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29.03.2018

Who is Who in der Region (39): Holger Schreiber (Wustermark)

Who is Who in der Region (39): Holger Schreiber (Wustermark)

Wer ist eigentlich …? Unser „Who is Who“ möchte die besonderen Personen in unserer Stadt kurz vorstellen und sie so der Bevölkerung noch näher bringen. Holger Schreiber (56) ist seit kurzem wiedergewählter Bürgermeister von Wustermark. In seiner zweiten Amtsperiode hat er noch viel vor.

Mit Elstal ist Holger Schreiber schon sein ganzes Leben lang eng verbunden. Er wurde zwar am Valentinstag `62 in Staaken geboren, wuchs aber in Elstal auf: „In Elstal leben wir bereits in dritter Generation. Mein Großvater ist 1934/35 aus Mecklenburg hergezogen.“

Zehn Jahre lang besucht Holger Schreiber die POS Neues Leben, die heute als Oberschule Heinz Sielmann weiter existiert. Dann wechselt er 1978 in den Betrieb des Vaters und beginnt im VEB Polygraph Staaken eine Ausbildung zum Zerspanungsfacharbeiter: „Zum Zerspanungsfacharbeiter würde man heute Mechatroniker sagen. Unser metallverarbeitender Betrieb war damals 600 Mann stark. Wir waren Zulieferer für die Produktion von Druckmaschinen.“

Von 1982 bis 87 war Holger Schreiber in seinem Beruf tätig – im 4-Schicht-System: „Ich bin damit ein Bürgermeister, der noch einen ordentlichen Beruf erlernt und ein hartes Berufsleben kennengelernt hat.“

1985 entscheidet sich Holger Schreiber dazu, unterstützt durch seine Firma, ein Fernstudium anzutreten, um „Berufspädagoge für den allgemeinen Maschinenbau“ zu werden: „Das war eine Ingenieursausbildung mit dem Ziel, Berufsausbilder im Betrieb oder in der Berufsschule zu werden. Ich habe dann im Betrieb auch Lehrlinge ausgebildet.“

1990 kam die Wende: „Alles war plötzlich anders und auf Null gestellt. Für unseren Industriebetrieb brach der Markt zusammen und mein Vater musste das Unternehmen gesundschrumpfen – in nur zwei Jahren auf einhundert Mitarbeiter. Es wurde eine GmbH gegründet, man hat neue Märkte erschlossen. Aber ich, ich konnte nun keine neuen Mitarbeiter mehr ausbilden. 1991 wechselte ich deswegen in den Logistikbereich. Hier habe ich mich weiterqualifiziert und wurde 1994 Logistikleiter.“

Das Unternehmen wurde durch einen asiatischen Investor privatisiert und Holger Schreiber leitete bis 2006 den gesamten Logistikbereich: „Da habe ich gelernt, was auch als Bürgermeister wichtig ist: kreativ sein, schnelle Lösungen finden, bei Problemen kommunizieren. Insgesamt war ich 32 Jahre in der Wirtschaft.“ 2006 übernahm sich der asiatische Investor bei seinen Projekten und musste Insolvenz anmelden.

Neben der Arbeit war Holger Schreiber sehr im Sport aktiv: „Der ESV Lok Elstal ist ein Traditionsverein, den es seit 1949 gibt. Mein Vater und ich, wir haben den Verein ab 1995 neu aufgebaut und daraus einen Fußballverein gemacht, der in der Region Bedeutung hat. Von 2004 bis 2010 war ich Vorsitzender im Verein. In der Zeit kam es zwischen dem amtierenden Bürgermeister und dem Verein aus vielen Gründen zu starken Konflikten. 2009 drängten mich auch deswegen die SPD und die CDU zusammen, als neuer Bürgermeister für Wustermark zu kandidieren.“

2010 stand die Bürgermeisterwahl an, die Holger Schreiber auch gewann: „Die Gemeinde war zerrissen und ein politischer Wechsel war gewollt. Als ich Bürgermeister wurde, war der Haushalt eine echte Katastrophe, Wustermark stand kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Vor allem das geplante Gaskraftwerk sorgte für sozialen Unfrieden. Die Startbedingungen waren also sehr ungünstig. Da ich aber parteilos bin, konnte ich mit allen Fraktionen gut kommunizieren und Lösungen finden. Heute arbeiten wir alle im guten Vertrauensverhältnis und ergebnisoffen zusammen.“ Gerade die verlässliche Kommunikation und die starke wirtschaftliche Entwicklung von Wustermark haben dafür gesorgt, dass der zweifache Vater Holger Schreiber am 25. Februar 2018 für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister wiedergewählt wurde.

Privat ist Holger Schreiber sehr Sport-interessiert, arbeitet viel in Haus und Garten, kocht gern Suppen und verreist gern zusammen mit seiner riesengroßen Familie – im April geht es so etwa auf nach Dänemark. (Foto/Text: CS)

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