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06.02.2010

Volker Bublitz entwickelt iPhone-Apps

volker1Das iPhone und der iPod touch: Apple hat es in Rekordzeit geschafft, die trendigen Geräte als Wunschobjekt Nummer eins zu etablieren. Doch nicht nur das edle Design und die professionelle Ausführung sorgen dafür, dass normale Handys oder andere mobile Spielekonsolen keine Chance mehr auf Erfolg haben. Vor allem die über 100.000 Apps (Programme), die man sich aus dem iTunes AppStore auf seine Geräte herunterladen kann und die selten mehr als einen Euro kosten, haben es den Anwendern angetan: Viele App-Entwickler sind binnen weniger Monate zu Multimillionären geworden.

Das trifft auf Volker Bublitz noch nicht ganz zu: Der Falkenseer entwickelt ebenfalls Apps für den explodierenden iPhone-Markt. Das war für uns Anlass genug, ihn einmal zu treffen.

Wie alt sind Sie, wie lange leben Sie schon in Falkensee, was machen Sie beruflich?

Ich bin jetzt 31, wohne seit 2006 in Falkensee und arbeite bei der imatics Software GmbH. Das Unternehmen wurde 2003 in Falkensee gegründet und ist Spezialist für Geschäftsprozessmanagement und dort insbesondere für die Erstellung und Ausführung von prozessbasierten Webanwendungen. Zu meinem Aufgabengebiet gehören Beratung, Entwicklung und Projekthandling. Da wir ein kleines Unternehmen sind, hat jeder von uns Kundenkontakt. Eine Schnittstelle von Kunden zur Technik zu bilden, Ideen zu erkennen und auch in die Praxis umzusetzen, ist eine Stärke von imatics. Und im Prinzip ist genau das der Grund, warum ich gern dort arbeite.

Wie lange haben Sie schon Ihr iPhone, was fasziniert Sie daran? Welche Apps sind für Sie unverzichtbar?

Mein iPhone habe ich noch gar nicht und werde wohl auch in naher Zukunft erst einmal keins haben. Auch wenn ich mir sicher bin, dass ich irgendwann auch nicht mehr anders kann. Mein Arbeitsalltag wird bestimmt von Internet, E-Mails, Tweets, Telefonklingelei, Google & Co. Wenn ich mit meiner Familie einen Ausflug mache, dann ist das Schönste daran, dass ich diesen ganzen Kram nicht dabei habe. Ich telefoniere z.B. so gut wie nie, wenn ich unterwegs bin. Mein 5 Jahre altes Klapperhandy (nicht Klapphandy!) reicht im Notfall völlig aus. Dennoch begeistern mich das iPhone und die Möglichkeiten, die es bietet. Zur Entwicklung eigener Apps habe ich mir einen iPod touch zugelegt. Das war im September 2008.

Es gibt für das iPhone (und natürlich den iPod touch) das Musikspiel Tap Tap Revenge, das für mich – als ausrangierten Musiker – immer wieder eine Herausforderung parat hält. Die meisten Apps, die ich sonst regelmäßig verwende, haben mit meiner Arbeit zu tun. Ich nutze das Gerät auch, um auf dem Laufenden zu bleiben und beobachte, welche Apps und Internetdienste gerade in Mode sind. Das gehört für mich irgendwie dazu.

Sie entwickeln selbst iPhone-Apps. Was hat Sie dazu gebracht und woher wissen Sie, wie so etwas geht?

volkher2Da ich Software-Entwickler bin, ist einfach das Interesse vorhanden, etwas Neues auszuprobieren. Die Apps für das iPhone entwickelt man in einer Programmiersprache, die ich mir vorher noch nicht intensiv angesehen hatte.

Man braucht viel Zeit – die man oft nicht hat -, wenn man sich einfach so in eine neue Sprache einarbeiten möchte. Apple hat aber mit dem iPhone und dem AppStore eine gute Umgebung geschaffen, sodass sich die investierte Zeit auch einigermaßen lohnt. Ich war neben meinem Hauptberuf immer schon selbstständig tätig und habe diverse andere Dinge ausklingen lassen und statt dessen dann für das iPhone programmiert.

Welche Apps bieten Sie an? Und warum haben Sie sich gerade für diese Themen entschieden?

