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22.12.2016

Dallgow-Döberitz: Tanja Neise, Autorin

Dallgow-Döberitz: Tanja Neise, Autorin

Tanja Neise ist eine junge Autorin, die in Dallgow lebt. In schneller Folge hat sie nun drei Bücher vorgestellt, die sich in der Kindle-Version für je 4,99 Euro bei Amazon bestellen lassen. Wir trafen die Autorin zum Interview. Tanja Neise, erzähl uns mehr von dir.

Ich bin 42 Jahre alt, verheiratet und mehrfache Mutter. Mein ursprünglich gelernter Beruf ist Finanzwirtin. Ja, ich bin eine der bösen Frauen aus dem Finanzamt gewesen. 2012 fing ich an, die ersten Wörter vom „Orden der weißen Orchidee“ noch mit Bleistift in ein altes Schulheft zu schreiben.

Aufgewachsen bin ich in Deutschland, dort allerdings überall und nirgends, weil meine Eltern selbstständig waren und oft umgezogen sind. Geboren in Rheinland-Pfalz, habe ich die ersten Jahre meiner Kindheit dann im Saarland verbracht, wo immer noch der Großteil meiner Familie zu finden ist. Über mehrere Umwege hat es mich dann nach Berlin verschlagen.

Wie bist du auf Dallgow als Wohnort gekommen und was gefällt dir hier besonders gut?

Im Jahr 2000 lebten mein Mann, mein Stiefsohn und ich in Berlin-Spandau. Als unsere Wohnung zu klein wurde, haben wir uns auf die Suche nach etwas Größerem gemacht. Bereits nach kurzer Zeit wurden wir auf das damals noch recht kleine Dörfchen Dallgow aufmerksam und haben uns dort ein Haus angesehen. Und als ich da aus dem Dachfenster gesehen habe, lief ein Reh durch den Vorgarten. Da war ich mir sicher, dass ich hier wohnen wollte. Einige Wochen später waren wir frischgebackene Dallgower. Was mir hier besonders gut gefällt, ist die ländliche Atmosphäre, dass die Kinder einigermaßen behütet aufwachsen können und ich dennoch die Möglichkeit habe, nach Berlin in die Großstadt zu fahren, wenn ich das möchte.

Dein Debut als Autorin ist „Der Orden der weißen Orchidee 1 – Die Erbin“. Viele träumen von einem Leben als Buchautor. Warum hast du dich getraut, diesen Traum umzusetzen?

Ich denke, getraut habe ich mich, weil ich nie damit gerechnet habe, dass das Buch von anderen Menschen als meinen Bekannten und Freunden gelesen wird. Ich war ja nicht der ambitionierte Autor und bin nur durch die Hartnäckigkeit meines Mannes zum Schreiben gekommen. Er war es, der mir den Floh ins Ohr gesetzt hatte und der im Laufe mehrerer Jahre zu einem Elefanten mutierte. Es war mehr ein Ausgleich zu den fehlenden Hobbies, nachdem ich sehr krank geworden war und keinen Sport mehr machen konnte. Heute bin ich froh, dass mein Mann mich dazu ermuntert hat.

Erzähl uns mehr über den Erfolg des Buches. Und ganz kurz: Worum geht es?

Im September 2014 habe ich den ersten Teil der Ordenbücher – „Die Erbin“ – selbst herausgebracht. Wie gesagt, ich bin nie davon ausgegangen, dass es mehr als eine Handvoll Menschen lesen würden. Doch schon in den ersten Wochen übertrafen die Download-Zahlen für das eBook sämtliche meiner Erwartungen. Ab da nahm das Ganze rasant an Fahrt auf. Im Februar 2015 hatte ich eine Preisaktion mit dem eBook und schoss bis auf Platz 7 der Amazon Kindle-Charts empor. Unfassbar war das. Durch diesen Erfolg wurde der hauseigene Verlag von Amazon auf mich aufmerksam und bot mir einen Verlagsvertrag an. Die „Erbin“ wurde neu aufgelegt und den zweiten Teil wollten sie auch haben. Und ich unterschrieb.

tanjaneise

Das Buch handelt von dem alten Traum der Menschheit, in der Zeit reisen zu können. Marie erfährt nach dem Tod ihrer Urgroßmutter, dass sie nicht nur den alten Hof im Brandenburgischen geerbt hat, sondern auch gewisse Fähigkeiten besitzt, die es ihr unter anderem ermöglichen, in der Zeit zu reisen. Sie wird neugierig und das Abenteuer beginnt. Natürlich begegnet sie auf ihrer Reise durch die Zeit ihrer großen Liebe. Ob diese eine Chance hat, muss der Leser selbst herausfinden.

Inzwischen ist Band 2 erschienen: Der „Orden der weißen Orchidee 2: Der Ursprung“. Wie kommt der neue Band an? Gibt es ihn nur als eBook oder auch als gedrucktes Buch? In welcher Form verkaufen sich die Romane besser? Liest du privat auch schon digital?

