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12.07.2017

Falkensee: Zu Besuch im B80

Falkensee: Zu Besuch im B80

Viele Falkenseer fahren an dem kleinen Ladengeschäft in der Bahnhofstraße 80 vorbei – und wundern sich. Sie sehen durch die Frontscheiben, wie sich dort Menschen unterhalten, zusammen feiern, lachen oder auch gemeinsam essen. Dabei sind die biofreunde, die hier früher gesundes Essen verkauft haben, doch schon lange ausgezogen.

Nun, im „Bahnhof 80“ ist im November 2016 der „interkulturelle Begegnungsraum B80“ eingezogen. Schirmherr des B80 ist die Lokale Agenda 21. Der B80 darf vor Ort noch so lange existieren, bis der Kreisverkehr nebenan gebaut wird – und das Haus weichen muss.

Was passiert jetzt vor Ort, wer trifft sich hier? Klare Antwort: Hier ist für alle Menschen Platz, die ihr Wissen und ihre Hilfe im Dienst für die Stadt Falkensee einbringen möchten. Die Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Falkensee“ (www.willkommen-in-falkensee.org) veranstaltet hier etwa Deutsch-Kurse und Beratungsstunden für Neufalkenseer und Geflüchtete.

Im B80 treffen Menschen aufeinander, die sich sonst nie kennengelernt hätten. Vor Ort werden offene Cafés durchgeführt, Kulturabende eingeläutet, Kurse veranstaltet, Kunstaktivitäten für Kinder und Jugendliche angeboten und lustige Spielerunden gestartet. Das Jugendforum findet im ehemaligen biofreunde-Ladengeschäft statt – und es gibt Nachhilferunden für Schüler.

Jeder, der Lust und Zeit hat, kann einfach einmal in der Bahnhofstraße 80 vorbeischauen – und sich einbringen. Dabei lernt man neue Leute, neue Kulturen und andere Sprachen kennen. Oder wie Kathleen Kunath, das Gesicht der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Falkensee“, es ausdrückt: „Der B80 ist eine Demokratiewerkstatt, in der man sich miteinander über verschiedene Themen auseinandersetzen kann – und dabei auch übt, bei unterschiedlichen Lebensvorstellungen tolerant zu bleiben und ein gemeinsames Miteinander zu finden.“

Auf zwei Events sind die Veranstalter ganz besonders stolz. Da ist zum einen der russischsprachige Abend, der Anfang 2017 veranstaltet wurde. Bei Tee aus dem Samowar drehten sich die ersten Gespräche zunächst nur um das Essen. Erst langsam tasteten sich die Besucher an politische Fragestellungen heran. Das andere Highlight war das Weihnachtsfest im frisch vergangenen Jahr. Der B80 öffnete sich am Weihnachtsabend für alle Menschen, die niemanden zum Feiern hatten. Knapp 50 Leute aus verschiedenen Kulturkreisen trafen sich dort und feierten gemeinsam das Heilige Fest.

Doch der B80 ist natürlich auch ein Ort für die Geflüchteten. Sie können sich hier mit aufgeschlossenen Falkenseern unterhalten und ihr Deutsch üben. Außerdem wird ihnen beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen sowie bei der Job- und Wohnungssuche geholfen. Kennengelernt haben wir bei unserem Besuch Saleh, einen 20-jährigen Syrer, der seit sieben Monaten in Falkensee lebt.

Seit vier Monaten lernt er Deutsch, er kommt regelmäßig in den B80 und findet es hier super.
Geplant sind für den B80 viele weitere Angebote und Kurse, darunter noch mehr Kultur-Abende, ein Queer Regenbogencafé, ein Familiencoaching und diverse Männer- und Frauenrunden. Zurzeit engagieren sich etwa 40 ehrenamtlich helfende Menschen im B80. Wer möchte, kann den Raum auch mieten. (Fotos: Dirka Niggl / Text: Schülerpraktikantin Franziska Lofing/CS)

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