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21.12.2016

Ammen-Dornfinger in Falkensee: Giftspinne gefunden!

Ammen-Dornfinger in Falkensee: Giftspinne gefunden!

Als Freund kleiner Krabbeltiere freut man sich über Ligusterschwärmer, Heupferde und Moschusböcke. Aber über den Ammendornenfinger? Ich weiß ja nicht. Die recht große Giftspinne ist aus dem südlichen Europa eingewandert und verbreitet sich dank milder Winter und fehlender Freßfeinde zurzeit massiv in den Hochstaudenwiesen von Falkensee.

Als Biologe konnte ich die Spinne inzwischen auch auf den kleinsten Arealen in Falkensee mühelos aufspüren – etwa auf der Wiese gleich gegenüber vom Waldorf-Kindergarten in der Essener Straße, auf dem Feld am Falkenhagener See, rund um das ehemalige Herlitz-Logistikzentrum an der Straße der Einheit und erst recht auf dem brachliegenden Flurstück am Ende der Rohrbecker Straße. Hier haben wir mitunter pro Quadratmeter bis zu fünf Nester der Spinne gefunden, sodass auf die Wiese hochgerechnet mit tausenden Spinnen gerechnet werden muss.

Der Ammendornenjäger baut in Hüfthöhe Ruhenester in den Spitzen der Gräser. So ist er leicht zu erkennen. Die Weibchen haben einen grünen, kompakten Körper, die Männchen einen gelben, langgestreckten. Beide haben einen orangenen Kopf und signalrote Giftklauen, die an den Spitzen schwarz zulaufen. Die Spinne kommt mit ihren Zähnen leicht durch Stoff und menschliche Haut. Der Biss soll sehr schmerzhaft sein. „Wespe Plus“ heißt es.

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Auf unseren Artikel in der FALKENSEE.aktuell und in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) hin folgte ein beispielloses Medienspektakel. Die Antenne Brandenburg bat zum Telefoninterview, die Berliner Morgenpost schickte ein Reporter-Team. Der rbb filmte für die Fernsehsendung zibb. Überall durfte ich als „Diplom-Biologe“ und „Experte“ Stellung beziehen und die Spinne vorstellen. Am Ende schaute RTL für das „Punkt 12 Mittagsjournal“ vorbei. Das Material übernahm VOX sogar in die allgemeinen Nachrichten.

Wir haben also von Falkensee aus dafür gesorgt, dass die Giftspinne deutschlandweit in den Medien war – und so das Sommerloch füllte. Viele TV-Sender und Magazine brachten eigene Spinnenexperten an, die Stellung bezogen.

Immer wieder kam dabei die Frage auf: Ist es richtig, so viel „Panik“ zu machen und auf die böse, böse Giftspinne einzudreschen? Ich sage: Ja. Richtige Panik kam eigentlich nur in den sozialen Netzwerken wie Facebook auf, wo einzelne Revolvermedien mit schlimmen Fotos für irritierte Leser sorgten. Unsere Erfahrung mit dem Fernsehen und mit den Tageszeitungen war, dass die Journalisten sehr sachlich gefragt haben und auch im Bericht sachlich geblieben sind.

Denn: Der Ammendornenfinger verbreitet sich nun einmal massiv, er hat beeindruckende „Giftzähne“ und er ist alles andere als harmlos. Niemand soll in Panik verfallen, aber möglichst alle sollten schon einmal von der Spinne gehört haben. Weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, ihr im Alltag zu begegnen.

Zurzeit bauen die befruchteten Weibchen ihr Brutnest, das sie nicht verlassen, während sich die rastlosen Männchen immer häufiger in menschliche Behausungen verirren. Und da ist es dann wichtig, zu wissen, wer einem begegnet. Damit man keine Angst zeigt, aber Respekt. (Text: CS / Fotos: Babette Menge, Alisa Scheibe, CS)

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