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02.04.2010

Cécilia Ordioni: Aus Nizza nach Falkensee

aupairFalkensee ist doch internationaler, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Hier wohnen eben doch nicht nur alteingesessene Ossis und neu zugezogene Berliner und Wessis inzwischen einträchtig nebeneinander. Cécilia Ordioni etwa stammt aus Frankreich. In Paris geboren und seit 15 Jahren in Nizza lebend, tauscht die junge Frau (20) den warmen Platz am Mittelmeer gegen oft genug regenverhangene Tage in Falkensee ein.

Seit Mitte Januar 2010 ist Cécilia Au-Pair-Mädchen in Falkensee – bei einer alleinerziehenden Mutter, die oft auf Dienstreisen ist. Da ist es gut, wenn das Au-Pair-Mädchen da ist, um die 11-jährige Tochter zum Handball zu fahren oder bei den Hausaufgaben zu beaufsichtigen. Natürlich ist eine zusätzliche Kraft im Haus nie verkehrt – für Gespräche, Spiele oder eben für die nötige Gesellschaft beim Essen, wenn die Mutter nicht da ist. Vermittelt hat den Aufenthalt übrigens die Au-Pair Agentur Berlin (www.au-pair-berlin.de).

Cécilia hat in Frankreich ihr Abitur im Bereich Literatur und Sprache gemacht. Sie sagt mit einem herrlich ausgeprägten französischem Akzent, aber in einem hervorragenden Deutsch: „Ich wollte sehr gern etwas mit Sprachen machen. Zuerst wollte ich mein Englisch verbessern und nach Irland oder in die USA gehen. Aber in Irland gibt es nicht so viele Au-Pair-Angebote. Und Au-Pair in den USA, das ist richtig kompliziert. Also habe ich mich für Deutschland entschieden. Deutsch ist eine sehr schwierige Sprache. Ich denke, dass ich später in meinem Leben mehr Chancen habe, wenn ich Deutsch als Fremdsprache beherrsche.“

Bis Juli bleibt Cécilia noch in Falkensee. Anschließend möchte sie Betriebswirtschaft studieren und etwas mit Sprachen machen. Cécilia: „Am liebsten würde ich gleich in Berlin bleiben und hier studieren. Aber das ist sicherlich besonders schwierig. Ich weiß nicht, ob mein Deutsch gut genug ist, um hier gleich ein Studium zu überstehen.“

Aber sie lernt ja noch. Regelmäßig fährt sie nach Berlin. In Charlottenburg besucht sie einen Kurs der Volkshochschule, um besser Deutsch zu lernen. Hier hat sie inzwischen viele Freundinnen kennen gelernt. Ihre beste Freundin kommt – da schließt sich der Kreis wieder – aus Irland. Gemeinsam ziehen die Mädels oft los, um in Berlin die Clubszene unsicher zu machen: „Meist sind wir in Kreuzberg im Lido, oft aber auch am Kudamm oder im Irish-Pub am Alexanderplatz. Berlin ist eine tolle Stadt. Super finde ich, dass man hier zu jeder Zeit etwas zu Essen finden kann. Es gibt sooo viele Imbissbuden und Bistros. Überhaupt ist Berlin deutlich preiswerter als Nizza.“

aupairCécilia lobt auch die Anbindung der Bahn an Berlin. Nur zwischen Mitternacht und fünf Uhr früh sei es problematisch, wieder nach Hause zu kommen. Deswegen kann es durchaus passieren, dass Cécilia erst morgens in der Tür steht, wenn Familienkind Cosima gerade erst aus den Federn kriecht und sich für die Schule fertig macht.

Falkensee ist für das Au-Pair-Mädchen nicht so interessant. Es ist die Nähe zur Großstadt, die sie lockt, und die dafür gesorgt hat, dass sich die junge Französin ausgerechnet für die Gartenstadt entschieden hat. Und so unternimmt sie auch lieber etwas in Berlin als in Falkensee.

Was schade ist: „Leider habe ich noch keine Deutschen kennen gelernt. Meistens bleibe ich doch mit den Leuten aus anderen Ländern zusammen, die ich in der Volkshochschule kennen gelernt habe. Aber man weiß ja nie, was noch so alles in den nächsten Monaten passiert.“

Wir fragen Cécilia zum Abschluss, was sie denn aus ihrer Heimat vermisst. Ist es der Wein, das gute Essen? Die Kinder kichern und denken an Froschschenkel und Weinbergschnecken. Aber die Französin weiß schon eine Antwort: „Das Meer. Das vermisse ich sehr.“

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