte, schwarze Lederkutten und aufgesetzte Sonnenbrillen zuhauf gab. Kurzum: Alles blieb friedlich.

In der Zitadelle wurden die Bässe jedenfalls richtig aufgedreht. Gut so, denn ZZ Top wirkt laut am besten, wenn Billy Gibbons mit seiner riefen und rauchigen Stimme loslegt und dabei die Gitarre beackert, als habe er bereits im Kindergarten nix anderes gemacht. Mit Dusty Hill am Bass und Frank Beard am Schlagzeug ist die Band komplett.

Die Fans in der Zitadelle freuen sich über ein furios gespieltes Portfolio der bekanntesten ZZ-Top-Hits – mit Hits wie „Gimme All Your Lovin“, „Tush“, „Got Me Under Pressure“, „Cheap Sunglasses“ und „Legs“. Auf der Bühne ist alles auf das Nötigste reduziert, die Bärte wackeln im Berliner Wind und harte Riffs rocken durch Spandau. Wunderbar.

Geärgert hat die Besucher nur, dass bereits nach knapp anderthalb Stunden schon wieder alles vorbei war. Da hätten ZZ Top ruhig noch länger Gas geben können!

Das verbleibende Festival Programm 2009

Nach 2006, 2007 und 2008 findet auch in diesem Jahr wieder das Citadel Music Festival statt – im Open-Air-Innenhof der Zitadelle in Spandau. Den ganzen Sommer über werden hier mitreißende Live-Konzerte mit vielen bekannten Bands veranstaltet.

Hier das aktuelle Programm für 2009
29.6.: Ina Müller + Band Open Air
05.7.: Blackmore‘s Night
07.7.: Goran Bregovic + Shantel
08.7.: Calexico, Lampchop & Lucinda Williams
10.7.: Fritz im Freien Part 1
11.7.: Keimzeit
19.7.: Ein Hartz für Berlin
25.7.: Marianne Faithfull
01.8.: Fritz im Freien Part 2
02.8.: Crenature Day 2009
28.8.: Cantus Buranus
29.8.: Silbermond
30.8.: Tangerine Dream
05.9.: Culcha Candela

Das Programm wird ständig erweitert. Hier alle Details:
www.citadel-music-festival.de

Fotos: Madness-Fotos von Carsten Scheibe

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