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11.08.2010

Scheibes Glosse: Ganz schön heiß hier!

scheibeSo heiß war es in Deutschland noch nie – seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Den ganzen Juli hindurch gab es nur Sonne, Sonne, Sonne. Warum verreisen, wenn als Strand doch auch die Sandstraße vor der eigenen Haustür dienen kann?

Herbst, Winter, Frühling – die drei Jahreszeiten kann man mir komplett schenken. Ich liebe den Sommer. Ich brauche es heiß, richtig heiß. Mein Lebenstraum wäre es, ein Haus am Strand von Floridas Atlantikküste oder auf der Insel Maui auf Hawaii zu besitzen. Da gäbe es dann Sonne das ganze Jahr hindurch.

Keine Frage: Die letzten Wochen über hatte ich genau das auch in Falkensee. Kaum ein Tag unter 30 Grad, endlos blauer Himmel und eine Sonne, die erbarmungslos vom Himmel scheint wie im klassischen Cartoon, während zwei Verdurstende durch die trockene Wüste kriechen.

Unser Rasen im Vorgarten hat inzwischen jedes Grün verloren und die freundliche Farbe von gelbem Stroh angenommen. Unser Gartenteich ist fast komplett ausgetrocknet: Die letzten Frösche tummeln sich in der tiefergelegten Pfütze einen knappen Meter unter dem üblichen Niveau.

Im Haus ist es unter dem Dach nicht mehr zu ertragen und selbst im Keller mag keine Kühle mehr aufkommen. Die Kinder flüchten auf den Balkon und schlafen unter freiem Himmel auf der Gartenliege. Wir Erwachsenen machen es wie im Urlaub und decken uns nur noch mit dem Laken zu. Bloß weg mit der dicken Bettdeckenfüllung. Streit entbricht darüber, wer denn jetzt nun den Ventilator in seinem Zimmer aufstellen darf.

Ich höre, dass überall in den Märkten die Ventilatoren ausverkauft sind. Ebenso wie Mückenspray. Im Hexenhaus machen wir einen Scherz, dass ein Wasserkübel mit Eis für die Füße auch nicht verkehrt wäre. Zehn Minuten später bekommen wir ihn. Die Überraschung: Er wird von allen Gästen am Tisch gern genutzt.

Wasser muss her: Im Garten steht schon der Pool bereit. Der Tag beginnt mit einer kalten Dusche und er endet auch mit ihr. Am liebsten würde man drei Mal duschen, denn bereits nach zehn Minuten ist man schon wieder komplett durchgeschwitzt. Der Postbote staunt: Inzwischen mache ich die Tür in Boxer­shorts auf. Vielleicht sollte ich mal nach meinen kurzen Hosen suchen.

Der Hund ist zu schwach zum Jammern. Er liegt apathisch im Keller. Nicht mehr im Büro auf dem Parkett, sondern im Vorraum auf den kalten Fliesen. Er hat definitiv zu viel Fell. Vielleicht würde er sich freuen, wenn man ihn scheren würde. Bis es so weit ist, verschieben wir das Gassigehen auf Nachts ein Uhr. Gemeinsam bewundern wir den klaren Sternenhimmel und suchen nach dem Großen Wagen und Sagittarius.

Im Ort ist wenig los. Erst war es zu kalt, dann zu nass und jetzt zu heiß. Die Geschäfte leiden. Niemand hat bei dem Wetter Lust, Einkäufe zu erledigen. Lieber schnell ins Waldbad oder zu den Seen. Hier trifft man die Menschen, die in den letzten Wochen untergetaucht sind. Kein schöner Anblick: Nackte, weiße Männerbeine.

Eine echte Mutprobe ist es, das Auto zu besteigen. Eine trockene Hitze wie in der Wüste Gobi. Und das Lenkrad so heiß, dass man es nicht anfassen mag. Die Lösung. Erst einmal alle Türen öffnen und lüften, bevor man auch nur einen Meter weit fahren kann.

Arbeiten kann man bei diesem Wetter nicht. Man spürt förmlich, wie es einem das Gehirn verklebt. Also ab auf den Golfplatz, da ist es schön leer. Das sorgt für die Golferbräune, die sich nur auf Arme und Kopf beschränkt. Für 18 Loch braucht man drei Liter Wasser. Wer es vergisst, verendet an Loch 14. Da kreisen bereits die Geier.

Uff, was für ein Sommer! (C.Scheibe)

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