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05.06.2010

Laufkäfer am Anger

anger1Das Haus am Anger steht nur einen Steinwurf vom Angerteich entfernt. Annegret Wellmann betreut hier seit Jahren viele Jugendliche und leitet sie bei verschiedenen Jugend-forscht-Projekten an. Ein Team kümmert sich bereits seit geraumer Zeit um die Bestimmung von Laufkäfern im Umfeld des Angerteichs.

Da Käfer echte Bioindikatoren sind, wollten die Jungs um Marko von Zander, Sebastian Allmeier und Adrian Gronau wissen, wie sich die Artenvielfalt und Individuenzahl der Käfer wohl mit der Renaturierung des Falkenhagener Angers verändert. So wurden bereits 2006 erste Untersuchungen mit der so genannten Barber-Falle durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein Sammelgefäß, das bündig im Erdreich vergraben wird, sodass Käfer und andere Kleinsttiere einfach hineinfallen. Bei der ersten Untersuchung vor der Renaturierung wurde der Malachid-Käfer zum allerersten Mal in ganz Brandenburg gefunden – ein echter Sensationsfund.

Doch wie haben die Käfer die langfristigen Renaturierungsarbeiten im Angerumfeld „überstanden“? Eine neue Erhebung fand aus diesem Grund im Jahr 2009 statt. Das Team wertete erneut den Fund in den Barber-Fallen unter dem Binokular aus: Dr. Beier half bei der Bestimmung und besorgte auch eine offizielle Genehmigung zum Fang der Tiere.

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Adrian Gronau: „Nach der Renaturierung fanden wir doppelt so viele Individuen wie vor den Umbauarbeiten. Dafür konnten wir aber nicht mehr so viele Arten feststellen wie vorher. Auch den Malachit-Käfer konnten wir nicht noch einmal feststellen. In Zahlen: Wir haben 31 Laufkäferarten nachgewiesen und 322 Individuen gefunden – in drei Barber-Fallen, die über einen Zeitraum von 7 bis 8 Monaten wöchentlich geleert wurden.“

Bei den neuen Untersuchungen konnten auch fünf Gattungen der Käferart Dyschirius spec. gefunden werden, der sonst hauptsächlich unter der Erde lebt. Die Vermutung des Teams: Durch die Umwälzarbeiten des Bodens ist der Käfer an die Oberfläche gekommen. Viele Fragen sind noch offen, weitere Untersuchungen sind bereits geplant. Mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten konnten die Falkenseer Jungs den Sonderpreis für Umwelt beim Landeswettbewerb von Jugend forscht gewinnen.

Fotos: Frau Will, Haus am Anger

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