Es war für mich wichtig, mit einem kleinen Projekt zu beginnen. Aus der Verwandtschaft kamen die irrsinnigsten Ideen, die ich in meiner verfügbaren Zeit niemals hätte verwirklichen können. Irgendwann tauchte dann die Frage nach KFZ-Kennzeichen auf und die Idee für die erste App „LicensePlate“ war da. Innerhalb eines Monats war bereits die erste Version fertig. Nur aktuelle deutsche Kennzeichen und mit dem iPhone-typischen Drehrädchen zur Auswahl der Kürzel. Neben auslaufenden deutschen Kürzeln oder Diplomatenkennzeichen bietet die App mittlerweile Informationen zu Kennzeichen aus weit mehr als 30 Ländern. Auf neue Ideen muss man nicht lange warten. Von Freunden oder Kunden werden permanent Wünsche an mich herangetragen, die ich dann nach Möglichkeit auch einbaue. Für die Schweiz (und teilweise für Deutschland) gibt es z.B. Tipps zu Spezialitäten oder Sehenswürdigkeiten einzelner Regionen, gesehene Kennzeichen kann man markieren und sammeln, etc.

Eines Abends las ich dann die E-Mail eines Lufthansa-Piloten aus Berlin, der ein mobiles Nachschlagewerk für Codes benötigte, die im Flugbereich genutzt werden. So entstand dann meine zweite App FlightCode. Witzigerweise schrieb mir vor kurzem ein Mitarbeiter der Lufthansa aus Hamburg zu FlightCode eine E-Mail. Die beiden heißen auch noch fast gleich – stellen Sie sich einen Matthias Roth und einen Mathias Rot vor, dann wissen Sie, was ich meine. Demnächst wollen die Beiden mal telefonieren – das iPhone verbindet eben 😉

Meine nächste App wird übrigens für die vielen Nagelstudios in Falkensee sein. Einfach einen beliebigen Finger vor die iPhone-Kamera halten und dann dem Fingernagel in verschiedenen Farben beim Wachsen zusehen. Irgendwann sagt man „Stopp“ und kann dann genau diese Plastiknägel in der App bestellen und auch gleich bezahlen. Die App lässt sich bestimmt für 10 Euro pro Lizenz verkaufen. Die BILD-App wird ja schließlich auch gekauft… Aber im Ernst: ich habe zwar noch einige Ideen, allerdings bleiben die erstmal in der Schublade. Schlafen muss man ja auch noch irgendwann.

Verfolgen Sie aktiv im Appstore, wie Ihre Apps sich verkaufen? Bekommen Sie dabei Feedback aus ganz Deutschland?

Zwei Mal Ja. Feedback bekomme ich aus der ganzen Welt, denn beide Apps werden weltweit angeboten. Derzeit habe ich gerade eine kleine Diskussion mit einem Japaner über japanische Kennzeichen.

Kann man von den Apps leben oder ist das nur ein nettes Hobby?

Es ist hier wahrscheinlich genauso wie bei jeder Geschäftsidee, die man sonst haben kann. Es gibt Leute, die neue Apps hauptberuflich in einer Firma entwickeln und verkaufen. Das kann ein gutes Geschäft sein, muss es aber nicht. Dann gibt es diejenigen, die nebenbei für das iPhone programmieren und durchschnittlich abschneiden. Natürlich gibt es auch Leute, die in eine App verhältnismäßig wenig Zeit investiert haben und trotzdem unglaublich viel Geld damit verdient haben – die typische Furz-App gehört auf jeden Fall dazu. Man muss den richtigen Zeitpunkt treffen und viel Aufmerksamkeit erregen, dann klappt so etwas. Glück mit der Presse gehört vor allem dazu. Ich glaube, dass ich meine Zeit recht gut angelegt habe, obwohl ich nicht zu den beschriebenen Glückspilzen gehöre. Es ist ein nettes, aber „arbeitsintensives“ Hobby, und man hat die Chance, sein Angebot Stück für Stück auszubauen.

Wird bald jeder in Falkensee ein iPhone haben?

Nein. Noch nicht einmal alle die, die gern eines hätten, werden bald auch eines haben. Oder zumindest wird es in absehbarer Zeit nicht niemanden mehr geben, der nicht ein iPhone hat.

Lieber Herr Bublitz, haben Sie vielen Dank für das vergnügliche Interview. Viel Glück mit Ihren Apps.

Homepage von Volker Bublitz HIER.
Web-Blog zum Thema iPhone-Apps HIER.

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