Auch der zweite Teil des „Ordens“ kommt super bei den Lesern an, worüber ich natürlich sehr froh bin. Beide Teile des „Ordens“ sind als eBook, als Taschenbuch und auch als Hörbuch erschienen, wobei sich das eBook am besten verkauft. Privat tendiere ich immer mehr zum digitalen Lesen. Es ist unkompliziert, das Gerät ist handlich und es lässt sich gut in einer Handtasche transportieren (was man zum Beispiel von einem gedruckten Ken Follett Wälzer sonst nicht sagen kann). Und ich habe die Möglichkeit, Tausende von Büchern mitzunehmen. Das ist ein enormer Vorteil dem gedruckten Buch gegenüber, den ich zu schätzen gelernt habe.

Wann ist die Romanreihe um den Orden der weißen Orchidee abgeschlossen?

„Der Ursprung“ soll eigentlich der letzte Teil sein, auch wenn viele meiner Leser gern einen dritten Teil haben wollen. Ich bin allerdings der Meinung, dass ich meine beiden Protagonisten genug gequält habe. Deshalb ist der „Orden“ für mich abgeschlossen. Es ist also eine Dilogie, ein Zweiteiler.

Neu erschienen ist das Buch „Küsse im Blitzlichtgewitter“ – etwas ganz anderes? Klär uns auf!

„Küsse im Blitzlichtgewitter“ ist ein Liebesroman, völlig ohne Fantasyelemente. Er entstand durch eine Challenge, die ich mit meiner Freundin und Autorin Karina Reiß hatte. Es galt, die Rohfassung eines Romans innerhalb von nur vier Wochen zu schreiben. Das habe ich geschafft – und es war zudem so etwas wie ein Freischreiben vom „Orden“. Mittlerweile habe ich auch schon den zweiten Teil der „Centerstarks“ Reihe fertig. Die Centerstarks waren eine der erfolgreichsten Bands und verschwanden von einem Tag auf den anderen von der Bildfläche. Was geschah mit den drei Mitgliedern? Wie verlief ihr Leben? Die Idee hierzu entstand, als ich einen Bericht über die Boygroups der Neunziger Jahre gesehen habe.

Wie ist der Zusammenhalt bei den deutschen Autoren? Gibt es ihn überhaupt? Und wie sind deine Erfahrungen von der Buchmesse und von den ersten Lesungen?

Zusammenhalt muss man sich erarbeiten. Das habe ich zum Beispiel mit vier befreundeten Autorinnen getan. Gemeinsam agieren wir unter dem Label „LoveThrillFantasy“. Wir helfen uns beim Ausarbeiten von Geschichten, sind Testleser bei den anderen, oder lektorieren die Texte gegenseitig. Zudem stehen wir in täglichem Kontakt und helfen uns vor allem im alltäglichen Schreibwahnsinn weiter.

Außer bei dem LTF Team bin ich noch Mitglied in der Autorenvereinigung „Das Autorensofa“. Auch hier gilt: Gemeinsam sind wir stark. Wir haben einen Messestand auf der Frankfurter Buchmesse, der im letzten Jahr so stark frequentiert war, dass die Security der Messe ganz schön ins Schwitzen kam. Also ja, den Zusammenhalt gibt es. Nicht immer und es ist auch nicht selbstverständlich. Leider herrscht auch unter Autoren oft Neid und Missgunst, wie in jedem anderen Job auch.

Meine Erfahrungen auf der Buchmesse sind: Hilfe, ich bin in einem anderen Universum. Hier in Dallgow bin ich die Mutter von dem und dem, oder die Nachbarin und Freundin, doch dort wollen plötzlich fremde Menschen Autogramme von mir, Fotos mit mir machen oder mich einfach nur mal in den Arm nehmen, weil sie meine Romane so schön finden. Das ist der helle Wahnsinn und man fühlt sich wie ein kleiner Star. Dann trifft man noch die anderen Autoren, was fast wie ein Klassentreffen ist. Du merkst, ich mag die Buchmessen – und noch Wochen danach sieht man mich mit einem Honigkuchengrinsen im Gesicht durch Dallgow oder Falkensee schweben.

Meine ersten Lesungen waren eine echte Herausforderung für mich und das Lampenfieber schlug jedes Mal ganz heftig zu. Letztes Jahr hatte ich dann eine Lesung auf der Messe in Frankfurt, die sehr stark besucht war und die Resonanz war berauschend. Seitdem lese ich sogar recht gern vor Publikum.

Woran schreibst du gerade?

Zur Zeit schreibe ich an mehreren Projekten. Bei einer Abstimmung auf Facebook haben meine Leser entschieden, dass mein Hauptaugenmerk auf einem Jugendroman mit leichten Fantasyelementen und viel Humor liegen soll. An ihm schreibe ich deshalb vorrangig. Zudem entstehen noch eine Vampirdystopie und ein neuer Zeitreiseroman in meiner Schreiboase. (Foto: CS)

Mehr über Tanja Neise:
www.tanjaneise.de
www.facebook.com/autorneise
http://lovethrillfantasy.blogspot.de
www.das-autorensofa.de

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