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30.08.2009

Scheibes Glosse: Reiseterror

scheibeSommerzeit ist Urlaubszeit: Und halb Falkensee ist weg! Dass alleine der Weg in und aus dem Urlaub gleich wieder die halbe Erholung kosten kann, muss leider Falkensee-aktuell-Chef Carsten Scheibe aus erster Hand erleben. Fliegen ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Wenigstens wird es „Bauer sucht Frau“ auch in Zukunft weiter geben: Inka Bause war mit an Bord.

Der Urlaub 2009 begann mit einer Katastrophe: Mitten im Wartebereich im Flughafen Tegel beugte sich plötzlich einer der Mitreisenden vor und übergab sich im hohen Bogen über den ganzen Gang. Es dauerte über eine halbe Stunde, bis endlich eine Putzfrau anrückte. Das lag bestimmt an der unverständlichen Lautsprecherdurchsage: „Bitte schnell eine Reinigungskraft in den Wartebereich des Terminals brkstzzllkk.“ Der Mann sackte derweil völlig in sich zusammen und wirkte wie kurz vor dem baldigen Ableben. Ein Arzt kam, dann die Feuerwehr. Alle Wartenden dachten nur: Schweinegrippe! Die Verantwortlichen folgerten: Nur weg mit dem! Also durfte er mitfliegen. Fast neben uns.

Natürlich hatte unser Flieger Verspätung. In New York saßen wir alle dann noch eine ganze Stunde im gelandeten Flieger, bis es dann doch kein Gate gab und wir alle eine weitere Stunde im engen Bus ausharren mussten, wo sich Reisende aus vielen Ländern hautnah anatmeten, um Viren auszutauschen. Bis wir am Ende durch die strenge amerikanische Imigration waren und unsere Koffer hatten, war der Anschlussflug weg. So musste uns die Fluggesellschaft eine Nacht in New York spendieren.

Auf dem Rückweg ging das Chaos weiter. Wegen ein paar hundert Gramm wollte die Fluggesellschaft erst streng 150 Dollar Übergepäckgebühr für jeden einzelnen unser Koffer haben. Die Gesundheit der Mitarbeiter am Gepäckband sei gefährdet. Komisch, dass die Reisenden der ersten Klasse per se 10 Kilo mehr in jedem Koffer haben dürfen. Da ist die Gesundheit dann doch wieder egal, wenn es um die Kohle geht. Wir packten dann vor aller Augen die Koffer neu. In New York ging alles glatt, bis wir im Flieger saßen. Dann kam die Durchsage: Ein Pilot habe im Cockpit ein Fenster geöffnet und bekomme es nun nicht mehr zu.

Nach anderthalb Stunden Warten auf den Techniker half alles nix: Wir mussten alles Zeug wieder zusammenkratzen und die Maschine wechseln. Um Zeit einzuholen, gab der Pilot dann im neuen Jet richtig Gas und schaffte es in sieben Stunden über den Atlantik. Dafür nahm er dann unterwegs auch jede Gewitterfront mit, sodass es uns mächtig durchschüttelte.

Sicherheit gab mir Inka Bause, die schräg vor uns saß. Ich dachte nur: Wenn wir jetzt abstürzen, gibt es nie wieder „Bauer sucht Frau“ im Fernsehen. Und das kann der liebe Gott ja nicht zulassen. So landeten wir sicher wieder in Berlin-Tegel. (Carsten Scheibe)

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