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06.02.2010

Vorleser Dirk Lausch: Kunst des Lesens

lausch1Dirk Lausch ist in Berlin und auch in Falkensee als Rezitator unterwegs – auch wenn er den Begriff Vorleser vorzieht. Ob Stadtbibliothek oder Hexenhaus: Lausch Stimme ist sehr gefragt. Wir haben den Vorleser gefragt, warum er sich in Falkensee so wohl fühlt.

Sie wohnen in Berlin, sind aber immer wieder in Falkensee anzutreffen. Sie lesen hier im Hexenhaus und in der Stadtbibliothek. Woher kommt diese Verbindung ins Havelland?

Einer meiner Auftraggeber hat seinen Sitz in Falkensee – da lag es nahe, mir auch hier Leseorte zu suchen. Das tolle Team der Stadtbibliothek und Edmund Becker vom Hexenhaus waren sehr offen für meine Literaturveranstaltungen – da stimmte die Chemie.

Wie wichtig ist der jeweilige Text für den Vorleser?

Ohne Text kein Vorlesen. So einfach ist das! Im Ernst: Der Text steht im Mittelpunkt – ohne Wenn und Aber. Als Vorleser kann ich einen Text nur dann sinnig interpretieren, wenn ich ihn verinnerlicht und – vielleicht ist das am wichtigsten – verstanden habe.

Hinzu kommen Atem- und Sprechtechnik. Und: Eine gute Stimme ist durchaus von Vorteil – insbesondere für die Zuhörer… Vorlesen heißt: Texte mit stimmlichen Mitteln faszinierend zu gestalten – also ähnlich einem Hörspiel, „Kino im Kopf“ der Zuhörer zu erzeugen.

Kann man das lernen?

Grundsätzlich ja. Ich biete einmal pro Woche im Mehrgenerationenhaus eine Vorlesewerkstatt an, in der ich den Teilnehmern die Basics des Vorlesens vermittele. Ziel ist eine gemeinsame öffentliche Lesung. Aus der ersten Werkstatt sind die „Falkenseer Literatur-Ladies“ hervorgegangen – vier Damen, die richtig gute Vorleserinnen sind und mit denen ich regelmäßig gemeinsam vorlese.

In den letzten Monaten waren Sie sehr aktiv als Vorleser. Was haben Sie in Falkensee alles gelesen?

Das waren zum einen satirische Texte, u.a. zusammen mit den Literatur-Ladies ein schönes Weihnachtsprogramm in der Stadtbibliothek, und zum anderen ein Abend mit Kurzgeschichten von Edgar-Allan-Poe.

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Wie war denn das Feedback im Falkenseer Hexenhaus auf die Lesungen?

Sehr positiv – Literatur und kulinarische Genüsse sind ja auch eine prima Kombination. Highlight war natürlich das „Literarische Halloween“. Da das Haus bis auf den letzten Platz ausgebucht war, habe ich vom Tresen in der Küche aus über ein Mikro gelesen.

Wie sind Sie Vorleser geworden?

Meine Freundin und ich besuchen regelmäßig Literaturveranstaltungen. Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass es an der Zeit für mich ist, mal selbst aufzutreten. Also habe ich den Wirt meiner Stammkneipe in Schöneberg gefragt, ob er einverstanden damit ist, dass ich bei ihm einen Leseabend veranstalte – nur mal so. Und mit einem Mal war der Vorleser Lausch und die Veranstaltung „Literatur im Pub“ geboren. Das war 2005 und aus dem Hobby ist eine ernsthafte Tätigkeit geworden, die ich mit großem Spaß ausübe.

Was ist für 2010 bereits geplant?

Ich freue mich auf eine weitere ehrenamtliche Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek – wir diskutieren gerade über konkrete Pläne. Mit den Literatur-Ladies geht’s munter weiter. Wir bereiten für den März aktuell eine Lesung zum Thema „Reisen und Urlaub“ vor.

Außerdem freue ich mich auf viele schöne Veranstaltungen im Hexenhaus – ich durfte bereits die Januar-Küchenparty dort literarisch begleiten und bin schon sehr gespannt auf den 14. Februar, den Valentinstag. Zwischen den Gängen lese ich Auszüge aus Casanovas Lebenserinnerungen. Auch der wusste, dass Liebe durch den Magen geht…

Mein Ziel ist, in Falkensee eine offene Lesebühne zu etablieren, auf der jeder, der Lust dazu hat, etwas vorlesen kann.

Kontaktdaten: Dirk Lausch, 030/82 70 93 54, dirklausch@web.de und ab Mitte Februar unter www.dirklausch.de

Fotos: von Dirk Lausch zur Verfügung gestellt

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