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25.08.2017

Jean-Michel Jarre in der Zitadelle Spandau

Seit 2005 gibt es in Berlin das Citadel Music Festival (www.citadel-music-festival.de). Stets von Mai bis September holen die Verantwortlichen internationale und deutsche Musiker, die es ansonsten gewohnt sind, große Hallen oder ganze Stadien zu füllen, in den Innenhof der Spandauer Zitadelle.

In diesem Jahr gehören so etwa ZZ Top, Patti Smith und Cypress Hill zum Angebot.

Schon immer zeigte das Citadel Music Festival dabei ein Faible für die elektronische Musik. So haben in den letzten Jahren bereits Schiller und Tangerine Dream ihre Synthesizer-Klänge in der wohl gemütlichsten Open-Air-Kulisse Berlins gewoben. Am 11. Juli gab sich nun auch Jean-Michel Jarre die Ehre. Der Franzose gehört mit seinen Platten „Oxygen“ und „Equinoxe“ zu den bekanntesten Stars der Synthesizer-Musikrichtung. Viele heutige Endvierziger und Mitfünfziger sind mit den wabenden Klängen des Sound-Experimentalisten aufgewachsen. Sie stellten auch das Publikum des Live-Auftritts. Jean-Michel Jarre stattete Berlin übrigens im Rahmen seiner „Electronica Tour“ einen Besuch ab.

Die große Überraschung gleich zu Beginn des Konzerts: Der enorme Bass-Druck der aufgebauten Soundanlage brachte die Zuhörer in den ersten Reihen fast zum Stolpern, so fühlbar rauschten die Klänge in Stereo mal von rechts und mal von links durch das Publikum. Mit Einbruch der Dunkelheit sorgte dann auch eine mitreißende Lichtshow für ein fast psychedelisches Erlebnis. Gelungen: Mit einer Kopfkamera filmte sich Jean-Michel Jarre live beim Musizieren, projizierte das Bild auf riesige Leinwände und ließ sich so vom Publikum in die Karten schauen.

Das freute sich vor allem über die Aufführung der in Jahrzehnten nicht gealterten Klassiker. Selig wippten die Zuschauer zu den komplexen Klangwelten, mit denen sie vor langer Zeit aufgewachsen sind. Die neuen Stücke klangen da schon fast zu poppig und zu beliebig.

Bestens aufgelegt versuchte der Meister der Synthesizer, das Publikum immer wieder zum Klatschen oder zum Tanzen zu animieren. Doch die Zitadelle ist kein Dancefloor und auch keine Partymeile. Viele Fans waren wirklich nur gekommen, um in stiller Andacht dem Franzosen zu lauschen, der gerade in der ersten Hälfte des Konzerts wenig Gefolgsleute für seine Animationen fand. Nun ist seine Musik aber auch ohne dynamische Höhepunkte, was es dem Publikum etwas schwieriger macht. Das ist etwa bei Schiller ganz anders.

Richtig Stimmung kam vor allem am Ende des etwa zweistündigen Konzerts auf – als bei „Oxygene IV“ die Taschenlampen der Handys angingen. Und bei „Stardust“, als passend zur Musik zum Abschied ein ordentliches Feuerwerk hinter der Bühne abgebrannt wurde. (Text/Fotos: CS)

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